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Queer Monday

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Jeden 2. Montag im Montag präsentieren wir als Queer Monday, teilweise in Zusammenarbeit mit dem Cinema, Vorpremieren und aktuelle Filme, die es meistens nicht ins reguläre Kinoprogramm schaffen.

Zusätzlich stellen wir auch thematische Reihen zusammen.

Die Freundin meiner Freundin

»Eine hinreißende lesbische Sommerkomödie mit ganz viel spanischem Flair.« (Salzgeber Medien)

Zaida (gespielt von der Regisseurin Zaida Carmona) ist Mitte 30, lebt aber so, als wäre sie noch Anfang 20. Die Nachwuchsregisseurin und Content Creatorin träumt sich durch den Tag, ist verliebt in die Liebe und ständig auf der Suche, ohne genau zu wissen nach was. Als sie frisch getrennt zurück nach Barcelona kommt, steigt sie etwas ratlos, aber voller Leidenschaft in das Liebeskarussell ihrer Freundinnen-Clique ein. Während verkuschelter Vormittage im Bett, durchphilosophierter Nachmittage im Kino-Café und geselliger Kunst-Soirees entwirft Zaida einen romantischen Plan für ihre Zukunft.

»In dieser witzigen, offen cinephilen Komödie stehen queere Räume im Vordergrund, wenn man Zaida bei ihren Abenden in Bars, auf Partys und bei Kunstausstellungen mit ihrer engen Gemeinschaft von Lesben begleitet. Frauen werden ständig gefeiert, durch die Figuren in Zaidas Leben, in Aufnahmen von Büchern über Künstlerinnen in Regalen und gerahmten Bildern von Filmstars an den Wänden. Rohmers Einfluss auf Zaidas Leben zeigt sich deutlich im Verlauf ihrer Beziehung zu Lara; ihre heimliche Liebe blüht auf, während sie über das Kino und ihr Liebesleben diskutieren und gleichzeitig darum kämpfen, ihre eigene Kunst zu schaffen. « (Felicia Maroni in IFFR.nl)

Spanien 2022 · R: Zaida Carmona · Db: Zaida Carmona, Marc Ferrer · K: Alba Cros • Mit Zaida Carmona, Rocío Saiz, Alba Cros, Aroa Elbira, Thaïs Cuadreny u.a. · ab 16 J. · span.OmU · 85‘

Mo 13. Mai 2024 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Mutt

24 Stunden im Leben eines jungen trans Mannes

An einem Sommertag in New York scheint für den jungen trans Latino Feña (Lío Mehiel) alles auf einmal zu passieren: Der Vater aus Chile sucht plötzlich Kontakt, sein heterosexueller Ex-Boyfriend John meldet sich wieder und dann steht auch noch seine 13-jährige Halbschwester Zoe vor der Tür. Doch seit Feñas Transition haben sich die Beziehungen zu allen dreien verändert. Er stellt sich die Frage, wieviel Nähe sich zu den Menschen seines alten Lebens richtig anfühlt.

Lío Mehiel, selbst non-binär, verkörpert Feñas vielschichtiges Dazwischen-Sein facettenreich und ausdrucksstark – und wurde für diese Leistung in Sundance mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. Kaum ein Film vor MUTT hat die Komplexität des Alltags einer trans Person derart wahrhaftig gezeigt.

»Fenas Identitätsfrage erhält durch die zusätzliche multirassische Dimension seiner chilenischen Wurzeln doppeltes Gewicht. Der Filmemacher Lungulov-Klotz ist übrigens selbst eine trans Person chilenisch-serbischer Herkunft, die in Chile, Serbien und New York aufgewachsen ist. In Chile sind die Geschlechterrollen klar getrennt und doch bietet das Land seiner Protagonistin einen schönen geschlechtsneutralen Namen – Feña – zur Auswahl. Laut Lungulov-Klotz geht es in Mutt um dieses „Dazwischen-Sein“. „Es ist ein Film über das Gefangensein zwischen zwei Welten, sei es in Bezug auf Race, Geschlecht, Nationalität oder Sexualität“, sagt er.« (Namrata Joshi in cinemaexpress.com)

USA 2023 · R & Db: Vuk Lungulov-Klotz · K: Matthew Pothier • Mit: Lío Mehiel, Cole Doman, MiMi Ryder, Alejandro Goic u.a. · engl./span.OmU · ab 12 J. · 87‘

Mo 10. Juni 2024 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Archiv

Archiv

Liuben

»Es ist ein Liebesbrief an mein Land, und wie alle guten Liebesbriefe enthält er einen Klaps auf die Hand.« (Venci Kostov)

In einem konservativen bulgarischen Bergdorf, in dem viele Vorurteile herrschen, entsteht eine intensive Sommerromanze zwischen zwei jungen Männern aus ganz unterschiedlichen Welten.

Victor lebt eigentlich ein glückliches Leben in Madrid mit seinem Partner Jose. Zur Beerdigung seines Großvaters kehrt er allerdings in sein bulgarisches Heimatdorf zurück und beschließt, den Sommer dort zu verbringen. Während er sich mit seinem Vater und der dörflichen Lebensweise seiner Heimat nach und nach wieder anfreundet, findet er plötzlich eine unerwartete Liebe in Liuben, einem 18-jährigen Roma-Jungen. Trotz ihrer Unterschiede und den vielen Konflikten um sie herum finden Victor und Liuben Zuflucht und Geborgenheit miteinander. Doch hat diese Liebe eine Zukunft?

»Die beiden Protagonisten halten sich aneinander fest, beide haben Angst vor dem, wozu ein einsamer Weggefährte getrieben werden könnte. Venci Kostov wirft hier einen einzigartigen Blick auf das Märchen von Liebe und Verlangen, indem er seinen Film vor dem Hintergrund einer schweren sozialen Spaltung ansiedelt.« (www.image-nation.org)

LIUBEN ist der erste offizielle LGBTQ+-Film aus Bulgarien. Beim Burgas International Film Festival, einem der wichtigsten bulgarischen Filmfestivals, erhielt er 2023 den Publikumspreis.

Bulgarien/Spanien 2023 · R & Db: Venci Kostov · K: Fran García Vera • Mit Antonia San Juan, Bojidar Iankov Asenov, David de Gea, Dimitar Banenkin u.a. · ab 12 J. · bulg.OmU · 109‘

Mo 8. April 2024 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Something You Said Last Night

Eine positive Transgeschichte, mit der sich alle identifizieren können, nicht nur trans Personen

Ren ist Mitte 20, angehende Schriftstellerin und hat gerade ihren Job verloren. Ausgerechnet jetzt steht der Strandurlaub mit ihren liebevollen, aber ziemlich temperamentvollen italo-kanadischen Eltern und ihrer rebellischen kleinen Schwester Siena an. Im Wissen, dass sie jetzt wieder mehr auf die Unterstützung ihrer Familie angewiesen sein wird, wartet Ren auf den richtigen Moment, von der Entlassung zu erzählen. Doch zwischen der Enge der spießigen Ferienanlage den üblichen Familienstreitereien und einem irritierenden Urlaubsflirt ist es gar nicht so einfach, Raum für sich und die eigenen Gefühle zu finden.

»Was jedoch nicht ein einziges Mal zu Spannungen führt, ist die Tatsache, dass Ren eine trans Frau ist. Das wird von der konservativen italienisch-kanadischen Familie komplett akzeptiert. … „Der Film präsentiert ein neues Narrativ über trans Menschen. Eins, in dem trans Frauen nicht verunglimpft, sensationalisiert oder erotisiert werden“, erklärt Regisseurin Luis De Filippis, selbst eine trans Frau. „Das ist einer der ersten Filme, der auf diese Art mit dem Trans-Sein umgeht. Das ist stark und inspirierend“, sagte Hauptdarstellerin Carmen Madonia in einem Interview am Filmfestival in Toronto. Madonia ist selbst trans, genau wie ihre Figur.« (Britta Gfeller in SRF)

Kanada/Schweiz 2022 · R & Db: Luis De Filippis · K: Norm Li • Mit Carmen Madonia, Ramona Milano, Paige Evans u.a. · ab 12 J. · engl./ital.OmU · 96′

Mo 13. März 2024 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Le Paradis

Zwei junge Männer in einer Jugendstrafanstalt auf dem Wartegleis des Lebens

In einer Jugendstrafanstalt bereitet sich der 17-Jährige Joe auf seine Rückkehr in die Gesellschaft vor, unsicher, welches Leben ihn jenseits der Mauern erwartet. Doch als Neuzugang William die Nachbarzelle bezieht, wird Joes Sehnsucht nach Freiheit durch ein anderes Begehren abgelöst. Mit wachsender Begierde umkreisen sich die beiden jungen Sträflinge – bis sich die Chance auf eine gemeinsame Flucht bietet …

Zeno Graton erzählt von zwei jungen Männern, die für ihre Liebe im wahrsten Sinne des Wortes Mauern sprengen müssen. In den Hauptrollen sind mit Khalil Gharbia („Peter von Kant“) und Julien de Saint Jean ( „Hör auf zu lügen“) zwei Shooting Stars des französischen Kinos zu sehen.

