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Queer Monday

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Jeden 2. Montag im Montag präsentieren wir als Queer Monday, teilweise in Zusammenarbeit mit dem Cinema, Vorpremieren und aktuelle Filme, die es meistens nicht ins reguläre Kinoprogramm schaffen.

Zusätzlich stellen wir auch thematische Reihen zusammen.

Invisible: Gay Women in Southern Music

Queere Musiker*innen aus Nashville berichten über Homophobie, Rückschläge und Erfolge

»Über eine Frau zu schreiben, die in eine Frau verliebt ist, das ist für mich ganz natürlich. Aus dem Herzen zu schreiben und von meinen Wahrheiten zu erzählen, das sind die Worte, die die größte Wirkung haben.« Das sagt die Musikerin Ruthie Foster in der Doku INVISIBLE: GAY WOMEN IN SOUTHERN MUSIC von T.J. Parsell. In dem Film kommen ein trans Musiker und viele lesbische Musikerinnen zu Wort. Fast alle haben eine ähnliche Geschichte: Aufgewachsen in streng religiösen Elternhäusern, in der Strafe eine wichtige Rolle spielte und Homosexuelle das Werk des Teufels tun, war Musik die einzige Zuflucht.

Und alle sind ihren Weg gegangen, einige als Musikerinnen, die meisten aber als Songwriterinnen, da klar war, dass sie als Lesben niemals Country-Musik machen könnten. Sie schrieben Nummer-Eins-Hits und wurden abserviert, als ihr Lesbischsein publik wurde. Starke Depressionen waren die Folge – aber alle konnten die Krisen mit neuer Kraft und neuem Mut bewältigen.

Im Film berichtet auch Cidny Bullens, der als Cindy Bullens Karriere machte und eine Zeit lang mit Elton John zusammen war. Er war 61, als er mit der Angleichung begann. „Mein heutiges Leben ist ein Wunder. Ich finde es erstaunlich, dass ich im selben Leben Ehefrau und Ehemann sein konnte,“ so Bullens.

Bei den Queerstreifen 2022 erhielt der Film die Bestnote 1,1!

USA 2021 · R & Db: T.J. Parsell · K: Sandra Chandler und Eythan Maidhof • Mit: Dianne Davidson, Bonnie Baker, Cidny Bullins, Ruthie Foster, Chely Wright, Mary Gauthier, Cheryl Wheeler u.a. · engl.OmU · 107‘ · Website von der Produktionsfirma und dem Regisseur
Mo 13. Februar 2023 • 20:45 Uhr im Cinema
Plakat Invisible: Gay Women in Southern Music
Archiv

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Concerned Citizen

Eine fein strukturierte sozialkritische Parabel über unhinterfragte Privilegien und tief sitzende Vorurteile (queer.de)

Ben hält sich für einen liberalen schwulen Mann. Er hat einen gut bezahlten Job und wohnt mit seinem Partner Raz in einem schicken Apartment in einem migrantisch geprägten Stadtteil Tel Avivs. Zum Glück fehlt dem Paar nur noch ein Kind. Um ihre Wohngegend zu verschönern, pflanzt Ben einen Baum auf der anderen Straßenseite. Doch seine gut gemeinte Tat löst eine Kette von Ereignissen aus, an deren Ende ein Geflüchteter aus Eritrea brutal von Polizisten zusammengeschlagen wird. Bens Bild von sich selbst, seiner Beziehung, ja der ganzen Gesellschaft gerät aus den Fugen.

Mit bitterbösem Humor zeichnet Regisseur Idan Haguel eine satirische Parabel über das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung, unhinterfragte Privilegien und tief sitzende Vorurteile.

»Wir wollten eine queere Geschichte aus einem anderen Sichtwinkel erzählen. Es geht nicht notwendig um Liebe oder das Coming-Out, sondern um eine Welt, in der sich schwule Personen – denen sehr oft eine Opferrolle zugeschrieben wird – zu Tätern entwickeln.« (Idan Hague)

Israel 2022 · R & Db: Idan Haguel · K: Guy Sahaf • Mit Shlomi Bertonov, Ariel Wolf u.a. · ab 12 J. · hebrä.OmU · 82′
Mo 9. Januar 2023 • 20:45 Uhr im Cinema
Plakat Concerned Citizen

Neptune Frost

Ein queeres, afrofuturistisches SciFi-Musical

NEPTUNE FROST spielt in den Hügeln von Burundi, wo eine Gruppe entkommener Coltan-Bergleute ein antikolonialistisches Hacker-Kollektiv bilden. Von einer überirdisch wirkenden Elektroschrott-Müllhalde aus versuchen sie, das autoritäre Regime zu stürzen, das die natürlichen Ressourcen der Region – und deren Menschen – ausbeutet. Als eine intersexuelle Ausreißerin und ein entkommener Coltan-Bergarbeiter durch kosmische Kräfte zueinander finden, löst ihre Verbindung Störungen im größeren übermenschlichen Kreislauf aus.

