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Linse Freispiel

Neben unseren festen Filmreihen zeigen wir selbstverständlich auch Filme zu anderen Anlässen und gerne in Kooperation mit anderen Gruppen. Diese Filme laufen nicht nur im Cinema sondern auch an anderen Orten.

Im Moment sind in der Reihe „Linse Freispiel“ keine Veranstaltungen geplant. 

Die vergangenen Veranstaltungen siehe im Archiv.

 

90 Jahre Spanischer Bürgerkrieg

Libertarias

Historiendrama über die anarchistischen Frauenorganisationen im Spanischen Bürgerkrieg

Juli 1936: Nach der Niederschlagung des franquistischen Militärputsches in Barcelona streben antifaschistische Gruppen danach, die bereits erkämpften Errungenschaften der Sozialen Revolution zu verteidigen und auszubauen. Die junge Nonne Maria landet auf der Flucht vor antiklerikalen Gruppen in einem Bordell, wo sie von anarchistischen Milizionärinnen mitgenommen wird. Feministinnen, ehemalige Sexarbeiterinnen und die junge Nonne tun sich zu einer Einheit zusammen.

In den Wirren des Bürgerkriegs müssen sie sich gegen den Machismus der Männer wehren und werden kaleidoskopartig mit moralischen Fragen zu Gewalt und Gegengewalt sowie dem Drang nach Freiheit konfrontiert.

Vicente Aranda, erklärter Gegner der Franco-Diktatur, flüchtete 1952 nach Venezuela. Sechzig Jahre nach Beginn des Bürgerkriegs setzte er den Anarchist*innen mit LIBERTARIAS ein filmisches Denkmal. Da der Film noch nie von einem deutschen Verleih herausgebracht wurde, zeigen wir das in Spanien hochgefeierte Epos mit deutschen Untertiteln.

Spanien 1996 · R: Vicente Aranda · Db: Vicente Aranda, José Luis Guarner, Román Gubern · K: José Luis Alcaine, Juan Amorós · Mit Ana Belén, Victoria Abril, Ariadna Gil, Loles León, Miguel Bosé · span. OmU · 124′

So 28. September • 17:00 Uhr
Cinema, kleiner Saal  

Mit einem Vortrag von Vera Bianchi über die „Mujeres Libres“ (Freie Frauen), danach Büchertisch im neben*an. In Kooperation mit der FAU Münsterland, Graswurzelrevolution und Gruppe B.A.S.T.A.

Krieg, Kriegsgewalt, Verletzungen, Tod, Trauer, sexualisierte Gewalt, Gewaltszenen.

Vera Bianchi, Historikerin mit den Schwerpunkten Anarchismus, Feminismus, Intersektionalität, Arbeiterinnenbewegung, Spanischer Bürgerkrieg, lebt in Hamburg, forscht und veröffentlicht zu den Mujeres Libres (Freie Frauen) im Spanischen Bürgerkrieg und dem Syndikalistischen Frauenbund in der Weimarer Republik.

Diverse Publikationen, u.a. zwei Monographien:

  • Feministinnen in der Revolution – die Gruppe Mujeres Libres im Spanischen Bürgerkrieg, Unrast Verlag, 2. Auflage Münster 2020
  • Mujeres Libres – Libertäre Kämpferinnen, Edition AV, Lich 2019.

Redaktionsmitglied bei Arbeit – Bewegung – Geschichte und im Gesprächskreis Geschichte der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Buchtitel In der Revolution     Buchtitel Mujeres Libres

Selten gefütterte Facebookseite:
www.facebook.de/MujeresLibres1936
Darüber kann sie kontaktiert werden.

Zum Vortrag

Die Mujeres Libres (Freie Frauen) waren eine anarchistische Frauengruppe, die im Spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939) nicht nur die republikanische Seite gegen den faschistischen Putsch kämpften, sondern auch die gleichzeitig stattfindende soziale Revolution auf vielfältige Weise unterstützten. In den knapp drei Jahren waren mindestens 20.000 Frauen in über 170 Ortsgruppen aktiv und kümmerten sich vor allem um Bildung und Ausbildung proletarischer Frauen, aber auch um eine freie Pädagogik, um Hilfen für Prostituierte und um Unterstützung der Front. Die Mitglieder waren zum großen Teil Arbeiterinnen, die sich und andere selbst bildeten durch Alphabetisierungs- und Bildungskurse. Durch ihre Zeitschrift Mujeres Libres informierten sie sich gegenseitig über die Aktionen in ihren Ortsgruppen, diskutierten aber auch aktuelle Themen aus Theorie und Praxis und stellten historische Frauen und ihr Wirken dar.