»Sie sind nicht allein. Eye Haidara spielt Sophie, eine der Erwachsenen, die sich um die Jungen kümmern und versuchen, sie zu lenken und zu kontrollieren, mit stählernem Mitgefühl. Teils Beraterin, teils Aufseherin, hinterlässt ihre Figur den ganzen Film über einen starken Eindruck. Das gesamte Jugendstrafvollzugssystem wird ebenso nuanciert dargestellt wie die Jungen in seinem Zentrum.« (Chad Armstrong, thequeerreview.com)

Belgien/Frankreich 2023 · R: Zeno Graton · Db: Zeno Graton, Clara Bourreau · K: Olivier Boonjing • Mit Khalil Gharbia, Julien de Saint Jean, Eye Haïdara, Jonathan Couzinié, Samuel Di Napoli u.a. · ab 12 J. · franz.OmU · 83′

Mo 12. Februar 2024 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Norwegian Dream

Ein mitreißender Coming-of-Age-Film vor der atemberaubenden Kulisse norwegischer Fjord-Landschaft

Robert ist erst 19 Jahre alt und will schon ein neues Leben beginnen. Dafür macht er sich auf den Weg nach Trøndheim, wo er einen Job in einer Fischfabrik ergattert hat. In Norwegen will er genug Geld verdienen, um die Schulden seiner Mutter begleichen zu können. Robert findet schnell Anschluss bei den anderen Polen im Team und verliebt sich in Ivar, den Adoptivsohn des Fabrikeigentümers. Doch während Ivar offen schwul ist, will Robert seine Gefühle lieber geheim halten – aus Angst vor der Reaktion seiner Landsleute. Ein Streik in der Fabrik zwingt Robert, sich zu entscheiden: zwischen dem Geld, das er so dringend braucht, und seiner Liebe zu Ivar.

»Regisseur Leiv Igor Devold erzählt eine zärtliche, queere Liebesgeschichte vor der atemberaubenden Kulisse der norwegischen Fjord-Landschaft. NORWEGIAN DREAM ist ein leiser Coming-of-Age-Film, der das Publikum berührt und mit den wichtigen Fragen des Lebens konfrontiert: Wer bin ich? Was erwarte ich von meinem Leben und was bin ich bereit dafür zu tun?« (Filmfest Emden)

Norwegen/Polen/Deutschland 2023 · R: Leiv Igor Devold · Db: Justyna Bilik · Gjermund Gisvold · K: Patryk Kin • Mit: Hubert Miłkowski, Karl Bekele Steinland, Øyvind Brandtzæg u.a. · ab 12 J. · engl./poln./norw.OmU · 97‘

Mo 8. Januar 2024 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Knochen und Namen

Was tun, wenn eine Beziehung zur Routine zu werden droht und man kaum noch etwas miteinander teilt?

Boris und Jonathan sind seit vielen Jahren ein Paar. Doch ihre Beziehung ist an einem Punkt angekommen, an dem sie die gemeinsamen Abende auch getrennt verbringen könnten: Der eine liegt im Bett und liest, der andere arbeitet im Nebenraum am Schreibtisch. Während sich der Schauspieler Boris immer tiefer in die Proben zu einem neuen Film mit einer ambitionierten Regisseurin wühlt und dabei reale und fiktive Charaktere zu vermischen beginnt, versucht Jonathan, seine Stimme als Schriftsteller neu zu definieren. Durch diese Tage des Ringens um Distanz, Nähe, Vertrauen, Verlangen und Verlustangst geistert Jonathans’ kleine Nichte Josie, die auf eigenwillige Weise versucht, mit dem nahenden Ende ihrer Kindheit umzugehen.

»Auf der Berlinale wurde Knochen und Namen, das queere Langfilmdebüt von Fabian Stumm, mit stehenden Ovationen gefeiert. Der Film über ein sich entzweiendes Künstlerpaar ist eine sensible und humorvolle Reflexion über die kleinen und großen Dissonanzen in (Wahl-)Familien und Partnerschaften. Ganz ohne Förderung entstanden, zelebriert der Film die Schauspielkunst – klug, lustvoll und wunderbar unterhaltsam.« (Lichter Filmfest Frankfurt)

Deutschland 2023· R & Db: Fabian Stumm · K: Michael Bennett • Mit: Fabian Stumm, Knut Berger, Marie-Lou Sellem, Anneke Kim Sarnau, Godehard Giese u.a. · ab 12 J. · 108′

Mo 11. Dezember 2023 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Orlando, meine politische Biografie

»So wird der Film selbst zu einem spielerischen Manifest der Transition, des Übergangs, zu einem Reigen.« (Die Zeit)

In „Orlando“ (1928) erzählt Virginia Woolf die Geschichte eines jungen Mannes, der am Ende eine Frau ist. Knapp 100 Jahre nach dem Erscheinen des Romans, der heute als queerer Schlüsseltext gilt, schreibt Philosoph und trans Aktivist Paul B. Preciado einen filmischen Brief an Woolf und ruft ihr zu: Deine Figur ist wahr geworden, die Welt ist heute voller Orlandos! In seinem Film zeichnet er seine eigene Verwandlung nach und lässt 25 andere trans und nicht-binäre Menschen im Alter zwischen 8 und 70 Jahren zu Wort kommen. Sie alle schlüpfen in die Rolle Orlandos.

„Woolfs fiktionale Figur hat es mir erlaubt, mir mein eigenes Leben vorzustellen, Veränderung zu begehren und zum Ausdruck zu bringen“, so Preciado. Sein Film ist deswegen auch eine „politische Biografie“, geschrieben entlang der eigenen und der kollektiven Geschichte aller anderen Orlandos – eine Geschichte, die noch immer eine des Kampfs für Anerkennung und Sichtbarkeit innerhalb eines heteronormativen Regimes ist. Transsein versteht Preciado dabei als eine poetische Reise, in der eine neue Sprache erfunden wird, mit der man sich selbst und die Welt bezeichnen kann.

Teddy 2023 „Bester Dokumentarfilm“

Frankreich 2023 · R & Db: Paul B. Preciado · K: Victor Zebo • Mit: Oscar-Roza Miller, Janis Sahraoui, Liz Christin, Elios Levy, Victor Marzouk, Paul B. Preciado u.a. · ab 12 J. · franz.OmU · 98′

Mo 13. November 2023 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Captain Faggotron Saves the Universe

Trashiger Fantasy-Film über die Angst vor einem queeren Planeten

Father Gaylord ist streng bibeltreu und natürlich überhaupt nicht schwul. Als sein Ex-Lover Queen Bitch vom Planeten Oberon droht, die Erde mittels eines magischen Rings in eine kinky Utopie zu verwandeln, sieht sich der Priester zur Intervention berufen. Er bittet Captain Faggotron um Hilfe. Der Superheld soll den Ring zurückgewinnen und die Ordnung wiederherstellen. Doch ist eine Welt, in der Father Gaylord sein wahres Ich leugnen und seine Liebe zu Queen Bitch verstecken muss, wirklich die, in der wir leben möchten?

Harvey Rabbits zügelloser Fantasy-Film über die Angst vor einem queeren Planeten ist ein rauschendes Fest für Fans von Trash und Camp. Ein kiffender Jesus, zügellose Aliens und dämonische Furries – selten war der Weg zur Selbstakzeptanz so hilariously queer wie in diesem Film!

Deutschland 2023 · R & Db: Harvey Rabbit · K: Nate Pischner • Mit: Bishop Black, Rodrigo Garcia Alves u.a. · engl./dt.OmU · ab 16 J. · 72′

Mo 9. Oktober 2023 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Anhell69

Eine poetische, zutiefst politische Geisterbeschwörung

Ein Leichenwagen fährt durch die Straßen von Medellín, der zweitgrößten Stadt Kolumbiens. Ein junger Regisseur liegt im Sarg und erinnert sich an die Vorbereitungen für seinen ersten Film, ein B-Movie über Geister. Die Rollen wollte er mit seinen Freunden besetzten, den jungen queeren Menschen aus Medellín, die gegen ein repressives Umfeld kämpfen. Aber sein Hauptdarsteller, der auf Instagram „Anhell69“ heißt, stirbt an einer Überdosis, wie auch so viele weitere Freunde. Trotzdem entsteht ein Film – es ist aber ein ganz anderer, als geplant.

Halb rekonstruiert, halb imaginiert erzählt Theo Montoya in seinem Regiedebüt ANHELL69 von den Träumen und Ängsten, den Exzessen und der Melancholie einer zerstörten Generation. Sein fluider Film über eine Welt ohne Zukunft, die Kraft der Gemeinschaft und die schmale Grenze zwischen Leben und Tod wurde in der Woche der Kritik der Filmfestspiele in Venedig uraufgeführt und feierte seine deutsche Premiere im internationalen Wettbewerb beim Dok. Leipzig.

»ANHELL69 ist die Verewigung unserer Erinnerungen, unseres Lebens vor dem Tod – und vielleicht eine Warnung an die Generationen und Regierungen, die uns folgen werden.« (Theo Montoya)

Kolumbien/Rumänien/F/D 2022 · R, Db & K: Theo Montoya • Mit: Alejandro Hincapié, Camilo Machado, Alejandro Mendigaña, Julián David Moncada u.a. · span.OmU · 72‘

Mo 11. September 2023 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

The Inspection

Elegance Bratton erzählt seine eigene, zutiefst bewegende Geschichte über einen queeren schwarzen Mann, der in Familie und Militär gegen Homophobie ankämpft (queer.de)
Foto The Inspection

Ellis French (Jeremy Pope) ist ganz unten angekommen: Von seiner streng religiösen Mutter Inez (Gabrielle Union) aufgrund seiner Homosexualität verstoßen, landet er auf der Straße. Den Weg aus der Obdachlosigkeit und die Hoffnung, den Respekt seiner Mutter wiederzuerlangen, sieht er ausgerechnet bei den US-Marines. Im Bootcamp spürt er schnell, dass diese Gemeinschaft einen queeren Schwarzen Mann vor gegensätzlichste Herausforderungen stellt: Schikanen und Ausgrenzung muss er in gleichem Maße ertragen, wie sein muslimischer Mitrekrut Ismael. Einzig Drill Sergeant Rosales (Raúl Castillo) scheint Ellis zugewandt zu sein und übt eine starke sexuelle Anziehungskraft auf ihn aus. Die offene Feindseligkeit und Ausgrenzung nimmt weiter zu, dennoch gewinnt Ellis an Selbstbewusstsein und findet in dieser neuen Gemeinschaft Stärke und Anerkennung, die sein Leben und auch die Beziehung zu seiner Mutter verändern.