»Liquid fluktuierend zwischen den Zuständen des Seins – männlich und weiblich, kolonisiert und frei, Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Wachzustand – ist NEPTUNE FROST ein wiederbelebender und empowernder Download direkt auf die Großhirnrinde. … Der vielseitige, multidisziplinäre Künstler Saul Williams bringt seine einzigartige Dynamik in diese afrofuturistischen Vision eines queeren Sci-Fi-Punk-Musicals ein.« (Verleih)

Ruanda/USA 2021 · R: Anisia Uzeyman, Saul Williams · Db: Saul Williams · K: Anisia Uzeyman • Mit Cheryl Isheja, Bertrand Ninteretse „Kaya Free“, Eliane Umuhire u.a. · ru-and./kirundi/swahili./franz./engl.OmU · 105′
Mo 19. Dezember 2022 • 20:45 Uhr im Cinema
Plakat Neptune Frost

Die leo:16
ist ein Kultur- und Kneipenkollektiv, direkt am Hauptbahnhof. Das Kollektiv überzeugt durch günstige Getränke, innovative und spontane Lösungsfindung bei Getränkeengpass und dem wohl nettestem Thekenpersonal weit und breit (hört man sich sagen). Seit fast sieben Jahren versucht das Kollektiv einen Raum in Münster zu gestalten, der Gelegenheit bietet für Bildung, Kunst und Kultur, Begegnung, Vernetzung und Austausch jenseits von Konsumzwang und Konkurrenz. Neben der Kneipe und den Veranstaltungen, soll dieser Raum zugleich ein Ort sein, an dem wir von und miteinander lernen können, der aber auch Rückzug und Empowerment bietet, gegen die Diskriminierungen denen einige von uns im Alltag ausgesetzt sind.

Die Themen und Kämpfe für eine gerechtere Gesellschaft, die sich hier verbinden, sind so vielfältig, wie unsere Gruppe: Teile von uns sind von Rassismus, Sexismus, Queer- und/oder Transfeindlichkeit betroffen. Wir wollen verschiedene Personen und Akteur*innen der Stadt, die zu diesen Themen arbeiten, zusammenbringen und Synergien schaffen.

Kommt in der Herwarthstraße 7 vorbei und macht euch selbst ein Bild.

Google Bewertung sagt: »Einfach nur geil«.

So Damn Easy Going

Voller Witz und Empathie erzählt die Dramedy von einem Mädchen, das ihr Leben in den Griff bekommen möchte

In Joanas Kopf dreht eine Achtbahnfahrt wilde Loopings, alles ist ständig in Bewegung. Medizinisch gesagt: Sie hat ADHS. Kurzfristig helfen unverbindlicher Sex mit ihrem Mitschüler Matheus, Schwimmen im Pool und vor allem ihre Medikamente. Doch als die ausgehen und ihr arbeitsloser Vater auch nicht helfen kann, muss Joana kreativ werden, um selbst an Geld zu kommen. Mitten im Chaos steht plötzlich eine neue Klassenkameradin vor ihr, die coole und selbstbewusste Audrey. Und Joana hat nicht mehr nur blitzende Gedanken, sondern auch ein wild pochendes Herz.

In seinem Film lässt uns der schwedische Regisseur Christoffer Sandler mit viel Humor und leuchtenden Bildern in die besondere Erfahrungswelt seiner Hauptfigur eintauchen. SO DAMN EASY GOING erzählt von einer ersten Liebe, bei der mit größter Intensivität auf einen Schlag alles zur Ruhe kommt.

Ein bittersüßer romantischer Coming-of-Age-Film, ausgezeichnet mit dem QueerScope-Debütfilmpreis 2022.

SÅ JÄVLA EASY GOING · Norwegen/Schweden 2022 · R & Db: Christoffer Sandler · K: Nea Asphäll • Mit Tuva Albino, Emil Algpeus, Mats Blomgren u.a. · ab 12 J. · schwed.OmU · 91′

Mo 12. Dezember 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Plakat So Damn Easy Going

Wet Sand

»Eine erfrischende und zugleich melancholische Hymne an die Vielfalt.« (Cineuropa

Ein Dorf am georgischen Schwarzen Meer mit freundlichen Menschen, die glauben, sich zu kennen. Eines Tages wird Eliko erhängt aufgefunden, und seine Enkelin Moe wird gerufen, die Beerdigung zu organisieren. Sie stößt auf ein Netz von Lügen, doch das Stillschweigen wird gebrochen, und sie erfährt die tragischen Hintergründe von Elikos verborgenem Liebesleben mit Amnon in den letzten 22 Jahren.
 
WET SAND von Elene Naveriani ist eine Hommage auf alle Vergessenen, ein Kampf gegen die Engstirnigkeit und ein Akt der Ermächtigung für Generationen von Menschen, deren Identität unterdrückt wurde. Der Film gibt ihnen den Raum für eine eigene Geschichte und die Möglichkeit einer Zukunft.

Elene Naveriani (Regie & Co-Buch), geboren 1985 in Tiflis, Georgien, studierte von 2003 bis 2007 Malerei an der State Academy of Art in Tiflis. Naveriani erzählt Geschichten, die von der Gesellschaft vergessen und unterdrückt werden. Naveriani identifiziert sich als genderfluid und bevorzugt es, mit dem nicht-binären Pronomen „they“ bezeichnet zu werden. Naveriani arbeitet in Tiflis und wohnt in Bern.