Zum Kinderfilmfest Münster

Alle sind anders 2026

Sechs Filme zeigen den Reichtum des Andersseins

Alle Filme sind auf Deutsch oder werden deutsch eingesprochen. Das Programm wird für alle ab 7 Jahren empfohlen.

ZEBRA
Eines Tages läuft das Zebra gegen einen Baum, und auf einmal ist nichts mehr dort, wo es hingehört.
Deutschland 2013 · Regie: Julia Ocker · 3′ · Animation

AMAR
Amar ist mit seinen 14 Jahren der Hauptverdiener seiner Familie. Neben der Schule arbeitet er in zwei Jobs.
Indien 2011 · Regie: Andrew Hinton · 10′ · Dokumentarfilm

MALL
Ein Diebstahl mit Folgen: Als der introvertierte Didi dabei erwischt wird, wie er eine Spielzeug-Meerjungfrau klaut, weiß sein betont maskuliner Vater nicht, wie er damit umgehen soll.
Deutschland 2019 · Regie: Jerry Hoffmann · 7′ · Kurzspielfilm

PLANET WILLI
Willi ist ein kleiner Junge, der auf seinem ganz eigenen Planeten zu wohnen scheint.
Deutschland 2015 · Regie: Sören Wendt · 10′ · Animation

BAMBIRAK
Die 8-jährige Kati versteckt sich heimlich im Lieferwagen ihres Vaters und hilft ihm bei der Arbeit.
Deutschland, USA 2020 · Regie: Zamarin Wahdat · 14′ · Kurzspielfilm

IN DER NATUR
Die Tiere sind sehr unterschiedlich und manchmal doch so ähnlich wie wir Menschen.
Schweiz 2021 · Regie: Marcel Barelli · 5′ · Animation

Deutschland 2026 · 49′ plus Moderation

Mo 26. Oktober • 13:00 Uhr
Schloßtheater   

ZEBRA
Orientierungslosigkeit nach einem Unfall; ansonsten keine besonderen belastenden Inhalte

AMAR
Kinderarbeit, Armut, soziale Ungleichheit

MALL
Diebstahl, Konflikt zwischen Vater und Kind, Geschlechterrollen und Ausgrenzung

PLANET WILLI
Behinderung und Anderssein; einzelne herausfordernde Alltagssituationen

BAMBIRAK
Rassismus und Diskriminierung, verletzende Sprache, Konflikte zwischen Erwachsenen

IN DER NATUR
Sexualität, gleichgeschlechtliche Beziehungen und unterschiedliche Familienformen – kindgerecht und humorvoll dargestellt

Archiv: Linse Freispiel

Archiv
Performance in der Erphokirche

Brot Brief Karte

Kreise des Zusammenlebens und des Friedens
Kreis aus Schuhen

Brot Brief Karte – Kreise des Zusammenlebens und des Friedens ist eine intermediale Performance. Die rund 60-minütige, ritualbasierte Arbeit des Künstlers Vahid Zarezadeh richtet sich an ein bewusst begrenztes Publikum von maximal 40 bis 50 Personen, um eine intensive Form der Begegnung und Beteiligung zu ermöglichen.

„Für mich ist Kunst kein Ort der Geborgenheit; sie ist ein Raum, in dem die Kosten des Daseins sichtbar werden“, stellt Zarezadeh zu Beginn klar.

Die Performance ist als körperliche, ethische und politische Erfahrung angelegt, die das Publikum aus der passiven Rolle löst und in einen gemeinsamen Prozess einbindet. In einem vielschichtigen Zusammenspiel aus Sprache, Klang, Geruch, Licht und Handlung entfaltet sich ein Raum, in dem Fragen von Migration, Grenzen, Macht und Zusammenleben unmittelbar erfahrbar werden. Deutsch, Englisch und Persisch erklingen gleichberechtigt nebeneinander und werden live sowie simultan untertitelt, sodass Verständigung nicht nur thematisch, sondern auch praktisch verhandelt wird.