Regisseur und Autor Elegance Bratton erzählt mit diesem intensiven Drama seine persönliche Lebensgeschichte. Mit spürbarer Authentizität, wahrhaftigen Figuren sowie dynamischen und immer wieder humorvollen Tönen geht THE INSPECTION tief unter die Haut und erzählt die Geschichte eines Außenseiters, der seinen Platz in der Welt findet.

USA 2022 · R & Db: Elegance Bratton • Mit Jeremy Pope, Gabrielle Union, Raúl Castro; Bokeem Woodbine u.a. · engl.OmU · ab 12 J. · 100′

Eintritt 9,00 Euro (7,50 Euro)

Mo 21. August 2023 • 20:45 Uhr

Blue Jean

Widerständige Kraft einer queeren Gemeinschaft
Queer Monday zu Gast bei Kamp-Flimmern – Open-Air am Hawerkamp

England, 1988. Die Sportlehrerin Jean sieht sich zu einem Doppelleben gezwungen: Margaret Thatcher hat mit ihrer konservativen Parlamentsmehrheit gerade Section 28 verabschiedet – ein homophobes Gesetz, das „die Förderung von Homosexualität“ verbietet. Deswegen darf in der Schule niemand wissen, dass Jean lesbisch ist – andernfalls könnte sie ihren Job verlieren. Ihre kämpferische Partnerin Vic unterstützt sie zwar, würde sich aber etwas mehr Mut von Jean wünschen. An den Wochenenden tauchen sie zusammen in das queere Nachtleben Newcastles ein. Als Jean in einer Lesben-Bar einer ihrer Schülerinnen begegnet, muss sie eine schwerwiegende Entscheidung treffen…

Packend und vielschichtig erzählt Regisseurin Georgia Oakley in ihrem Debütfilm von einer zutiefst repressiven Zeit in Großbritannien, in der die Leben von zahllosen Lesben und Schwulen durch politische Entscheidungen maßgeblich eingeschränkt oder gar zerstört wurden. Zugleich zeugt „Blue Jean“ aber auch von der widerständigen Kraft einer queeren Gemeinschaft, die sich in Opposition gegen die Eiserne Lady und ihre konservative Regierung erst richtig formierte.
Vor und nach dem Film legt Kip von „All my Friends Are Criminalz“ auf“!

Großbritannien 2022 · R & Db: Georgia Oakley • Mit Rosy McEwen, Kerrie Hayes, Lucy Halliday, Lydia Page u.a. · engl.OmU · ab 16 J. · 97′

Eintritt 8,50 Euro (7,50 Euro Early Bird)

Do 17. August 2023 • Eintritt 20:00 Uhr / Beginn ca. 21.00 Uhr Am Hawerkamp  

Elefant

Inspiriert von „God’s Own Country“ und „Brokeback Mountain“

Der 22-jährige Bartek führt einen kleinen Bauernhof in den polnischen Bergen. Seit sich sein Vater aus dem Staub gemacht hat, ist er das Familienoberhaupt und muss für seine Mutter da sein. Frei fühlt er sich nur, wenn er Zeit mit seinen geliebten Pferden verbringen kann. Doch als eines Tages der lange verschollene Nachbarssohn Dawid ins Dorf zurückkommt, gerät Barteks von Pflichterfüllung geprägter Alltag durcheinander. Er muss sich entscheiden: zwischen einem Leben für die Familie und seinen immer stärker werdenden Gefühlen für Dawid.

Inspiriert von Filmen wie „God’s Own Country“ und „Brokeback Mountain“ erzählt ELEFANT von der ersten Liebe und Selbstwerdung eines jungen schwulen Mannes inmitten einer rauen, aber atemberaubend schönen Landschaft. Regisseur Kamil Krawczycki hat den Film an Originalschauplätzen in seiner Heimat am Fuße des Tatra-Gebirges gedreht. Ein leidenschaftlicher Film, der Mut und Hoffnung macht.

Polen 2022 · R & Db: Kamil Krawczycki · K: Jakub Sztuk • Mit Jan Hrynkiewicz, Pawel Tomaszewski, Ewa Skibinska u.a. · ab 12 J. · 93′

Mo 14. August 2023 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Trans* – eine Identitätserweiterung

Dokumentation des Stückes, das am 25. Mai 2014 im Theater Münster Uraufführung hatte
Carola von Seckendorff, Felix Schäper, Michael Szukaj und Jens Krause sind anwesend
Im Mai 2014 feierte das Theaterstücks „Trans* – eine Identitätserweiterung“ seine Uraufführung im Theater Münster. Unter Mithilfe der Regisseurin Carola von Seckendorff und der Schauspieler*innen Regine Andratschke und Christoph Rinke präsentierten sich sieben transidente Menschen aus Münster in selbst entwickelten kurzen Spielszenen auf der Bühne. Der Dokumentarfilm von Jens Krause begleitet die Protagonist*innen während der Theaterproben, lässt sie in Interviews zu Wort kommen und stellt ganz nebenbei unterschiedliche Aspekte transidenten Lebens vor.

Deutschland 2022 · R, Db & K: Jens Krause • Mit Carola von Seckendorff, Felix Schäper, Michael Szukaj, Regine Andratschke, Christoph Rinke u.a. · 123′

So 13. August 2023 • 14:00 Uhr im Cinema
Plakat 20.000 Arten von Bienen

Burning Days

Mitten im Wahlkampf muss Emre in einem undurchsichtigen Netz aus Korruption, Homophobie und Selbstjustiz ermitteln
Emre, ein junger und engagierter Staatsanwalt, wird neu in eine Kleinstadt berufen, die stark von einer Wasserkrise und politischen Skandalen betroffen ist. Die Stadt Yaniklar empfängt den jungen Mann zunächst herzlich, doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Emre ermittelt in seinem ersten Fall und wird hierbei unfreiwillig in die politischen Machtkämpfe der Stadt hineingezogen. Das Netz aus Intrigen, Aufruhr und Korruption wird immer verworrener und droht Emre bald ganz zu verschlingen, als er sich mit dem Journalisten Murat anfreundet, der seinerseits auf einer heißen und gefährlichen Spur ist…
 
»Der Film besteht aus drei Handlungssträngen: die Vergewaltigung; ein lokaler politischer Kampf, bei dem es um Wassermanagement und tödliche Erdlöcher geht (was an die öffentlichen Intrigen in Chinatown von 1974 erinnert); und nicht zuletzt eine intime Frage, die Emres eigene Sexualität betrifft – und das Ausmaß seiner Bereitschaft, sie anzuerkennen. Diese Fäden sind scheinbar getrennt, bis die Ereignisse sie auf überraschende Weise zusammenführen.« (Adrian Martin in iffr.nl)

KURAK GÜNLER · Türkei 2022 · R & Db: Emin Alper · K: Christos Karamanis • Mit Eki̇n Koç, Erdem Şenoca, Erol Babaoğlu u.a. · ab 12 J. · türk.OmU · 127′

Mo 10. Juli 2023 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Queer Gardening

Queer-feministische Ökologien in Nord Amerika
Regisseurin Ella von der Haide ist anwesend!

24 LGBTQIA* Gärtner*innen führen durch ihre Gärten und erklären, wo ihre Gartengestaltung queer ist. Außerdem berichten sie, wie sie heteronormative Ökologie und Natur-Kultur-Verhältnisse queeren und umdeuten. Ella von der Haide hat über mehrere Jahre hinweg queere Gärten in USA und Kanada mit der Kamera begleitet. Der Film führt uns unter anderem von einem urbanen Gemeinschaftsgarten in New York City, zu einer Gemüsegärtnerei in Oakland, zu einem künstlerisches Projekt zur Pflege indigener Apfelbäume in British Columbia, zum Waldgarten eines queeren Landkollektivs in Tennessee. Die Interviews ermöglichen Einblicke in die Rolle, die das Gärtnern für queere Gärtner*innen einnimmt, als Ressource und Form des Widerstands und als Orte der Weltgestaltung durch alternative, queere Erzählungen, Spiritualitäten und Trauerrituale.

Queer wurde und wird immer noch oft als „unnatürlich“ bezeichnet. Queere Gärtner*innen stellen diese „Unnatürlichkeit“ in Frage und erschaffen queer-feministische Ökologien.

Deutschland 2022 · R & Db: Ella von der Haide · K: Ella von der Haide, Britta Schneider, Luzie Puell, Robbie Wilhelm · engl.OmU · 80′

Website zum Film

Mo 19. Juni 2023 • 18:15 Uhr im Cinema (kleiner Saal)
Plakat Queer Gardening

20.000 Arten von Bienen

Die Identitätssuche eines Kindes

Ein achtjähriges Kind leidet darunter, dass die Leute es hartnäckig bei seinem Geburtsnamen Aitor nennen, der bei ihm Unbehagen auslöst. Sein Spitzname Cocó fühlt sich nicht ganz so eindeutig verkehrt, aber auch nicht richtig an. Im Sommerurlaub im Baskenland vertraut das Kind seinen Kummer Verwandten und Freund*innen an. Doch wie geht eine Mutter, die selbst noch mit ambivalenten elterlichen Altlasten ringt, mit der Identitätssuche ihres Kindes um?

Das Spielfilmdebüt der baskischen Regisseurin Estibaliz Urresola Solaguren ist ein sonniges, wunderbar einfühlsames Werk, getragen von Sofía Otero, die als kleines Mädchen auf der Suche nach dem richtigen Namen das erste Mal vor der Kamera steht, und Patricia López Arnaiz als problemgeplagter, liebevoller Mutter. So wie die Vielfalt der Natur viele Bienen erfordert, sind für die Protagonistin die Nebenfiguren essenziell.