Georgien/Schweiz 2021 · R: Elene Naveriani · Db: Sandro Naveriani, Elene Naveriani · K: Agnesh Pakozdi • Mit Bebe Sesitashvili, Gia Agumava, Megi Kobaladze, Giorgi Tsereteli u.a. · georg.OmU · 115′

Mo 14. November 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Plakat Wet Sand

The Schoolmaster Games

Stell dir vor, du bist in einer High-School und alle Mitschüler sind schwul

An der St Sebastian Akademie sind alle schwul – und in heller Aufregung. Denn der jährliche Festzug steht bevor. Das Vorsingen droht Nerven und Freundschaften zu verschlingen. Doch das eingeschworene Jungs-Quartett Tim, Fred, Paul und Noak stellt sich unerschrocken den Herausforderungen. Derweil kommt die geheime BDSM-Affäre zwischen dem strengen Schuldirektor und seinem hyperattraktiven Schüler Charles zu einem abrupten Ende, als eine mysteriöse Nachricht den Lehrer in eine Existenzkrise stürzt.
 
Ränkespiele und feurige Begierden, großes Drama voller Sex und Gesang – an einem Ort, an dem auch Jean Cocteau gern die Schulbank gedrückt hätte: In ihrem vor Originalität sprühenden Langfilmdebüt „The Schoolmaster Games“ erzählt die schwedische Regisseurin Ylva Forner auf Basis des gleichnamigen Romans vom Kristofer Folkhammar vom Verlangen nach Aufmerksamkeit und vom Mut zur Liebe.

»Ylva Forner entwirft eine knallbunte schwule Utopie, in der sie mit Klischees liebevoll spielt und Raum gibt für alles, was das schwule cineastische Herz begehrt.« (Queergestreift Konstanz)

Schweden 2022 · R: Ylva Forner · Db: Ylva Forner, Kristofer Folkhammar · K: Adam Nilsson • Mit Johan Ehn, Johan Charles, Nino Forss, Christian Arnold u.a. · schwed.OmU · 82′

Mo 10. Oktober 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Plakat The Schoolmaster Games

Der Schwimmer

»Zu den queeren Film-Highlights in diesem Jahr gehört „Der Schwimmer“ von Adam Kalderon.« (queer.de)

Erez will das Ticket für Olympia! Aber dafür muss sich der ehrgeizige Nachwuchsstar erst noch beim Vorentscheid durchsetzen, der vom israelischen Schwimmverband in einem abgelegenen Trainingscamp veranstaltet wird. Die Konkurrenz in hautengen Speedos ist hart. Doch die schwerste Prüfung stellt sein bildhübscher Mitbewerber Nevo dar, in den sich Erez gegen alle Warnungen mit Haut und Haar verliebt.

Adam Kalderons hochsommerliches Sportdrama geizt nicht mit halbnackten Tatsachen und einer reizvollen Spannungskurve, stellt im Kern aber auch die entscheidende Frage, was im Leben mehr zählt: professioneller Erfolg oder die große Liebe? (Verleih)
»Kalderon bietet eine starke Darstellung von Vorurteilen und Einsamkeit und zieht alle Register für ein bezauberndes Finale, das Sie mit Sicherheit zum Jubeln bringen wird.« (Josh Winning in Radio Times) Jerusalem Film Festival 2021: Best Actor Award

THE SWIMMER · Israel 2021 · R & Db: Adam Kalderon · K: Ofer Inov • Mit Omer Perelman, Asaf Jonas, Ofek Cohen, Roy Reshef, Gal Reznik u.a. · ab 16 J. · hebrä.OmU · 84′

Mo 12. September 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Plakat Der Schwimmer

Benjamin

Eine bittersüße Komödie um einen aufstrebenden Filmemacher: Liebe oder Karriere – und das mit oder ohne Mönch?

Der aus Irland stammende Benjamin lebt in London und bastelt an seinem ersten Langfilm. Für sein Kurzfilmdebüt wurde er immerhin prämiert – allerdings ist das schon Jahre her. Und nun hat er die 30 längst überschritten und Zweifel befallen ihn immer wieder. Zum Beispiel, ob der Mönch in dem neuen Film, in dem er seine Beziehungsunfähigkeit verarbeitet, rein sollte oder lieber nicht. Sein bester Freund ist ein Stand-up-Comedian. Der bekommt ab und zu einen Auftritt und trifft auch den Nerv der Leute – allerdings anders als erhofft.
 
Am Abend vor der Filmpremiere lernt Benjamin den jungen, französischen Musiker Noah kennen. Dieser ist locker, offen und optimistisch – kurz: das Gegenteil von Benjamin. Der ist erst glücklich und fasziniert, aber dann kommen wieder diese Zweifel …
 
Der aus einer jüdischen Familie in London stammende Simon Amstell verarbeitet in dem Film viel Biografisches. Er war selbst lange Comedian und arbeitet als Fernsehmoderator und Schauspieler.

Großbritannien 2018 · R & Db: Simon Amstell · K: David Pimm • Mit Gabe Gilmour, Jack Rowan, Colin Morgan u.a. · ab 12 J. · engl.OmU · 85′

Do 18. August 2022 • 20:00 Uhr (Filmstart gegen 21:00 Uhr) als Hawerkamp-Openair

Plakat Benjamin

Ma Belle, My Beauty

Ein überraschendes Wiedersehen in Südfrankreich entfacht Leidenschaften und Eifersüchteleien zwischen zwei ehemals polyamourösen Liebhaberinnen

Lane liebte Bertie, Bertie liebte Lane – und auch Fred. In New Orleans führten sie einst eine Dreierbeziehung, bis die irgendwann nicht mehr funktionierte und Lane aus dem gemeinsamen Leben verschwand. Zwei Jahre später haben Bertie und Fred geheiratet und sind zusammen nach Südfrankreich gezogen. Um die Sängerin Bertie aus ihrer Kreativkrise zu retten, holt Fred Lane zurück. Doch kaum überraschend bringt das den Alltag des Paars gehörig durcheinander.
 