Im Zentrum der Performance stehen vier aufeinander bezogene rituelle Kreise, die grundlegende Ebenen menschlicher Existenz berühren. Der erste Kreis widmet sich dem Körper und dem Überleben. Der Geruch von Brotteig liegt in der Luft, ohne dass tatsächlich Brot gebacken wird, und verweist auf Hunger, Teilhabe und die Fragilität elementarer Sicherheit. Im zweiten Kreis rückt Sprache in den Vordergrund. Briefe, Stimmen und Projektionen eröffnen einen Raum des Erzählens und Zuhörens, in dem persönliche Geschichten zu einem kollektiven Gedächtnis werden. Der dritte Kreis macht Macht und Grenzen sichtbar, verhandelbar und körperlich spürbar, indem politische Linien projiziert, verschoben oder bewusst getragen werden.

„In diesen Kreisen ist Frieden kein Ideal; er ist eine schwierige Verhandlung, abhängig von den Umständen. Das Publikum wird nicht unterrichtet – es wird direkt in eine Entscheidungssituation versetzt“, erläutert Filmemacher Zarezadeh

Der abschließende vierte Kreis führt in eine aktive Stille. Hier steht jede Person allein vor der eigenen Entscheidung, ohne Bewertung, ohne Erklärung. Dieser Moment der Stille wird zum verdichteten Kern der Performance, in dem Verantwortung nicht delegiert, sondern individuell erfahren wird.

Deutschland 2026 · Performance: Vahid Zarezadeh & Gelareh Kakavand · Produktion: Jens Schneiderheinze · zirka 60′

Fr 9. Januar 2026 • 19:30 Uhr · Eintritt frei  
Erphokirche, Ostmarkstraße/Kirchstraße, 48145 Münster
Wir empfehlen warme Kleidung

In Kooperation mit der Fachgruppe KunstKircheKultur am Kirchort Edith Stein.
Gefördert von Kulturamt Stadt Münster · Kommunales Integrationszentrum Münster · Sparkasse Münsterland Ost

Zur Ausstellung „Von Wahrheit und Lüge“ in der Erphokirche

Der Student von Prag

Was ist die Wahrheit?

Das erste Remake des Klassikers von 1913 folgt weitgehend dem Originaldrehbuch von Hanns Heinz Ewers. 

Prag 1820: Der Student Balduin verkauft sein Spiegelbild an den geheimnisvollen Wucherer Scapinelli. Fortan führt er ein Leben in Saus und Braus und erobert das Herz der Komtesse Margit. Als deren Verlobter, Freiherr Waldis-Schwarzenberg, davon erfährt, fordert er Balduin zum Duell. Balduin verspricht Margit und ihrem Vater, das Leben seines Gegners zu schonen, doch das Spiegelbild nimmt an seiner Statt am Duell teil und tötet den Freiherrn. Balduins Freunde, auch Margit, wenden sich von ihm ab. In seiner Verzweiflung zerschießt er den Spiegel mit seinem Spiegelbild – doch auch Balduin sinkt, ins Herz getroffen, zu Boden.

»Anders als der Originalfilm wurde das Remake nicht an Originalschauplätzen gedreht, sondern in Bauten des Filmarchitekten Hermann Warm. Diese setzte Kameramann Günther Krampf stimmungsvoll in Bilder, die wiederum von Motiven der deutschen Romantik beeinflusst waren. Die eingefärbte Rekonstruktion des Filmmuseums München verfügt über die handgemalten expressiven deutschen Zwischentitel.« (Katalog Int. Stummfilmtage Bonn 2020)

»Man ahnt (bei Veidt) von Anfang an Böses hinter dieser überheizten Energie der mühsam zusammengehaltenen Züge: Es ist, als ob ein wildes Pferd unter der Kandare zuckend stillhielte. Und als der Sturm losbricht, ist es wahrhaftig die tiefe Verstörtheit dessen, der sich verloren hat und nicht mehr finden kann, der sich immer ganz nahe, zum Greifen nahe vor sich sieht und doch nicht mit Händen fassen kann, was aus diesen verstörten Zügen spricht. Es ist seine erste wahrhaft künstlerische Tat seit vielen Jahren.« (Willy Haas, Film-Kurier, Nr. 251, 26.10.1926)