20.000 ESPECIES DE ABEJAS · Spanien 2023 · R & Db: Estibaliz Urresola Solaguren · K: Gina Ferrer Garcia • Mit Sofía Otero, Patricia López Arnaiz, Ane Gabarain, Itziar Lazkano u.a. · span./bask./franz.OmU · 129′

Mo 19. Juni 2023 • 20:45 Uhr im Cinema
Plakat 20.000 Arten von Bienen

Besties

Eine „Romea- und Julia“- Sommerromanze in Instagram-Zeiten

Sommer in einem Pariser Vorort. Nedjma zieht mit ihren Freundinnen durch die Straßen, die Gang ist wie ihre zweite Familie. Als sie Zina, die Neue in der Nachbarschaft, zum ersten Mal sieht, ist sie sofort verknallt. Das Problem ist nur: Zina gehört zur verfeindeten Clique. Nedjma ist hin- und hergerissen: zwischen der Loyalität zu ihrer Gruppe und dem Begehren für Zina, das mit jeder Nacht, die sie heimlich zusammen bringen, größer wird. Nedjma muss sich entscheiden, für was sie eigentlich kämpfen möchte.

Mitreißend und temporeich erzählt Marion Desseigne Ravel eine moderne, raue „Julia und Julia“-Variante, die authentisch und stets dicht an ihren Figuren ist. Lina El Arabi und Esther Rollande glänzen als leidenschaftliches Liebespaar, das sich tagsüber prügelt und nachts in den Armen liegt.

»Die unbestreitbare Stärke des Films liegt (…) in der hochsensiblen Darstellung der Kraft der Gefühle in der unbeschreiblichsten Phase des Begehrens und ihrer überraschenden, aufregenden, aber auch beunruhigenden Entwicklung bis hin zu den tiefsten Gefühlen.« (Fabien Lemercier in cineuropa.org)

LES MEILLEURES · Frankreich 2021 · R & Db: Marion Desseigne-Ravel · K: Lucile Mercier • Mit Lina El Arabi, Esther Rollande, Esther Bernet u.a. · ab 12 J. · franz./arab.OmU · 80′ · Website vom deutschen Filmverleih Salzgeber

Mo 12. Juni 2023 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)
Plakat Besties

Eismayer

Hart, härter, Eismayer!

Der herrische Vizeleutnant Charles Eismayer gilt als gefürchtetster Ausbilder beim österreichischen Bundesheer. Und er ist schwul – nur das darf keiner wissen. Die Liebesbeziehung zu einem Mann ist mit seinen Vorstellungen, wie ein echter Soldat zu sein hat, nicht vereinbar. Doch als der hübsche und offen schwule Rekrut Mario in seiner Truppe landet, gerät Eismayers strenge Gedankenwelt ins Wanken. Wird er seinem Image des gefühlslosen Machos treu bleiben – oder dem Ruf seines Herzens folgen?

David Wagners mitreißendes Liebesdrama beruht auf einer wahren Geschichte, die unter Österreichs Soldaten legendär ist: Charles Eismayer, der berüchtigtste Schleifer des Bundesheeres, verliebte sich in einen Rekruten und gab ihm 2014 in Galauniform auf dem Kasernenhof das Ja-Wort. Gerhard Liebmann brilliert als brüllender Eismayer, der erst nach und nach Zugriff zu seinen Gefühlen findet; Luka Dimić als selbstbewusster Rekrut Mario Falak, der seinen Ausbilder aus einem jahrzehntelangen Versteck holt. Ein starkes und wichtiges Stück österreichischen Kinos! (Verleih)

Österreich 2022 · R & Db: David Wagner · K: Serafin Spitzer • Mit Gerhard Liebmann, Luka Dimic, Julia Koschitz u.a. · ab 12 J. · 87′ · Website vom deutschen Filmverleih Salzgeber

Mo 8. Mai 2023 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)
Plakat Eismayer

Fucking Åmål

Jetzt kehrt einer der lesbischen Filmklassiker endlich auf der großen Leinwand zurück!

Agnes lebt in Åmål, einem schwedischen Kaff, in dem nie etwas passiert und aus dem alle nur weg wollen. In ihrer Klasse gilt sie als Außenseiterin. Dass sie heimlich in Elin, das beliebteste Mädchen der Schule, verliebt ist, weiß niemand – bis Elin sie auf einer Geburtstagsparty plötzlich küsst. Was eigentlich als blöde Mutprobe gedacht war, ist der Beginn einer engen Freundschaft, in der sich Elin bald fragen muss, wie tief ihre Gefühle für Agnes eigentlich gehen. Und auf einmal gibt es ganz viele Gründe, in Åmål zu bleiben.

Schmetterlinge im Bauch, Coming-out und das erste Mal. „Fucking Åmål“ (1998) von Lukas Moodysson zählt noch immer zu den schönsten Coming-of-Age-Filmen der 90er Jahre. Es geht um Sehnsucht, die Freude und den Schmerz des Verliebtseins, die komischen und herzzerreißenden Aspekte des Erwachsenwerdens – und um den Mut, der nötig ist, um anders als die anderen zu sein.

Schweden 1998 · R & Db: Lukas Moodysson · K: Ulf Brantås • Mit Alexandra Dahlström, Rebecka Liljeberg, Erica Carlson, Mathias Rust u.a. · ab 12 J. · schwed.OmU · 89′  · Website vom deutschen Filmverleih Salzgeber

Oster-Mo 10. April 2023 • 20:00 Uhr im Cinema (kleiner Saal)
Plakat Fucking Åmål

Der Gymnasiast

»Christophe Honoré bleibt sich treu und zeigt in „Der Gymnasiast“ Trauerarbeit als spezifische Teenagererfahrung.« (filmstarts.de)

Lucas ist 17 und kann es kaum abwarten, endlich das Internat und die Provinz hinter sich zu lassen, um nach Paris zu ziehen, wo sein großer Bruder Quentin lebt. Auch sein erster Freund Oscar wird ihn nicht davon abhalten. Doch ein tragischer Unfall reißt Lucas‘ hoffnungsvollen Blick auf die Welt in Stücke. Weil selbst seine Mutter ihn nicht trösten kann, macht er sich auf nach Paris, wo er eine Woche bei Quentin und dessen Mitbewohner Lilio wohnen wird. Es werden Tage, die alles verändern werden …

In seinem bisher wohl persönlichsten Film erzählt Christophe Honoré (Chanson der Liebe, Die Liebenden, Sorry Angel), vom schmerzhaften Erwachsenwerden eines Teenagers. Neben den Kinostars Vincent Lacoste und Juliette Binoche glänzt Newcomer Paul Kircher als Lucas.

»Doch Trauer kommt in Wellen – und von diesen wird Lucas immer wieder brutal überrascht. In der Darstellung des selbstzerstörerischen Verhaltens von Lucas geht Honoré sehr weit. Ein Selbstmordversuch wird derart drastisch gezeigt, dass die Grenze zum Reißerischen überschritten wird. Das mag am persönlichen Zugang liegen; mit uns selbst sind wir immer am härtesten, am äußersten Punkt schonungslos. Winter Boy macht es uns wahrlich nicht leicht – und denkt überhaupt nicht daran, uns nach zwei Stunden einfach so wieder loszulassen.« (kino-zeit.de)

LE LYCÉEN · Frankreich 2022 · R & Db: Christophe Honoré · K: Rémy Chevrin • Mit Paul Kircher, Vincent Lacoste, Juliette Binoche u.a. · ab 16 J. · franz.OmU · 122′  · Website vom deutschen Filmverleih Salzgeber

Mo 13. März 2023 • 20:45 Uhr im Cinema
Plakat Der Gymnasiast

Invisible: Gay Women in Southern Music

Queere Musiker*innen aus Nashville berichten über Homophobie, Rückschläge und Erfolge

»Über eine Frau zu schreiben, die in eine Frau verliebt ist, das ist für mich ganz natürlich. Aus dem Herzen zu schreiben und von meinen Wahrheiten zu erzählen, das sind die Worte, die die größte Wirkung haben.« Das sagt die Musikerin Ruthie Foster in der Doku INVISIBLE: GAY WOMEN IN SOUTHERN MUSIC von T.J. Parsell. In dem Film kommen ein trans Musiker und viele lesbische Musikerinnen zu Wort. Fast alle haben eine ähnliche Geschichte: Aufgewachsen in streng religiösen Elternhäusern, in der Strafe eine wichtige Rolle spielte und Homosexuelle das Werk des Teufels tun, war Musik die einzige Zuflucht.

Und alle sind ihren Weg gegangen, einige als Musikerinnen, die meisten aber als Songwriterinnen, da klar war, dass sie als Lesben niemals Country-Musik machen könnten. Sie schrieben Nummer-Eins-Hits und wurden abserviert, als ihr Lesbischsein publik wurde. Starke Depressionen waren die Folge – aber alle konnten die Krisen mit neuer Kraft und neuem Mut bewältigen.

Im Film berichtet auch Cidny Bullens, der als Cindy Bullens Karriere machte und eine Zeit lang mit Elton John zusammen war. Er war 61, als er mit der Angleichung begann. „Mein heutiges Leben ist ein Wunder. Ich finde es erstaunlich, dass ich im selben Leben Ehefrau und Ehemann sein konnte,“ so Bullens.

Bei den Queerstreifen 2022 erhielt der Film die Bestnote 1,1!

USA 2021 · R & Db: T.J. Parsell · K: Sandra Chandler und Eythan Maidhof • Mit: Dianne Davidson, Bonnie Baker, Cidny Bullins, Ruthie Foster, Chely Wright, Mary Gauthier, Cheryl Wheeler u.a. · engl.OmU · 107‘ · Website von der Produktionsfirma und dem Regisseur
Mo 13. Februar 2023 • 20:45 Uhr im Cinema
Plakat Invisible: Gay Women in Southern Music

Concerned Citizen

Eine fein strukturierte sozialkritische Parabel über unhinterfragte Privilegien und tief sitzende Vorurteile (queer.de)

Ben hält sich für einen liberalen schwulen Mann. Er hat einen gut bezahlten Job und wohnt mit seinem Partner Raz in einem schicken Apartment in einem migrantisch geprägten Stadtteil Tel Avivs. Zum Glück fehlt dem Paar nur noch ein Kind. Um ihre Wohngegend zu verschönern, pflanzt Ben einen Baum auf der anderen Straßenseite. Doch seine gut gemeinte Tat löst eine Kette von Ereignissen aus, an deren Ende ein Geflüchteter aus Eritrea brutal von Polizisten zusammengeschlagen wird. Bens Bild von sich selbst, seiner Beziehung, ja der ganzen Gesellschaft gerät aus den Fugen.