Vor dem Hintergrund einer sommerlichen Kleinstadtidylle erzählt Marion Hill von einem emotionalen Wiedersehen, das alte Wunden aufreißt und neue Fragen aufwirft. Ein fein beobachteter und gespielter Film über die Herausforderungen, aber auch die besondere Schönheit des polyamourösen Begehrens. »MA BELLE, MY BEAUTY ist eine nuancierte und schmerzhafte Erforschung der Komplexität der Liebe vor den sonnenüberfluteten und weingetränkten Weinbergen Südfrankreichs. Der Film nimmt die Zuschauenden mit auf eine Reise, die sie so schnell nicht vergessen werden.« (Good Deed Entertainment)

USA 2021 · R: Marion Hill · Db: Marion Hill · K: Lauren Guiteras • Mit Idella Johnson, Hannah Pepper, Lucien Guignard, Sivan Noam Shimon u.a. · ab 0 J. · franz./engl.OmU · 93′

Mo 8. August 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Plakat Ma Belle, My Beauty

Moneyboys

Meisterhaft fotografiertes und gespieltes Spielfilmdebüt um Schwulsein und Sexarbeit in China

Der junge Fei lebt in einer chinesischen Großstadt und verdient sein Geld als „Moneyboy“, als illegaler Sexarbeiter, um seine Familie auf dem Land zu unterstützen. Seine Verwandten akzeptieren zwar sein Geld, nicht aber seine Homosexualität. Fei beschließt, sein Leben neu zu ordnen, sich zur Liebe zu bekennen und Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst und für seinen neuen Geliebten Long. Doch die Vergangenheit als „Moneyboy“ ist nicht so einfach abzustreifen …

C.B. Yi (Regie & Buch), wuchs in einem chinesischen Fischerdorf auf der Insel Yuhuan auf und emigrierte mit 13 Jahren nach Österreich. In Wien studierte er bei Christian Berger und Michael Haneke an der Filmakademie. Während eines Austauschprogramms in Peking schloss er Freundschaft mit einigen Mitstudenten, die ihren Lebensunterhalt mit Prostitution verdienten. Fasziniert von ihren Geschichten, dem Doppelleben, das sie aufgrund finanzieller Not gezwungen waren zu führen, dem immanenten Konflikt mit gesellschaftlichen Moralvorstellungen und dem riskanten Unterfangen, ein in China illegales Gewerbe zu betreiben, beschloss C. B. Yi, das Drehbuch für seinen ersten Spielfilm diesem Thema zu widmen. MONEYBOYS erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. der Max Ophüls Preis 2022 für den Besten Spielfilm.

 

Österreich/Belgien/Taiwan/Frankreich 2021 · R & Db: C.B. Yi · K: Jean-Louis Vialard • Mit Kai Ko, Chloe Maayan, Yufan Bai, JC Lin u.a. · ab 12 J. · mand.OmU · 120′

Mo 11. Juli 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Plakat Moneyboys

Freak Orlando

Queeres Welttheater: Reisen durch Raum, Zeit und Geschlecht
An Virginia Woolfs Roman „Orlando. Die Geschichte eines Lebens“ (1928) und Todd Brownings Filmklassiker „Freaks“ (US 1932) angelehnter, experimenteller Spielfilm. In fünf Episoden sieht man die Hauptfigur, den „Freak“ Orlando Zyklopa, in fünf Epochen der Geschichte: in der Antike, im Mittelalter, im 18. Jahrhundert, um 1900 und im späten 20. Jahrhundert. Wie die Romanfigur kann Orlando sein Gesicht wechseln, nach dem Tod wiedergeboren werden und in verschiedenen Jahrhunderten leben, ohne merklich zu altern.
 
»Das Werk von Ulrike Ottinger ist bis heute eine Ausnahmeerscheinung im deutschen Kino. Ihre in den 1970er und 1980er Jahren entstandenen Spielfilme waren damals schon „queer“ im besten Sinne: nicht nur in ihrer Motivik, sondern auch in ihrem unbändigen Formenreichtum über Gattungsgrenzen und Erzählkonventionen hinweg. … Seine üppigen Arrangements in bizarren Stadt- und Industrielandschaften bergen Irritation und Abgründigkeit, stets aber auch Komik. Ob Eddie Constantine als stürzender Säulenheiliger mit Neon-Herz, die heilige Bartfrau Wilgeforte am Kreuz oder der narzisstische Hermaphrodit über seinem Spiegelbild inmitten einer Kohlegrube: Die ebenso verspielten wie auratischen Bilder von FREAK ORLANDO bleiben eingeschrieben in die Filmgeschichte und in die Köpfe derer, die ihn sehen.« (Natalie Lettenewitsch
Deutschland 1981 · R, Db & K: Ulrike Ottinger • Mit Magdalena Montezuma, Delphine Seyrig, Galli Müller, Eddie Constantine, Else Nabu u.a. · ab 16 J. · 126′

Mo 13. Juni 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Plakat Freak Orlando
Ulrike Ottinger zum Geburtstag
Ulrike Ottinger feierte am 6. Juni 2022 ihren 80. Geburtstag. Mit dieser kleinen Filmreihe wollten wir das einzigartige Schaffen dieser großartigen Filmemacherin, Fotografin und Autorin würdigen.
Schon als wir 1991-1997 in der Achtermannstraße das cuba-kino machten, war sie eine unserer Lieblingsregisseur*innen. Zum einen ist sie handwerklich brillant – in der Regel war sie für Buch, Regie, Kamera und Ausstattung verantwortlich. Zum anderen waren ihre Filme von Beginn an immer queer – wie wir heute sagen würden.
 