Deutschland 1926 · R: Henrik Galeen · Db: Henrik Galeen, Hanns Heinz Ewers · K: Günther Krampf • Mit Conrad Veidt (Balduin, ein Student), Werner Krauss (Scapinelli, ein Wucherer), Fritz Alberti (Reichsgraf von Schwarzenberg), Agnes Esterhazy (Margit, seine Tochter), Elizza La Porta (Lyduschka, ein Blumenmädchen), Ferdinand von Alten (Freiherr v. Waldis-Schwarzenberg), Erich Kober, Max Maximilian (Studenten) u.a. · stumm · 133′

Mo 30. März • 19:30 Uhr
Am Klavier live begleitet von Richard Siedhoff
Erphokirche, Ostmarkstraße/Kirchstraße, 48145 Münster
Eintritt 22 €, ermäßigt 15 €

Wir empfehlen warme Kleidung und ein Sitzkissen mitzubringen!

Ausstellung 
Von Wahrheit und Lüge

77 künstlerische Statements laden die Besucher*innen dazu ein, ihr Verständnis von Wahrheit und Lüge zu klären, zu hinterfragen und zu erweitern – und sich mit aktuellem Kunstschaffen auseinanderzusetzen.
Weitere Infos

Der Weimarer Komponist und Stummfilmmusiker Richard Siedhoff begleitet seit 2008 mehr als 300 Stummfilme live am Klavier, stützt sich dabei auf Eigenkompositionen, die er mit konzipierten Improvisationen verbindet. Konzertreisen führten in bereits auf zahlreiche internationale Festivals. Darüber hinaus komponiert Siedhoff vermehrt Stummfilmmusiken für Orchester und Kammerensembles. Zahlreiche seiner Einspielungen sind auf DVD und Bluray zu finden. Er ist Hauspianist im Lichthaus Kino Weimar, dessen Stummfilmprogramm er kuratiert und zudem auch als Theatermusiker unterwegs. 2020 erhielt er den 1. Deutschen Stummfilmpreis für seine Rekonstruktion der Originalmusik von Hans Landsberger zum Stummfilm DER GOLEM von 1920.

Düsteres psychologisches Thema, Identitätsverlust und innere Zerrissenheit, Tod (thematisiert)

In Zusammenarbeit mit Initiativkreis Nahost

The 21st Israeli-Palestinian Joint Memorial Day Ceremony

Live-Übertragung

Live-Aufzeichnung von der Veranstaltung 2026

Der israelisch-palästinensische Gedenktag erinnert alle daran, dass Krieg kein vorherbestimmtes Schicksal ist, sondern eine menschliche Entscheidung. Die Zeremonie findet jedes Jahr am Vorabend des Gedenktags Jom haZikaron für die gefallenen israelischen Soldaten und Opfer des Terrorismus statt.

In einer Zeit anhaltender Gewalt und tiefgreifender gesellschaftlicher Spaltung setzt diese Veranstaltung ein starkes Zeichen für Menschlichkeit und Verständigung. Statt nationaler Heldengeschichten steht das gemeinsame Gedenken an alle Opfer im Vordergrund – jenseits von Herkunft oder Religion.

Die Übertragung erfolgt auf Hebräisch und Arabisch mit englischen Untertiteln. Erwartet wird ein bewegender Abend mit persönlichen Geschichten, Musikbeiträgen und einer eindrucksvollen Botschaft: Frieden beginnt mit dem Anerkennen des Schmerzes des anderen.

Die Zeremonie wurde von Buma Inbar – deren Sohn 1995 im Libanon getötet wurde – und anderen Friedensaktivist*innen zusammen mit der Bewegung Combatants for Peace (CFP) ins Leben gerufen. Seit einigen Jahren beteiligt sich auch das Parents Circle Families Forum (PCFF) an der Organisation und Durchführung der Veranstaltung.

Hebräisch und Arabisch mit englischen Untertiteln

Mo 20. April 2026 • 19:00 Uhr im Kleinen Bühnenboden, Schillerstraße 48a

Eintritt frei

Logo Initiativkreis Nahost

Krieg, Tod und Verlust von Angehörigen, persönliche Berichte über Gewalt und Trauer im Kontext des Nahostkonflikts.