Mit bitterbösem Humor zeichnet Regisseur Idan Haguel eine satirische Parabel über das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung, unhinterfragte Privilegien und tief sitzende Vorurteile.

»Wir wollten eine queere Geschichte aus einem anderen Sichtwinkel erzählen. Es geht nicht notwendig um Liebe oder das Coming-Out, sondern um eine Welt, in der sich schwule Personen – denen sehr oft eine Opferrolle zugeschrieben wird – zu Tätern entwickeln.« (Idan Hague)

Israel 2022 · R & Db: Idan Haguel · K: Guy Sahaf • Mit Shlomi Bertonov, Ariel Wolf u.a. · ab 12 J. · hebrä.OmU · 82′
Mo 9. Januar 2023 • 20:45 Uhr im Cinema
Plakat Concerned Citizen

Neptune Frost

Ein queeres, afrofuturistisches SciFi-Musical

NEPTUNE FROST spielt in den Hügeln von Burundi, wo eine Gruppe entkommener Coltan-Bergleute ein antikolonialistisches Hacker-Kollektiv bilden. Von einer überirdisch wirkenden Elektroschrott-Müllhalde aus versuchen sie, das autoritäre Regime zu stürzen, das die natürlichen Ressourcen der Region – und deren Menschen – ausbeutet. Als eine intersexuelle Ausreißerin und ein entkommener Coltan-Bergarbeiter durch kosmische Kräfte zueinander finden, löst ihre Verbindung Störungen im größeren übermenschlichen Kreislauf aus.

»Liquid fluktuierend zwischen den Zuständen des Seins – männlich und weiblich, kolonisiert und frei, Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Wachzustand – ist NEPTUNE FROST ein wiederbelebender und empowernder Download direkt auf die Großhirnrinde. … Der vielseitige, multidisziplinäre Künstler Saul Williams bringt seine einzigartige Dynamik in diese afrofuturistischen Vision eines queeren Sci-Fi-Punk-Musicals ein.« (Verleih)

Ruanda/USA 2021 · R: Anisia Uzeyman, Saul Williams · Db: Saul Williams · K: Anisia Uzeyman • Mit Cheryl Isheja, Bertrand Ninteretse „Kaya Free“, Eliane Umuhire u.a. · ru-and./kirundi/swahili./franz./engl.OmU · 105′
Mo 19. Dezember 2022 • 20:45 Uhr im Cinema
Plakat Neptune Frost

Die leo:16
ist ein Kultur- und Kneipenkollektiv, direkt am Hauptbahnhof. Das Kollektiv überzeugt durch günstige Getränke, innovative und spontane Lösungsfindung bei Getränkeengpass und dem wohl nettestem Thekenpersonal weit und breit (hört man sich sagen). Seit fast sieben Jahren versucht das Kollektiv einen Raum in Münster zu gestalten, der Gelegenheit bietet für Bildung, Kunst und Kultur, Begegnung, Vernetzung und Austausch jenseits von Konsumzwang und Konkurrenz. Neben der Kneipe und den Veranstaltungen, soll dieser Raum zugleich ein Ort sein, an dem wir von und miteinander lernen können, der aber auch Rückzug und Empowerment bietet, gegen die Diskriminierungen denen einige von uns im Alltag ausgesetzt sind.

Die Themen und Kämpfe für eine gerechtere Gesellschaft, die sich hier verbinden, sind so vielfältig, wie unsere Gruppe: Teile von uns sind von Rassismus, Sexismus, Queer- und/oder Transfeindlichkeit betroffen. Wir wollen verschiedene Personen und Akteur*innen der Stadt, die zu diesen Themen arbeiten, zusammenbringen und Synergien schaffen.

Kommt in der Herwarthstraße 7 vorbei und macht euch selbst ein Bild.

Google Bewertung sagt: »Einfach nur geil«.

So Damn Easy Going

Voller Witz und Empathie erzählt die Dramedy von einem Mädchen, das ihr Leben in den Griff bekommen möchte

In Joanas Kopf dreht eine Achtbahnfahrt wilde Loopings, alles ist ständig in Bewegung. Medizinisch gesagt: Sie hat ADHS. Kurzfristig helfen unverbindlicher Sex mit ihrem Mitschüler Matheus, Schwimmen im Pool und vor allem ihre Medikamente. Doch als die ausgehen und ihr arbeitsloser Vater auch nicht helfen kann, muss Joana kreativ werden, um selbst an Geld zu kommen. Mitten im Chaos steht plötzlich eine neue Klassenkameradin vor ihr, die coole und selbstbewusste Audrey. Und Joana hat nicht mehr nur blitzende Gedanken, sondern auch ein wild pochendes Herz.

In seinem Film lässt uns der schwedische Regisseur Christoffer Sandler mit viel Humor und leuchtenden Bildern in die besondere Erfahrungswelt seiner Hauptfigur eintauchen. SO DAMN EASY GOING erzählt von einer ersten Liebe, bei der mit größter Intensivität auf einen Schlag alles zur Ruhe kommt.

Ein bittersüßer romantischer Coming-of-Age-Film, ausgezeichnet mit dem QueerScope-Debütfilmpreis 2022.

SÅ JÄVLA EASY GOING · Norwegen/Schweden 2022 · R & Db: Christoffer Sandler · K: Nea Asphäll • Mit Tuva Albino, Emil Algpeus, Mats Blomgren u.a. · ab 12 J. · schwed.OmU · 91′

Mo 12. Dezember 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Plakat So Damn Easy Going

Wet Sand

»Eine erfrischende und zugleich melancholische Hymne an die Vielfalt.« (Cineuropa

Ein Dorf am georgischen Schwarzen Meer mit freundlichen Menschen, die glauben, sich zu kennen. Eines Tages wird Eliko erhängt aufgefunden, und seine Enkelin Moe wird gerufen, die Beerdigung zu organisieren. Sie stößt auf ein Netz von Lügen, doch das Stillschweigen wird gebrochen, und sie erfährt die tragischen Hintergründe von Elikos verborgenem Liebesleben mit Amnon in den letzten 22 Jahren.
 
WET SAND von Elene Naveriani ist eine Hommage auf alle Vergessenen, ein Kampf gegen die Engstirnigkeit und ein Akt der Ermächtigung für Generationen von Menschen, deren Identität unterdrückt wurde. Der Film gibt ihnen den Raum für eine eigene Geschichte und die Möglichkeit einer Zukunft.

Elene Naveriani (Regie & Co-Buch), geboren 1985 in Tiflis, Georgien, studierte von 2003 bis 2007 Malerei an der State Academy of Art in Tiflis. Naveriani erzählt Geschichten, die von der Gesellschaft vergessen und unterdrückt werden. Naveriani identifiziert sich als genderfluid und bevorzugt es, mit dem nicht-binären Pronomen „they“ bezeichnet zu werden. Naveriani arbeitet in Tiflis und wohnt in Bern.

Georgien/Schweiz 2021 · R: Elene Naveriani · Db: Sandro Naveriani, Elene Naveriani · K: Agnesh Pakozdi • Mit Bebe Sesitashvili, Gia Agumava, Megi Kobaladze, Giorgi Tsereteli u.a. · georg.OmU · 115′

Mo 14. November 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Plakat Wet Sand

The Schoolmaster Games

Stell dir vor, du bist in einer High-School und alle Mitschüler sind schwul

An der St Sebastian Akademie sind alle schwul – und in heller Aufregung. Denn der jährliche Festzug steht bevor. Das Vorsingen droht Nerven und Freundschaften zu verschlingen. Doch das eingeschworene Jungs-Quartett Tim, Fred, Paul und Noak stellt sich unerschrocken den Herausforderungen. Derweil kommt die geheime BDSM-Affäre zwischen dem strengen Schuldirektor und seinem hyperattraktiven Schüler Charles zu einem abrupten Ende, als eine mysteriöse Nachricht den Lehrer in eine Existenzkrise stürzt.
 
Ränkespiele und feurige Begierden, großes Drama voller Sex und Gesang – an einem Ort, an dem auch Jean Cocteau gern die Schulbank gedrückt hätte: In ihrem vor Originalität sprühenden Langfilmdebüt „The Schoolmaster Games“ erzählt die schwedische Regisseurin Ylva Forner auf Basis des gleichnamigen Romans vom Kristofer Folkhammar vom Verlangen nach Aufmerksamkeit und vom Mut zur Liebe.

»Ylva Forner entwirft eine knallbunte schwule Utopie, in der sie mit Klischees liebevoll spielt und Raum gibt für alles, was das schwule cineastische Herz begehrt.« (Queergestreift Konstanz)

Schweden 2022 · R: Ylva Forner · Db: Ylva Forner, Kristofer Folkhammar · K: Adam Nilsson • Mit Johan Ehn, Johan Charles, Nino Forss, Christian Arnold u.a. · schwed.OmU · 82′

Mo 10. Oktober 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Plakat The Schoolmaster Games

Der Schwimmer

»Zu den queeren Film-Highlights in diesem Jahr gehört „Der Schwimmer“ von Adam Kalderon.« (queer.de)

Erez will das Ticket für Olympia! Aber dafür muss sich der ehrgeizige Nachwuchsstar erst noch beim Vorentscheid durchsetzen, der vom israelischen Schwimmverband in einem abgelegenen Trainingscamp veranstaltet wird. Die Konkurrenz in hautengen Speedos ist hart. Doch die schwerste Prüfung stellt sein bildhübscher Mitbewerber Nevo dar, in den sich Erez gegen alle Warnungen mit Haut und Haar verliebt.