Alle Filme stehen hier.

Im Stillen laut

Ein Film über Liebe im Alter, Autonomie, DDR & Kunst. Erika und Tine, über 80, stellen mit ihrer Neugier und Offenheit alles in Frage

„Die entscheidende Frage ist doch, wofür möchte ich frei sein? Was genau soll denn anders werden?“ Erika und Tine, 81, und seit 40 Jahren ein Paar, schauen auf ein bewegtes Stück Geschichte zurück. Der Film macht nicht in der Vergangenheit halt, sondern blickt mit Erika und Tine in die Zukunft: Was vermag Kunst in gesellschaftspolitisch herausfordernden Zeiten? Wie kann man sich, der Kunst und seinen Idealen treu bleiben? Welchen Sinn kann Kunst schaffen für das große Ganze und für jede/n von uns individuell?

IM STILLEN LAUT stellt bewusst die subjektiven Erfahrungen der zwei Frauen in den Fokus, fragt nach ihren Strategien, als Künstlerinnen den Alltag in einem autoritären Regime zu bestreiten, und nach ihrem Umgang mit der alles verändernden Wende. Ihre Widersprüche, Visionen und Erinnerungen verdichten sich zu einem komplexeren Bild ost-deutscher Erfahrung. Einem Bild, das sich nicht in die üblichen Widerstands- oder Propagandanarrative einfügen lässt, sondern, wie seine Protagonistinnen, widerspenstig bleibt.

Deutschland 2019 · R & Db: Therese Koppe · K: Annegret Sachse · ab 0 J. · 74′

Mo 9. Mai 2022 • 18:30 Uhr im Cinema (kleiner Saal)
 
Plakat Im Stillen laut

Ich bin meine eigene Frau

Die fast unglaubliche Lebensgeschichte eines warmherzigen, sanftmütigen Menschen, einer couragierten Außenseiterin, einer ewigen Kämpferin

Rosa von Praunheims Porträt von Charlotte von Mahlsdorf erzählt in einer Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm auch die Geschichte deutscher trans Menschen zwischen Jahrhundertwende und Mauerfall: 1928 als Junge geboren, wächst Charlotte in der Zeit des Nationalsozialismus auf, findet Verständnis nur bei der lesbischen Tante. Der Vater ist ein herrischer, gewalttätiger Mann, und als er die ganze Familie bedroht, erschlägt Charlotte ihn. Sie kommt in die Psychiatrie, ins Jugendgefängnis, und entkommt kurz vor Kriegsende einem Erschießungskommando der SS. Nach dem Krieg restauriert sie ein Schloss, errichtet in Mahlsdorf, einem Vorort Berlins, das einzige Privatmuseum der DDR, das ganz im Stil der Gründerzeit eingerichtet ist.

Als einziger bekannte trans Mensch der DDR wird sie auch dort schikaniert und bleibt selbst im wiedervereinten Deutschland, wo ihr das Bundesverdienstkreuz verliehen wird, eine Außenseiterin. 1997 wird bekannt, dass sie Anfang der 70er Jahre für die Stasi gearbeitet hatte. Sie habe aber nur etwas von amerikanischen Soldaten erzählt. „Mehr nicht“, so „Lottchen“ gegenüber der taz.

Deutschland 1992 · R & Db: Rosa von Praunheim · K: Lorenz Haarmann • Mit Charlotte von Mahlsdorf, Jens Taschner, Ichgola Androgyn, Robert Dietl, Heiner Carow, Tima die Göttliche, Ovo Maltine u.a. · ab 12 J. · 94′

Mi 2. Mai 2022 • 18:30 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Verzaubert

Lebensläufe von Homosexuellen aus einer Zeit, als sie sich noch nicht lesbisch oder schwul nannten, sondern „verzaubert“
Regisseurin Dorothée von Diepenbroick ist anwesend!

13 Männer und Frauen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren geben Auskunft darüber, wie sie Nationalsozialismus, Krieg und Nachkriegszeit in Hamburg erlebten. Sie erzählen von ersten heimlichen Romanzen, Vorladungen durch Sittenpolizei und Gestapo, Tarn-Ehen, Rosa Winkel, über Verfolgung und Vernichtung, über Subkultur und über ihren Alltag. Zum Beispiel Edith, die gemeinsam mit ihrer Freundin 38 Jahre lang ein Kaffee- und Konfitürengeschäft geführt hat. Oder Rudolf, der seine glücklichste Zeit erlebte, als er beim Fronttheater im Zweiten Weltkrieg Frauenrollen spielen durfte. In den Interviews wird nicht versucht, ein bisher „vergessenes“ Kapitel der Geschichtsschreibung nachzuliefern, sondern Schwule und Lesben mit ihren unterschiedlichen Lebenserfahrungen und -geschichten selbst zu Wort kommen zu lassen.

VERZAUBERT war der erste Film über Schwule und Lesben im Deutschland der NS-Zeit in der frühen Bundesrepublik. Auch 30 Jahre später ist das dokumentarische Porträt noch genauso mitreißend wie zur Zeit seiner Entstehung.