Zum bundesweiten Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“
In Kooperation mit dem Begegnungszentrum Meerwiese

Ein Sommer in La Goulette

Drei Religionen, ein Viertel, ein Sommer

EIN SOMMER IN LA GOULETTE spielt im Tunis des Jahres 1967, kurz vor dem Sechstagekrieg. Im Mittelpunkt stehen drei befreundete Familien muslimischen, jüdischen und christlichen Glaubens, die im Hafenviertel La Goulette in engem nachbarschaftlichem Austausch zusammenleben. Erzählt wird die Geschichte vor allem aus der Perspektive ihrer jugendlichen Töchter, die in einem Sommer zwischen Neugier, Selbstbehauptung und gesellschaftlichen Erwartungen erste Erfahrungen mit Liebe und Beziehungen machen.

Mit leiser Komik und nostalgischem Blick zeichnet Férid Boughedir  ein Bild des damals vielfältigen Zusammenlebens, ohne dessen Fragilität auszublenden. Die sich zuspitzende politische Situation macht deutlich, wie internationale Konflikte in das Alltagsleben hineinwirken und letztlich zu tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen führen. Der Film versteht sich als Erinnerung an eine Epoche kultureller Vielfalt und gegenseitiger Nähe, deren Verlust bis heute nachwirkt.

„Ein Film voller Lebensfreude – und ein leidenschaftliches Plädoyer für das Zusammenleben in Vielfalt.“ (Le Monde)

UN ÉTÉ À LA GOULETTE / SAEIF HALQ AL WADI · Tunesien/Frankreich/Belgien 1996 · R: Férid Boughedir · Db: Férid Boughedir, Nouri Bouzid · K: Robert Alazraki • Mit Sonia Mankaï,Ava Cohen-Jonathan, Sarah Pariente, Mustapha Adouani, Amel Hedhili, Guy Nataf · keine Altersfreigabe · arab.OmU · 100′

Do 21. Mai • 19:00 Uhr 
Begegnungszentrum Meerwiese, An der Meerwiese 25, 48157 Münster
Eintritt frei

Sexuelle Themen und Beziehungen, religiöse und kulturelle Spannungen, Konflikte zwischen Familien und Gemeinschaften

Logo Zusammenhalt in Vielfalt

Am 21. Mai 2026 findet zum ersten mal der Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ der Initiative kulturelle Integration (IkI) statt, der ein sichtbares Zeichen für ein respektvolles und solidarisches Miteinander in unserer Gesellschaft setzt. Bundesweit engagieren sich Menschen, Institutionen und Initiativen, um die Werte von Demokratie, Vielfalt und Teilhabe zu stärken. Grundlage sind dabei 15 Thesen für Zusammenhalt in Vielfalt
Der Aktionstag lädt ein, gemeinsam Haltung zu zeigen und Vielfalt als Bereicherung zu erleben. 

Im Rahmen der Rieselfelder Kulturtage

Nomadland

»Das letzte Stückchen Freiheit in Amerika ist ein Parkplatz« Jessica Bruder

Chloé Zhaos Nomadland entwirft ein eindringliches Bild „anverwandelter Räume“ – Orte des Übergangs, der Gemeinschaft und der temporären Zugehörigkeit. Nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch ihrer Heimatstadt lebt Fern (Frances McDormand) in ihrem Van und bewegt sich durch die endlosen Landschaften des amerikanischen Westens. Ihr Zuhause ist nicht mehr an einen festen Ort gebunden, sondern entsteht unterwegs: auf Campingplätzen, in Warenlagern, an Raststätten oder am Lagerfeuer mit anderen Nomaden. Diese Räume sind weder privat noch dauerhaft, sondern gemeinsam genutzt und ständig in Bewegung. Sie verbinden Menschen, die gesellschaftlich oft übersehen werden, und schaffen dennoch Nähe, Solidarität und Austausch. Zhao zeigt die USA als Land der Weite, aber auch der Unsicherheit. Die majestätischen Bilder der Wüste Nevadas, der Badlands oder der Wälder des Nordwestens kontrastieren mit prekären Arbeitsverhältnissen und einem Leben ohne festen Halt. Fern entscheidet sich bewusst gegen die Rückkehr in ein konventionelles Leben. Stattdessen findet sie in der mobilen Gemeinschaft der modernen Nomaden eine neue Form von Heimat. Die Straße wird zu einem sozialen Raum, in dem Begegnungen wichtiger sind als Besitz. Nomadland erzählt damit nicht nur von Verlust und Einsamkeit, sondern auch von Freiheit, Würde und der Möglichkeit, sich Räume anzueignen, die außerhalb gesellschaftlicher Normen liegen. Zhao verbindet dokumentarische Authentizität mit poetischer Bildsprache und schafft so ein berührendes Roadmovie über Menschen, die zwischen Aufbruch und Ankommen leben.