Adam Kalderons hochsommerliches Sportdrama geizt nicht mit halbnackten Tatsachen und einer reizvollen Spannungskurve, stellt im Kern aber auch die entscheidende Frage, was im Leben mehr zählt: professioneller Erfolg oder die große Liebe? (Verleih)
»Kalderon bietet eine starke Darstellung von Vorurteilen und Einsamkeit und zieht alle Register für ein bezauberndes Finale, das Sie mit Sicherheit zum Jubeln bringen wird.« (Josh Winning in Radio Times) Jerusalem Film Festival 2021: Best Actor Award

THE SWIMMER · Israel 2021 · R & Db: Adam Kalderon · K: Ofer Inov • Mit Omer Perelman, Asaf Jonas, Ofek Cohen, Roy Reshef, Gal Reznik u.a. · ab 16 J. · hebrä.OmU · 84′

Mo 12. September 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Plakat Der Schwimmer

Benjamin

Eine bittersüße Komödie um einen aufstrebenden Filmemacher: Liebe oder Karriere – und das mit oder ohne Mönch?

Der aus Irland stammende Benjamin lebt in London und bastelt an seinem ersten Langfilm. Für sein Kurzfilmdebüt wurde er immerhin prämiert – allerdings ist das schon Jahre her. Und nun hat er die 30 längst überschritten und Zweifel befallen ihn immer wieder. Zum Beispiel, ob der Mönch in dem neuen Film, in dem er seine Beziehungsunfähigkeit verarbeitet, rein sollte oder lieber nicht. Sein bester Freund ist ein Stand-up-Comedian. Der bekommt ab und zu einen Auftritt und trifft auch den Nerv der Leute – allerdings anders als erhofft.
 
Am Abend vor der Filmpremiere lernt Benjamin den jungen, französischen Musiker Noah kennen. Dieser ist locker, offen und optimistisch – kurz: das Gegenteil von Benjamin. Der ist erst glücklich und fasziniert, aber dann kommen wieder diese Zweifel …
 
Der aus einer jüdischen Familie in London stammende Simon Amstell verarbeitet in dem Film viel Biografisches. Er war selbst lange Comedian und arbeitet als Fernsehmoderator und Schauspieler.

Großbritannien 2018 · R & Db: Simon Amstell · K: David Pimm • Mit Gabe Gilmour, Jack Rowan, Colin Morgan u.a. · ab 12 J. · engl.OmU · 85′

Do 18. August 2022 • 20:00 Uhr (Filmstart gegen 21:00 Uhr) als Hawerkamp-Openair

Plakat Benjamin

Ma Belle, My Beauty

Ein überraschendes Wiedersehen in Südfrankreich entfacht Leidenschaften und Eifersüchteleien zwischen zwei ehemals polyamourösen Liebhaberinnen

Lane liebte Bertie, Bertie liebte Lane – und auch Fred. In New Orleans führten sie einst eine Dreierbeziehung, bis die irgendwann nicht mehr funktionierte und Lane aus dem gemeinsamen Leben verschwand. Zwei Jahre später haben Bertie und Fred geheiratet und sind zusammen nach Südfrankreich gezogen. Um die Sängerin Bertie aus ihrer Kreativkrise zu retten, holt Fred Lane zurück. Doch kaum überraschend bringt das den Alltag des Paars gehörig durcheinander.
 
Vor dem Hintergrund einer sommerlichen Kleinstadtidylle erzählt Marion Hill von einem emotionalen Wiedersehen, das alte Wunden aufreißt und neue Fragen aufwirft. Ein fein beobachteter und gespielter Film über die Herausforderungen, aber auch die besondere Schönheit des polyamourösen Begehrens. »MA BELLE, MY BEAUTY ist eine nuancierte und schmerzhafte Erforschung der Komplexität der Liebe vor den sonnenüberfluteten und weingetränkten Weinbergen Südfrankreichs. Der Film nimmt die Zuschauenden mit auf eine Reise, die sie so schnell nicht vergessen werden.« (Good Deed Entertainment)

USA 2021 · R: Marion Hill · Db: Marion Hill · K: Lauren Guiteras • Mit Idella Johnson, Hannah Pepper, Lucien Guignard, Sivan Noam Shimon u.a. · ab 0 J. · franz./engl.OmU · 93′

Mo 8. August 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Plakat Ma Belle, My Beauty

Moneyboys

Meisterhaft fotografiertes und gespieltes Spielfilmdebüt um Schwulsein und Sexarbeit in China

Der junge Fei lebt in einer chinesischen Großstadt und verdient sein Geld als „Moneyboy“, als illegaler Sexarbeiter, um seine Familie auf dem Land zu unterstützen. Seine Verwandten akzeptieren zwar sein Geld, nicht aber seine Homosexualität. Fei beschließt, sein Leben neu zu ordnen, sich zur Liebe zu bekennen und Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst und für seinen neuen Geliebten Long. Doch die Vergangenheit als „Moneyboy“ ist nicht so einfach abzustreifen …

C.B. Yi (Regie & Buch), wuchs in einem chinesischen Fischerdorf auf der Insel Yuhuan auf und emigrierte mit 13 Jahren nach Österreich. In Wien studierte er bei Christian Berger und Michael Haneke an der Filmakademie. Während eines Austauschprogramms in Peking schloss er Freundschaft mit einigen Mitstudenten, die ihren Lebensunterhalt mit Prostitution verdienten. Fasziniert von ihren Geschichten, dem Doppelleben, das sie aufgrund finanzieller Not gezwungen waren zu führen, dem immanenten Konflikt mit gesellschaftlichen Moralvorstellungen und dem riskanten Unterfangen, ein in China illegales Gewerbe zu betreiben, beschloss C. B. Yi, das Drehbuch für seinen ersten Spielfilm diesem Thema zu widmen. MONEYBOYS erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. der Max Ophüls Preis 2022 für den Besten Spielfilm.

 

Österreich/Belgien/Taiwan/Frankreich 2021 · R & Db: C.B. Yi · K: Jean-Louis Vialard • Mit Kai Ko, Chloe Maayan, Yufan Bai, JC Lin u.a. · ab 12 J. · mand.OmU · 120′

Mo 11. Juli 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Plakat Moneyboys

Freak Orlando

Queeres Welttheater: Reisen durch Raum, Zeit und Geschlecht
An Virginia Woolfs Roman „Orlando. Die Geschichte eines Lebens“ (1928) und Todd Brownings Filmklassiker „Freaks“ (US 1932) angelehnter, experimenteller Spielfilm. In fünf Episoden sieht man die Hauptfigur, den „Freak“ Orlando Zyklopa, in fünf Epochen der Geschichte: in der Antike, im Mittelalter, im 18. Jahrhundert, um 1900 und im späten 20. Jahrhundert. Wie die Romanfigur kann Orlando sein Gesicht wechseln, nach dem Tod wiedergeboren werden und in verschiedenen Jahrhunderten leben, ohne merklich zu altern.
 
»Das Werk von Ulrike Ottinger ist bis heute eine Ausnahmeerscheinung im deutschen Kino. Ihre in den 1970er und 1980er Jahren entstandenen Spielfilme waren damals schon „queer“ im besten Sinne: nicht nur in ihrer Motivik, sondern auch in ihrem unbändigen Formenreichtum über Gattungsgrenzen und Erzählkonventionen hinweg. … Seine üppigen Arrangements in bizarren Stadt- und Industrielandschaften bergen Irritation und Abgründigkeit, stets aber auch Komik. Ob Eddie Constantine als stürzender Säulenheiliger mit Neon-Herz, die heilige Bartfrau Wilgeforte am Kreuz oder der narzisstische Hermaphrodit über seinem Spiegelbild inmitten einer Kohlegrube: Die ebenso verspielten wie auratischen Bilder von FREAK ORLANDO bleiben eingeschrieben in die Filmgeschichte und in die Köpfe derer, die ihn sehen.« (Natalie Lettenewitsch
Deutschland 1981 · R, Db & K: Ulrike Ottinger • Mit Magdalena Montezuma, Delphine Seyrig, Galli Müller, Eddie Constantine, Else Nabu u.a. · ab 16 J. · 126′

Mo 13. Juni 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Plakat Freak Orlando
Ulrike Ottinger zum Geburtstag
Ulrike Ottinger feierte am 6. Juni 2022 ihren 80. Geburtstag. Mit dieser kleinen Filmreihe wollten wir das einzigartige Schaffen dieser großartigen Filmemacherin, Fotografin und Autorin würdigen.
Schon als wir 1991-1997 in der Achtermannstraße das cuba-kino machten, war sie eine unserer Lieblingsregisseur*innen. Zum einen ist sie handwerklich brillant – in der Regel war sie für Buch, Regie, Kamera und Ausstattung verantwortlich. Zum anderen waren ihre Filme von Beginn an immer queer – wie wir heute sagen würden.
 
Alle Filme stehen hier.

Im Stillen laut

Ein Film über Liebe im Alter, Autonomie, DDR & Kunst. Erika und Tine, über 80, stellen mit ihrer Neugier und Offenheit alles in Frage

„Die entscheidende Frage ist doch, wofür möchte ich frei sein? Was genau soll denn anders werden?“ Erika und Tine, 81, und seit 40 Jahren ein Paar, schauen auf ein bewegtes Stück Geschichte zurück. Der Film macht nicht in der Vergangenheit halt, sondern blickt mit Erika und Tine in die Zukunft: Was vermag Kunst in gesellschaftspolitisch herausfordernden Zeiten? Wie kann man sich, der Kunst und seinen Idealen treu bleiben? Welchen Sinn kann Kunst schaffen für das große Ganze und für jede/n von uns individuell?