Deutschland 1992 · R & Db: Dorothée von Diepenbroick, Jörg Föckele, Jens Golombek, Dirk Hauska, Sylke Jehna · K: Vera von Wilcken · ab 0 J. · 92′

Mo 11. April 2022 • 18:30 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Das Ende des Schweigens

Die Frankfurter Homosexuellenprozesse 1950/1951 stürzten viele Männer ins Unglück

Als der 17-jährige Strichjunge Otto Blankenstein im Sommer 1950 von der Polizei in Frankfurt am Main aufgegriffen wird, findet sie bei ihm ein Notizbuch mit den Namen seiner Kunden. In den darauffolgenden zehn Monaten wird gegen mehr als 200 homosexuelle und bisexuelle Männer ermittelt, rund 100 werden verhaftet, quer durch alle Schichten, vom Arbeiter bis zum Arzt. Blankenstein entfacht damit eine der größten Verfolgungen einer Minderheit in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg: Die Frankfurter Homosexuellenprozesse 1950/1951 stürzen hunderte Männer ins Unglück. Sie tragen dazu bei, dass der § 175 in den Jahrzehnten danach wieder als Instrument zur Verfolgung Homosexueller eingesetzt wird.

»Verdienstvoll ist […], dass der Film an die seinerzeit spektakulären und heute vergessenen Homosexuellenprozesse von 1950/51 erinnert und einem der Hauptbetroffenen, der nie finanziell entschädigt wurde, ein überfälliges Denkmal setzt.« (Tom Zwicker, Strandgut)

»Ebenso wichtig ist die Erkenntnis, dass sämtliche Freiheiten, die heute bestehen, hart erkämpft sind und viele Opfer forderten. Daran zu erinnern kann sich DAS ENDE DES SCHWEIGENS als Verdienst anrechnen; der Filmtitel sollte von uns allen als Appell begriffen und umgesetzt werden.« (kino-zeit.de)

Deutschland 2020 · R: van-Tien Hoang · Db: van-Tien Hoang, Holger Heckmann · K: Tim Lota · ab 12 J. · 82′

Mo 4. April 2022 • 18:30 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Plakat Das Ende des Schweigens

Loving Highsmith

Vitijas vielschichtige Liebesbiografie führt uns in ein Reich der Sehnsüchte und Obsessionen …

Mit Romanen wie „Zwei Fremde im Zug“ und „Der talentierte Mr. Ripley“ schafft Patricia Highsmith Weltliteratur. Die Verfilmungen erreichen ein riesiges Publikum. Ihr Privatleben hält die Meisterin des psychologischen Thrillers derweil zeitlebens vor der Öffentlichkeit verborgen. Dass sie lesbisch ist, weiß nicht einmal ihre Familie in Texas. Ihren lesbischen Liebesroman „Salz und sein Preis“/„Carol“ kann sie 1952 nur unter Pseudonym herausbringen. Über ihr eigenes, bewegtes Liebesleben schreibt sie in ihren Tage- und Notizbüchern. Diese werden erst nach ihrem Tod in einem Wäscheschrank in ihrem Haus im Schweizer Tessin entdeckt.

Auf Basis dieser Aufzeichnungen, die im Herbst 2021 zum 100. Geburtstag der Autorin zum ersten Mal veröffentlicht wurden, erzählt Regisseurin Eva Vitija von Highsmiths Lieben und Leidenschaften. Passagen aus den Büchern, die von Maren Kroymann gelesen werden, stehen neben Interviews mit früheren Freundinnen und Highsmiths Familie sowie Szenen aus den weltberühmten Verfilmungen ihrer Romane.

Deutschland/Schweiz 2022 · R& Db: Eva Vitija · K: Siri Klug · ab 12 J. · 84′
Mo 21. März 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)
 
Plakat Loving Highsmith

Cicada

Frisch verliebt in New York

Ben ist „back on the dick“: Nach einer Reihe gescheiterter Beziehungsversuche mit Frauen hat der New Yorker Gelegenheitsjobber endlich wieder Sex mit Männern. Die Anbahnungen laufen zunächst eher random ab, online oder in Clubs. Doch dann begegnet er vor einem hippen Buchladen dem Datentechniker Sam und flirtet ihn erfolgreich mit Nietzsche an. Doch Ben und Sam tragen beide Wunden mit sich herum, die noch nicht verheilt sind.

Matthew Fifer und Kieran Mulcare betten ihre schwule Liebes­geschichte in den faszinierenden queeren Kosmos New Yorks zwischen Clubbing, Kulturevents und sexueller Intimität ein. In dem sehr persönlichen Film erzählen sie von zwei jungen Männern, die füreinander ihre inneren Mauern fallen lassen und dahinter Schönheit entdecken.

»Ich war es leid, dieselbe Missbrauchsgeschichte wieder und wieder erzählt zu sehen – Traumatisierung um der Dramaturgie willen, Schmerz ohne Leichtigkeit, Filmemacher, die Erfahrungen vermittelten, die sie nicht selbst gemacht hatten – kollektive Traumatisierungen. Tatsächlich ist eins von drei Mädchen und einer von fünf Jungen sexuell missbraucht worden, bevor sie das Alter von achtzehn Jahren erreichten.« (Matthew Fifer)

USA 2020 · R: Matthew Fifer, Kieran Mulcare · Db: Matthew Fifer · K: Eric Schleicher • Mit Matthew Fifer, Sheldon D. Brown, Sandra Bauleo u.a. · ab 16 J. · engl.OmU · 96′
Mo 14. Februar 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)
 
Plakat Cicada

Boy Meets Boy

Eine echte queere Berliner Indie-Perle!