USA 2020 · R: Chloé Zhao · Db: Chloé Zhao • Mit Frances Mc Dormand, David Strathairn, Linda May u.a. · ab 0 J. · dF · 108′

 Fr 21. August • 21:00 Uhr
Ort: open air auf dem Rieselfeldhof (bei schlechtem Wetter drinnen)
Coermühle 100, 48157 Münster
Eintritt frei · Spenden erwünscht

Trauer und Verlust, prekäre Lebensverhältnisse, Einsamkeit und existenzielle Unsicherheit.

Foto Rieselfelder Kulturtage

Die Rieselfelder Kulturtage sind ein kleines, unabhängiges Kulturfestival in den Rieselfeldern von Münster. Vom 20. bis 23. August 2026 findet die Veranstaltung bereits zum elften Mal am rekonstruierten Rieselwärterhäuschen nahe des Heidekrugs statt. Unter dem Titelthema „Anverwandelte Räume“ erwartet die Besucher*innen ein vielfältiges Programm mit Lesungen, Musik, Kunst und wissenschaftlichen Impulsen. Im Mittelpunkt steht die Literatur, ergänzt durch Beiträge aus den Bereichen Geschichtswissenschaft, Tonfunk und Ornithologie.

Jahr für Jahr verwandelt sich das Rieselwärterhäuschen im Spätsommer in ein „Rieselwörterhäuschen“, in dem Kultur und Natur auf besondere Weise miteinander in Dialog treten. Zu den Höhepunkten 2026 zählt die konzertante Aufführung „Ohne dich (schlaf ich heut Nacht nicht ein)“ mit Julia von Sell, Thomas Thieme und Arthur Thieme, die Heinrich von Kleists Liebesbriefe mit Schlagermusik verbindet.

Eine Liebe für den Frieden

Bertha von Suttner und Alfred Nobel

Zwei Wochen arbeitet Bertha als Alfred Nobels Privatsekretärin in Paris. Eine Begegnung, die prägend für die beiden außergewöhnlichen Persönlichkeiten ist. Alfred Nobel ist unsterblich in Bertha verliebt, doch obwohl auch sie von dem exzentrischen Erfinder fasziniert ist, entscheidet sie sich für den sieben Jahre jüngeren Arthur von Suttner. Das Paar reist in den Kaukasus und erlebt den russisch-türkischen Krieg. In dieser Zeit führen Bertha und Alfred einen intensiven Briefwechsel, in dem Bertha ihr Entsetzen über die Grausamkeiten des Krieges zum Ausdruck bringt. Zurück in Österreich verarbeitet sie ihre Erlebnisse in ihrem ersten Roman „Die Waffen nieder“ – ein eindrucksvolles Plädoyer für den Frieden aus Sicht einer Frau. Die Publikation beschert ihr den internationalen Durchbruch. Gleichzeitig zieht es sie immer mehr zu Alfred. Die „Botschafterin für den Frieden“ und der Erfinder des Dynamits beeinflussen sich lebenslang gegenseitig in ihren Ansichten und Überzeugungen. Bertha von Suttners unermüdlicher Kampf für den Frieden inspiriert Alfred Nobel zu einem außergewöhnlichen Testament: Dem Nobelpreis, dessen Preisgelder bis heute aus seinem Vermögen bestritten werden.

Deutschland/Österreich 2014 · R: Urs Egger · Db: Rainer Berg · K: Thomas Kiennast • Mit Birgit Minichmayr, Sebastian Koch, Philipp Hochmair, Yohanna Schwertfeger u.a. · 89′ ·  DVD-Projektion

Di 8. September • 18:00 Uhr
Cinema, kleiner Saal

Eintritt frei

Krieg, Kriegsgewalt, Verletzungen, Tod, Trauer, Diskriminierung von Frauen.

Alternativer Westfälischer Friedenspreis 2026

Fr 25. September 2026
14–18 Uhr: Friedens- und Kulturfest auf dem Domplatz
18 Uhr: Preisverleihung an Connection e. V. im Historischen Rathaus