IM STILLEN LAUT stellt bewusst die subjektiven Erfahrungen der zwei Frauen in den Fokus, fragt nach ihren Strategien, als Künstlerinnen den Alltag in einem autoritären Regime zu bestreiten, und nach ihrem Umgang mit der alles verändernden Wende. Ihre Widersprüche, Visionen und Erinnerungen verdichten sich zu einem komplexeren Bild ost-deutscher Erfahrung. Einem Bild, das sich nicht in die üblichen Widerstands- oder Propagandanarrative einfügen lässt, sondern, wie seine Protagonistinnen, widerspenstig bleibt.

Deutschland 2019 · R & Db: Therese Koppe · K: Annegret Sachse · ab 0 J. · 74′

Mo 9. Mai 2022 • 18:30 Uhr im Cinema (kleiner Saal)
 
Plakat Im Stillen laut

Ich bin meine eigene Frau

Die fast unglaubliche Lebensgeschichte eines warmherzigen, sanftmütigen Menschen, einer couragierten Außenseiterin, einer ewigen Kämpferin

Rosa von Praunheims Porträt von Charlotte von Mahlsdorf erzählt in einer Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm auch die Geschichte deutscher trans Menschen zwischen Jahrhundertwende und Mauerfall: 1928 als Junge geboren, wächst Charlotte in der Zeit des Nationalsozialismus auf, findet Verständnis nur bei der lesbischen Tante. Der Vater ist ein herrischer, gewalttätiger Mann, und als er die ganze Familie bedroht, erschlägt Charlotte ihn. Sie kommt in die Psychiatrie, ins Jugendgefängnis, und entkommt kurz vor Kriegsende einem Erschießungskommando der SS. Nach dem Krieg restauriert sie ein Schloss, errichtet in Mahlsdorf, einem Vorort Berlins, das einzige Privatmuseum der DDR, das ganz im Stil der Gründerzeit eingerichtet ist.

Als einziger bekannte trans Mensch der DDR wird sie auch dort schikaniert und bleibt selbst im wiedervereinten Deutschland, wo ihr das Bundesverdienstkreuz verliehen wird, eine Außenseiterin. 1997 wird bekannt, dass sie Anfang der 70er Jahre für die Stasi gearbeitet hatte. Sie habe aber nur etwas von amerikanischen Soldaten erzählt. „Mehr nicht“, so „Lottchen“ gegenüber der taz.

Deutschland 1992 · R & Db: Rosa von Praunheim · K: Lorenz Haarmann • Mit Charlotte von Mahlsdorf, Jens Taschner, Ichgola Androgyn, Robert Dietl, Heiner Carow, Tima die Göttliche, Ovo Maltine u.a. · ab 12 J. · 94′

Mi 2. Mai 2022 • 18:30 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Verzaubert

Lebensläufe von Homosexuellen aus einer Zeit, als sie sich noch nicht lesbisch oder schwul nannten, sondern „verzaubert“
Regisseurin Dorothée von Diepenbroick ist anwesend!

13 Männer und Frauen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren geben Auskunft darüber, wie sie Nationalsozialismus, Krieg und Nachkriegszeit in Hamburg erlebten. Sie erzählen von ersten heimlichen Romanzen, Vorladungen durch Sittenpolizei und Gestapo, Tarn-Ehen, Rosa Winkel, über Verfolgung und Vernichtung, über Subkultur und über ihren Alltag. Zum Beispiel Edith, die gemeinsam mit ihrer Freundin 38 Jahre lang ein Kaffee- und Konfitürengeschäft geführt hat. Oder Rudolf, der seine glücklichste Zeit erlebte, als er beim Fronttheater im Zweiten Weltkrieg Frauenrollen spielen durfte. In den Interviews wird nicht versucht, ein bisher „vergessenes“ Kapitel der Geschichtsschreibung nachzuliefern, sondern Schwule und Lesben mit ihren unterschiedlichen Lebenserfahrungen und -geschichten selbst zu Wort kommen zu lassen.

VERZAUBERT war der erste Film über Schwule und Lesben im Deutschland der NS-Zeit in der frühen Bundesrepublik. Auch 30 Jahre später ist das dokumentarische Porträt noch genauso mitreißend wie zur Zeit seiner Entstehung.

Deutschland 1992 · R & Db: Dorothée von Diepenbroick, Jörg Föckele, Jens Golombek, Dirk Hauska, Sylke Jehna · K: Vera von Wilcken · ab 0 J. · 92′

Mo 11. April 2022 • 18:30 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Das Ende des Schweigens

Die Frankfurter Homosexuellenprozesse 1950/1951 stürzten viele Männer ins Unglück

Als der 17-jährige Strichjunge Otto Blankenstein im Sommer 1950 von der Polizei in Frankfurt am Main aufgegriffen wird, findet sie bei ihm ein Notizbuch mit den Namen seiner Kunden. In den darauffolgenden zehn Monaten wird gegen mehr als 200 homosexuelle und bisexuelle Männer ermittelt, rund 100 werden verhaftet, quer durch alle Schichten, vom Arbeiter bis zum Arzt. Blankenstein entfacht damit eine der größten Verfolgungen einer Minderheit in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg: Die Frankfurter Homosexuellenprozesse 1950/1951 stürzen hunderte Männer ins Unglück. Sie tragen dazu bei, dass der § 175 in den Jahrzehnten danach wieder als Instrument zur Verfolgung Homosexueller eingesetzt wird.

»Verdienstvoll ist […], dass der Film an die seinerzeit spektakulären und heute vergessenen Homosexuellenprozesse von 1950/51 erinnert und einem der Hauptbetroffenen, der nie finanziell entschädigt wurde, ein überfälliges Denkmal setzt.« (Tom Zwicker, Strandgut)

»Ebenso wichtig ist die Erkenntnis, dass sämtliche Freiheiten, die heute bestehen, hart erkämpft sind und viele Opfer forderten. Daran zu erinnern kann sich DAS ENDE DES SCHWEIGENS als Verdienst anrechnen; der Filmtitel sollte von uns allen als Appell begriffen und umgesetzt werden.« (kino-zeit.de)

Deutschland 2020 · R: van-Tien Hoang · Db: van-Tien Hoang, Holger Heckmann · K: Tim Lota · ab 12 J. · 82′

Mo 4. April 2022 • 18:30 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Plakat Das Ende des Schweigens

Loving Highsmith

Vitijas vielschichtige Liebesbiografie führt uns in ein Reich der Sehnsüchte und Obsessionen …

Mit Romanen wie „Zwei Fremde im Zug“ und „Der talentierte Mr. Ripley“ schafft Patricia Highsmith Weltliteratur. Die Verfilmungen erreichen ein riesiges Publikum. Ihr Privatleben hält die Meisterin des psychologischen Thrillers derweil zeitlebens vor der Öffentlichkeit verborgen. Dass sie lesbisch ist, weiß nicht einmal ihre Familie in Texas. Ihren lesbischen Liebesroman „Salz und sein Preis“/„Carol“ kann sie 1952 nur unter Pseudonym herausbringen. Über ihr eigenes, bewegtes Liebesleben schreibt sie in ihren Tage- und Notizbüchern. Diese werden erst nach ihrem Tod in einem Wäscheschrank in ihrem Haus im Schweizer Tessin entdeckt.

Auf Basis dieser Aufzeichnungen, die im Herbst 2021 zum 100. Geburtstag der Autorin zum ersten Mal veröffentlicht wurden, erzählt Regisseurin Eva Vitija von Highsmiths Lieben und Leidenschaften. Passagen aus den Büchern, die von Maren Kroymann gelesen werden, stehen neben Interviews mit früheren Freundinnen und Highsmiths Familie sowie Szenen aus den weltberühmten Verfilmungen ihrer Romane.

Deutschland/Schweiz 2022 · R& Db: Eva Vitija · K: Siri Klug · ab 12 J. · 84′
Mo 21. März 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)
 
Plakat Loving Highsmith

Cicada

Frisch verliebt in New York

Ben ist „back on the dick“: Nach einer Reihe gescheiterter Beziehungsversuche mit Frauen hat der New Yorker Gelegenheitsjobber endlich wieder Sex mit Männern. Die Anbahnungen laufen zunächst eher random ab, online oder in Clubs. Doch dann begegnet er vor einem hippen Buchladen dem Datentechniker Sam und flirtet ihn erfolgreich mit Nietzsche an. Doch Ben und Sam tragen beide Wunden mit sich herum, die noch nicht verheilt sind.

Matthew Fifer und Kieran Mulcare betten ihre schwule Liebes­geschichte in den faszinierenden queeren Kosmos New Yorks zwischen Clubbing, Kulturevents und sexueller Intimität ein. In dem sehr persönlichen Film erzählen sie von zwei jungen Männern, die füreinander ihre inneren Mauern fallen lassen und dahinter Schönheit entdecken.

»Ich war es leid, dieselbe Missbrauchsgeschichte wieder und wieder erzählt zu sehen – Traumatisierung um der Dramaturgie willen, Schmerz ohne Leichtigkeit, Filmemacher, die Erfahrungen vermittelten, die sie nicht selbst gemacht hatten – kollektive Traumatisierungen. Tatsächlich ist eins von drei Mädchen und einer von fünf Jungen sexuell missbraucht worden, bevor sie das Alter von achtzehn Jahren erreichten.« (Matthew Fifer)

USA 2020 · R: Matthew Fifer, Kieran Mulcare · Db: Matthew Fifer · K: Eric Schleicher • Mit Matthew Fifer, Sheldon D. Brown, Sandra Bauleo u.a. · ab 16 J. · engl.OmU · 96′
Mo 14. Februar 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)
 
Plakat Cicada

Boy Meets Boy

Eine echte queere Berliner Indie-Perle!

Ein Club in Berlin. Harry feiert schon seit 48 Stunden. Am nächsten Tag muss er zurück nach Großbritannien. Da steht plötzlich Johannes vor ihm und küsst ihn in der verschwitzten Euphorie der Tanzfläche. Die nächsten 15 Stunden sind die beiden unzertrennlich. Sie streifen durch die Straßen, reden, knutschen, trinken Kaffee und plündern ein Hotel-Buffet. Je länger sie zusammen sind, desto intensiver wird ihre Beziehung – und umso schmerzlicher das Bewusstsein, dass ihnen dafür nicht mehr viel Zeit bleibt.