Ein Club in Berlin. Harry feiert schon seit 48 Stunden. Am nächsten Tag muss er zurück nach Großbritannien. Da steht plötzlich Johannes vor ihm und küsst ihn in der verschwitzten Euphorie der Tanzfläche. Die nächsten 15 Stunden sind die beiden unzertrennlich. Sie streifen durch die Straßen, reden, knutschen, trinken Kaffee und plündern ein Hotel-Buffet. Je länger sie zusammen sind, desto intensiver wird ihre Beziehung – und umso schmerzlicher das Bewusstsein, dass ihnen dafür nicht mehr viel Zeit bleibt.

Das Spielfilmdebüt des spanischen Regisseurs Daniel Sánchez López steht in der besten Tradition des realistischen Liebesdramas: gefilmt an Originalschauplätzen mit zum Teil improvisierten Dialogen und zwei hinreißenden Neuentdeckungen – Matthew James Morrison und Alexandros Koutsoulis.

Deutschland 2020 · R: Daniel Sánchez López · Db: Hannah Renton, Daniel Sánchez López · K: Hannah Marie Biørnstad, Bjoern Hahn • Mit Alexis Koutsoulis, Mathew Morrison u.a. · ab 12 J. · engl./dt.OmU · 75′ 
Mo 10. Januar 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)
 
Plakat Boy Meets Boy

Weekend

Zum 10-jährigen Geburtstag kehrt der Schlüsselfilm des New Wave Queer Cinema auf die große Leinwand zurück

WEEKEND hat mit seiner tief empfundenen Romantik und seiner ehrlichen Darstellung von schwuler Lebenswirklichkeit bereits eine ganze Generation queerer Zuschauer*innen verzaubert. Zum 10-jährigen Geburtstag kehrt der Schlüsselfilm des New Wave Queer Cinema auf die große Leinwand zurück!
 
Freitagabend in England. Nach einer Dinnerparty bei seinen Hetero-Freunden zieht Russell reichlich betrunken allein in eine Schwulenbar weiter. Am nächsten Morgen liegt Glen neben ihm im Bett. Was wie ein One-Night-Stand beginnt, wird viel mehr: Russell und Glen verbringen den ganzen Samstag zusammen, im Bett und in Bars, sie betrinken sich, nehmen Drogen, erzählen von sich, streiten, haben Sex, lernen sich kennen. Doch am Sonntagmorgen geht Glens Flieger in die USA …
 
In seinem zweiten Spielfilm erzählt Andrew Haigh (Looking) die authentische Geschichte zwischen zwei unterschiedlichen jungen Männern, denen nur ein knappes Wochenende bleibt, um sich füreinander zu entscheiden. Das vielfach ausgezeichnete Drama mit Tom Cullen und Chris New ist noch immer einer der wahrsten und schönsten Liebesfilme der jüngeren Vergangenheit.

Großbritannien 2011 · R & Db: Andrew Haigh · K: Urzula Pontikos • Mit Tom Cullen, Chris New u.a. · ab 16 J. · engl.OmU · 97′

Mo 13. Dezember 2021 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)
 
Plakat Weekend

TRANS – I Got Life

Zum Transgender Day of Remembrance | Gedenktag für die Opfer von Transphobie

Der Film TRANS – I Got Life bietet selten gesehene, ehrliche Einblicke in das häufig zerrissene Lebensgefühl von trans Menschen und in die komplexen psychischen, hormonellen und chirurgischen Aspekte ihrer Transition.

Die Regisseurinnen Imogen Kimmel und Doris Metz haben das Vertrauen von sieben Menschen gewonnen, die sich dazu entschlossen haben ihren Weg zu gehen. TRANS – I Got Life destilliert aus den Lebensgeschichten von sieben charismatischen Menschen das weite Spektrum der Transidentität.

TRANS – I Got Life ist eine sinnliche Reise in die Zwischenwelten jenseits festgeschriebener Geschlechternormen, in intime Lebensräume und in die Chirurgie, die zum Kreißsaal für eine zweite Geburt wird. Subtil und vielschichtig wird dabei das Transerleben auch auf die Bild-und Tonebene übertragen.

Der Kinodokumentarfilm ist ein starkes Plädoyer dafür, dass wir Menschen uns nicht mehr länger durch die 0,3 Prozent der DNA definieren, die uns unterscheiden, sondern durch die 99,7 Prozent, die uns verbinden. Damit eröffnet er zugleich die gesellschaftliche Debatte über eine Welt, in der die Geschlechter nicht mehr schwarzweiß festgeschrieben sind, sondern als fluide aufgefasst werden TRANS – I Got Life betrifft und berührt alle, die in dieser Welt leben. Willkommen im 21. Jahrhundert!

»Es gibt viele Transdokumentationen – aber keine ist wie diese. Hier kommen tatsächlich die Protagonist:innen zu Wort und keine „besser wissende Stimme aus dem Off“ verdreht irgendwas. Das macht diesen Film einzigartig und besonders. Wir sind stolz darauf, dass wir dieses Projekt unterstützend begleiten durften.« TransMann e.V.