Das Spielfilmdebüt des spanischen Regisseurs Daniel Sánchez López steht in der besten Tradition des realistischen Liebesdramas: gefilmt an Originalschauplätzen mit zum Teil improvisierten Dialogen und zwei hinreißenden Neuentdeckungen – Matthew James Morrison und Alexandros Koutsoulis.

Deutschland 2020 · R: Daniel Sánchez López · Db: Hannah Renton, Daniel Sánchez López · K: Hannah Marie Biørnstad, Bjoern Hahn • Mit Alexis Koutsoulis, Mathew Morrison u.a. · ab 12 J. · engl./dt.OmU · 75′ 
Mo 10. Januar 2022 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)
 
Plakat Boy Meets Boy

Weekend

Zum 10-jährigen Geburtstag kehrt der Schlüsselfilm des New Wave Queer Cinema auf die große Leinwand zurück

WEEKEND hat mit seiner tief empfundenen Romantik und seiner ehrlichen Darstellung von schwuler Lebenswirklichkeit bereits eine ganze Generation queerer Zuschauer*innen verzaubert. Zum 10-jährigen Geburtstag kehrt der Schlüsselfilm des New Wave Queer Cinema auf die große Leinwand zurück!
 
Freitagabend in England. Nach einer Dinnerparty bei seinen Hetero-Freunden zieht Russell reichlich betrunken allein in eine Schwulenbar weiter. Am nächsten Morgen liegt Glen neben ihm im Bett. Was wie ein One-Night-Stand beginnt, wird viel mehr: Russell und Glen verbringen den ganzen Samstag zusammen, im Bett und in Bars, sie betrinken sich, nehmen Drogen, erzählen von sich, streiten, haben Sex, lernen sich kennen. Doch am Sonntagmorgen geht Glens Flieger in die USA …
 
In seinem zweiten Spielfilm erzählt Andrew Haigh (Looking) die authentische Geschichte zwischen zwei unterschiedlichen jungen Männern, denen nur ein knappes Wochenende bleibt, um sich füreinander zu entscheiden. Das vielfach ausgezeichnete Drama mit Tom Cullen und Chris New ist noch immer einer der wahrsten und schönsten Liebesfilme der jüngeren Vergangenheit.

Großbritannien 2011 · R & Db: Andrew Haigh · K: Urzula Pontikos • Mit Tom Cullen, Chris New u.a. · ab 16 J. · engl.OmU · 97′

Mo 13. Dezember 2021 • 20:45 Uhr im Cinema (kleiner Saal)
 
Plakat Weekend

TRANS – I Got Life

Zum Transgender Day of Remembrance | Gedenktag für die Opfer von Transphobie

Der Film TRANS – I Got Life bietet selten gesehene, ehrliche Einblicke in das häufig zerrissene Lebensgefühl von trans Menschen und in die komplexen psychischen, hormonellen und chirurgischen Aspekte ihrer Transition.

Die Regisseurinnen Imogen Kimmel und Doris Metz haben das Vertrauen von sieben Menschen gewonnen, die sich dazu entschlossen haben ihren Weg zu gehen. TRANS – I Got Life destilliert aus den Lebensgeschichten von sieben charismatischen Menschen das weite Spektrum der Transidentität.

TRANS – I Got Life ist eine sinnliche Reise in die Zwischenwelten jenseits festgeschriebener Geschlechternormen, in intime Lebensräume und in die Chirurgie, die zum Kreißsaal für eine zweite Geburt wird. Subtil und vielschichtig wird dabei das Transerleben auch auf die Bild-und Tonebene übertragen.

Der Kinodokumentarfilm ist ein starkes Plädoyer dafür, dass wir Menschen uns nicht mehr länger durch die 0,3 Prozent der DNA definieren, die uns unterscheiden, sondern durch die 99,7 Prozent, die uns verbinden. Damit eröffnet er zugleich die gesellschaftliche Debatte über eine Welt, in der die Geschlechter nicht mehr schwarzweiß festgeschrieben sind, sondern als fluide aufgefasst werden TRANS – I Got Life betrifft und berührt alle, die in dieser Welt leben. Willkommen im 21. Jahrhundert!

»Es gibt viele Transdokumentationen – aber keine ist wie diese. Hier kommen tatsächlich die Protagonist:innen zu Wort und keine „besser wissende Stimme aus dem Off“ verdreht irgendwas. Das macht diesen Film einzigartig und besonders. Wir sind stolz darauf, dass wir dieses Projekt unterstützend begleiten durften.« TransMann e.V.

D 2021 · R: Imogen Kimmel und Doris Metz · ab 12 J. · 95‘
Sa 20. November 2021 • 16:00 Uhr im Cinema
Plakat TRANS – I Got Life

Tove

Das aufregende Leben der wohl bekanntesten Zeichnerin Finnlands – die Mutter der „Mumin“-Bücher

Als die junge Künstlerin Tove Jansson 1945 in Helsinki die Mumins erfindet, steckt sie gerade mitten in einer Sinnkrise: Sie führt eine offene Beziehung mit dem linken Politiker Atos und ist wild verliebt in die aufregende Theaterregisseurin Vivica. Toves Vater, ein renommierter Bildhauer, blickt verächtlich auf ihre Arbeit. Und auch sie selbst würde lieber mit moderner Kunst reüssieren. Doch ausgerechnet ihre nebenbei gezeichneten Geschichten von den Trollwesen mit den Knollnasen werden von einer Zeitung in Serie gedruckt – und machen Tove in kurzer Zeit reich und berühmt.

In „Tove“ erzählt Regisseurin Zaida Bergroth vom aufregenden Leben der wohl bekanntesten Autorin und Zeichnerin Finnlands, deren bahnbrechendes Werk bereits Generationen von Kindern und Erwachsenen verzaubert hat. Berühmt geworden ist Tove Jansson (1914-2001) mit den „Mumin“-Büchern und -Comics, die weltweit in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurden.

Finnland/Schweden 2020 · R: Zaida Bergroth · Db: Eeva Putro · K: Linda Wassberg • Mit Alma Pöysti, Krista Kosonen, Shanti Roney, Joanna Haartti u.a. · schwed.OmU · 100′
Mo 11. Oktober 2021 • 16:00 Uhr im Cinema
Plakat Tove

Hochwald

Die Geschichte des schrägen und sensiblen Marios, dessen Leben allmählich aus den Fugen gerät

Mario tanzt für sein Leben gern, aber in dem streng katholischen Bergdorf, in dem er mit seiner Mutter wohnt, hat der sensible junge Mann damit keine Zukunftsperspektive. Stattdessen hält er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und betäubt seinen Frust mit Drogen. Als ihm sein Freund Lenz, dem als Winzersohn andere Türen offenstehen, mit nach Rom nimmt, sieht Mario seine Chance auf eine Tanzkarriere endlich gekommen. Doch in einer Schwulenbar werden die beiden Opfer eines Terroranschlags, Lenz stirbt. Zurück im Dorf hat Mario das Gefühl, dass sein Tod die kleinere Lücke hinterlassen hätte. Halt findet er ausgerechnet bei dem Moslem Nadim und dessen gläubigen Brüdern…

In ihrem Regiedebüt erzählt Evi Romen inmitten der trügerischen Idylle der Südtiroler Berge von einem jungen Mann, der an dem Ort, in den er hineingeboren wurde, vollkommen fehl am Platz ist. Er muss raus aus der Enge, in ein anderes, freieres Leben – sonst bleibt er für immer ein Verlorener. Marios Geschichte verknüpft sie mit dem Thema terroristische Bedrohung und der damit verbundenen Gefahr der Stigmatisierung von Menschen, die anders glauben. Für ihr vielschichtiges und bildgewaltiges Außenseiterdrama, in dem Newcomer Thomas Prenn und Noah Saavedra („Egon Schiele – Tod und Mädchen“) glänzen, wurde sie u.a. mit dem Goldenen Auge des Zürich Film Festivals und dem Große Diagonale Preis ausgezeichnet. Beim Österreichischen Filmpreis 2021 war „Hochwald“ in neun Kategorien nominiert (u.a. Bester Film). Thomas Prenn erhielt für sein mitreißendes Porträt den Preis als Bester Hauptdarsteller.

Belgien/Österreich 2020 · R & Db: Evi Romen · K: Martin Gschlacht, Jerzy Palacz • Mit Thomas Prenn, Noah Saavedra, Josef Mohamed u.a. · 108′

Mo 13. September 2021 • 20:45 Uhr im Cinema
Plakat Hochwald

Sequin in a Blue Room

Coming-of-Age in Zeiten von Grindr, Gayromeo und Co.

Sequin ist 16 und erkundet sein Begehren mit anonymen Sexdates, die er über Apps klar macht. Dabei hat er nur eine Regel: Nie einen Kerl zweimal treffen! Bis er über einen Chat im Blue Room landet, einer mysteriösen Gruppensex-Party ohne Limits. Sequin gerät in den Bann eines betörenden Fremden – und muss ihn am nächsten Tag unbedingt wiedersehen! Der Beginn einer gefährlichen Suche nach dem Objekt der Begierde.

Coming-of-Age in Zeiten von Grindr, Gayromeo und Co.: In seinem berauschenden Debütfilm bettet Samuel Van Grinsven das sexuelle Erwachen eines Teenagers in einen lustvollen Thrillerplot, in dem der australische Shooting-Star Conor Leach als rothaariger Twink im Pailettenhemd funkelt.

Australien 2019 · R: Samuel van Grinsven · Db: Jory Anast, Samuel Van Grinsven · K: Jay Grant • Mit Conor Leach, Samuel Barrie, Jeremy Lindsay Taylor u.a. · engl.OmU · 80′
Mo 9. August 2021 • 20:45 Uhr im Cinema
Plakat Sequin in a Blue Room