D 2021 · R: Imogen Kimmel und Doris Metz · ab 12 J. · 95‘
Sa 20. November 2021 • 16:00 Uhr im Cinema
Plakat TRANS – I Got Life

Tove

Das aufregende Leben der wohl bekanntesten Zeichnerin Finnlands – die Mutter der „Mumin“-Bücher

Als die junge Künstlerin Tove Jansson 1945 in Helsinki die Mumins erfindet, steckt sie gerade mitten in einer Sinnkrise: Sie führt eine offene Beziehung mit dem linken Politiker Atos und ist wild verliebt in die aufregende Theaterregisseurin Vivica. Toves Vater, ein renommierter Bildhauer, blickt verächtlich auf ihre Arbeit. Und auch sie selbst würde lieber mit moderner Kunst reüssieren. Doch ausgerechnet ihre nebenbei gezeichneten Geschichten von den Trollwesen mit den Knollnasen werden von einer Zeitung in Serie gedruckt – und machen Tove in kurzer Zeit reich und berühmt.

In „Tove“ erzählt Regisseurin Zaida Bergroth vom aufregenden Leben der wohl bekanntesten Autorin und Zeichnerin Finnlands, deren bahnbrechendes Werk bereits Generationen von Kindern und Erwachsenen verzaubert hat. Berühmt geworden ist Tove Jansson (1914-2001) mit den „Mumin“-Büchern und -Comics, die weltweit in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurden.

Finnland/Schweden 2020 · R: Zaida Bergroth · Db: Eeva Putro · K: Linda Wassberg • Mit Alma Pöysti, Krista Kosonen, Shanti Roney, Joanna Haartti u.a. · schwed.OmU · 100′
Mo 11. Oktober 2021 • 16:00 Uhr im Cinema
Plakat Tove

Hochwald

Die Geschichte des schrägen und sensiblen Marios, dessen Leben allmählich aus den Fugen gerät

Mario tanzt für sein Leben gern, aber in dem streng katholischen Bergdorf, in dem er mit seiner Mutter wohnt, hat der sensible junge Mann damit keine Zukunftsperspektive. Stattdessen hält er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und betäubt seinen Frust mit Drogen. Als ihm sein Freund Lenz, dem als Winzersohn andere Türen offenstehen, mit nach Rom nimmt, sieht Mario seine Chance auf eine Tanzkarriere endlich gekommen. Doch in einer Schwulenbar werden die beiden Opfer eines Terroranschlags, Lenz stirbt. Zurück im Dorf hat Mario das Gefühl, dass sein Tod die kleinere Lücke hinterlassen hätte. Halt findet er ausgerechnet bei dem Moslem Nadim und dessen gläubigen Brüdern…

In ihrem Regiedebüt erzählt Evi Romen inmitten der trügerischen Idylle der Südtiroler Berge von einem jungen Mann, der an dem Ort, in den er hineingeboren wurde, vollkommen fehl am Platz ist. Er muss raus aus der Enge, in ein anderes, freieres Leben – sonst bleibt er für immer ein Verlorener. Marios Geschichte verknüpft sie mit dem Thema terroristische Bedrohung und der damit verbundenen Gefahr der Stigmatisierung von Menschen, die anders glauben. Für ihr vielschichtiges und bildgewaltiges Außenseiterdrama, in dem Newcomer Thomas Prenn und Noah Saavedra („Egon Schiele – Tod und Mädchen“) glänzen, wurde sie u.a. mit dem Goldenen Auge des Zürich Film Festivals und dem Große Diagonale Preis ausgezeichnet. Beim Österreichischen Filmpreis 2021 war „Hochwald“ in neun Kategorien nominiert (u.a. Bester Film). Thomas Prenn erhielt für sein mitreißendes Porträt den Preis als Bester Hauptdarsteller.

Belgien/Österreich 2020 · R & Db: Evi Romen · K: Martin Gschlacht, Jerzy Palacz • Mit Thomas Prenn, Noah Saavedra, Josef Mohamed u.a. · 108′

Mo 13. September 2021 • 20:45 Uhr im Cinema
Plakat Hochwald

Sequin in a Blue Room

Coming-of-Age in Zeiten von Grindr, Gayromeo und Co.

Sequin ist 16 und erkundet sein Begehren mit anonymen Sexdates, die er über Apps klar macht. Dabei hat er nur eine Regel: Nie einen Kerl zweimal treffen! Bis er über einen Chat im Blue Room landet, einer mysteriösen Gruppensex-Party ohne Limits. Sequin gerät in den Bann eines betörenden Fremden – und muss ihn am nächsten Tag unbedingt wiedersehen! Der Beginn einer gefährlichen Suche nach dem Objekt der Begierde.

Coming-of-Age in Zeiten von Grindr, Gayromeo und Co.: In seinem berauschenden Debütfilm bettet Samuel Van Grinsven das sexuelle Erwachen eines Teenagers in einen lustvollen Thrillerplot, in dem der australische Shooting-Star Conor Leach als rothaariger Twink im Pailettenhemd funkelt.

Australien 2019 · R: Samuel van Grinsven · Db: Jory Anast, Samuel Van Grinsven · K: Jay Grant • Mit Conor Leach, Samuel Barrie, Jeremy Lindsay Taylor u.a. · engl.OmU · 80′
Mo 9. August 2021 • 20:45 Uhr im Cinema
Plakat Sequin in a Blue Room