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Jüdisches Leben

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Meistens am 4. Sonntag jedes zweiten Monats zeigen wir einen ausgewählten Film zu jüdischen Themen, Kultur und/oder Lebensweisen.
Das Judentum gehört für uns genauso zu Deutschland wie der Islam und alle anderen Religionen. Uns ist wichtig, dass alle Facetten der deutschen Kultur sichtbar sind und ihren Raum haben. Dies u.E. ist ein Baustein gegen Fremdenhass und Antisemitismus.

Die bereits gezeigten Filme der Reihe finden sich in unserem Archiv.

Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf

Ein Lehrstück zur Widerstandsfähigkeit in heutigen Zeiten

Albrecht Weinberg überlebt den Holocaust. 60 Jahre nach dem Exil in Amerika kehrt er in seine alte Heimat Ostfriesland zurück. Nicht, weil er Deutschland noch einmal sehen will, sondern weil er fast blind ist und auf Hilfe angewiesen ist. In Leer kommt er am vermeintlichen Ende seines Lebens an — und findet dort etwas, womit niemand mehr gerechnet hat: einen Neubeginn an der Seite von Gerda Dänekas, einst seine Pflegerin, nun seine Freundin und Mitbewohnerin. Zusammen sind sie die älteste WG Deutschlands.

Und Albrecht beginnt zu erzählen: von seinem Leben, von „Mama“ und „Papa“, von dem, was bleibt, wenn alles verloren ging. Das Publikum erlebt, wie Schüler neben dem alten Mann im Rollstuhl hinknien und in Tränen ausbrechen, weil die Wucht seiner Geschichte kaum auszuhalten ist. Er trägt das Grauen in seinem Kopf und im Herzen ein kindliches Vertrauen in die Menschen, die ihm begegnen. Zugewandt, liebevoll, immer neugierig und offen.

Weinberg starb im Mai im Alter von 101 Jahren. Er hinterlässt Hunderte Freund*innen und Weggefährt*innen sowie seine beste Freundin Gerda.

»Ein meisterhafter Film über eine Rückkehr ins Land der Täter« DER SPIEGEL

»Albrecht Weinbergs Lebensgeschichte lehrt uns Widerstandsfähigkeit gegenüber den Gefahren der Gegenwart.« Stern

Deutschland 2026 · R: Güner Yasemin Balci, Jesco Denzel · K: Jesco Denzel, Bernd Hermes • Mit Albrecht Weinberg und Gerda Dänekas · ab 6 J. · 90′

So 25. Oktober 2026 • 17:00 Uhr im Cinema (kleiner Saal)  

Plakat Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf

Holocaust und nationalsozialistische Verfolgung, Antisemitismus, Konzentrationslager, Verlust von Familienangehörigen, Tod und Trauer sowie emotional belastende Schilderungen und Erinnerungen.

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Jüdisches Leben – kürzlich vergangene Filme

Archiv

Monk in Pieces

Porträt einer einzigartigen Künstlerin

Meredith Monk – jüdisch-amerikanische Komponistin, Performerin und interdisziplinäre Künstlerin – zählt zu den großen Pionierinnen der Gegenwart. MONK IN PIECES zeichnet mit ihrer Musik im Zentrum sowie mit Stimmen von Björk und David Byrne ein vielschichtiges Porträt, das Aufbau und Geist von Monks eigenem Werk widerspiegelt und ihr einzigartiges Vokabular aus Klang und Bild erfahrbar macht. Ihre religiöse Herkunft steht zwar selten explizit im Vordergrund, Fragen von Spiritualität, Ritual und Gemeinschaft spielen jedoch eine wichtige Rolle in ihrem Werk.

Als Frau in der männlich dominierten Downtown-Kunstszene New Yorks der 1960er- und 1970er-Jahre musste Monk hart um Anerkennung kämpfen und sah sich früh sexistischer Kritik ausgesetzt. Doch wie ihr Weggefährte Philip Glass betont, war und ist sie eine Künstlerin von unverwechselbarer Originalität.

Der Film wendet sich schließlich der Vergänglichkeit zu: Monk übergibt ihr Meisterwerk ATLAS erstmals anderen Künstler*innen zur Neuinszenierung an der Los Angeles Philharmonic und steht nach sechs Jahrzehnten eigenen Inszenierens vor dem Loslassen. Auch ihr Privatleben findet Resonanz – die langjährige Beziehung zur niederländischen Choreografin Mieke van Hoek und deren Tod 2002 prägten Monk tief und spiegeln sich in Werken wie Impermanence wider.

Am 18. März 2026 erhält Monk den mit 15.000 Euro dotierten Großen Kunstpreis Berlin 2026 für ihr Lebenswerk. 

USA, Frankreich Deutschland 2025 · R: Billy Shebar · Db: Billy Shebar, David C. Roberts · K: Jeff Hutchens, Ben Stechschulte · Musik: Meredith Monk · ab 6 J. · engl.OmU · 94′

So 22. März 2026 • 17:00 Uhr im Cinema (kleiner Saal)  

Monk in Pieces - Plakat

Thematisierung von Krankheit und Tod, persönliche und emotionale Erinnerungen, experimentelle Bild- und Klanggestaltung

Der Ruf

Ein aus dem Exil zurückkehrender jüdischer Professor versucht, in Deutschland wieder Fuß zu fassen.

Professor Mauthner folgt 1948 nach langen Jahren im Exil einer Berufung an eine deutsche Universität und möchte seine Lehrtätigkeit wieder aufnehmen. 1933 emigrierte er in die USA und entging als Jude der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Seine Rückkehr ist von Hoffnung auf Versöhnung, aber auch von Zweifeln und Enttäuschungen geprägt. Warnungen vor einem weiterhin antisemitischen Deutschland schlägt er aus Sehnsucht nach seiner Heimat in den Wind und wagt den Neuanfang. Zwar nimmt er seine Lehrtätigkeit wieder auf, doch Ablehnung sowie feige Intrigen reaktionärer Kollegen und Studenten erschweren ihm die Rückkehr.

Das Drehbuch stammt von Fritz Kortner, der ebenfalls in die USA emigrieren musste, und weist semi-autobiografische Züge auf. Der Film gilt als eines der bedeutendsten und psychologisch stimmigsten Filmdokumente deutscher Remigration. Er setzt sich intensiv mit den moralischen und gesellschaftlichen Folgen des Nationalsozialismus auseinander und zeigt, wie schwierig der Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg war. Zugleich schildert er die fortbestehenden Verflechtungen alter Nazi-Seilschaften in der Nachkriegsordnung.

Deutschland 1949 · R: Josef von Báky · Db: Fritz Kortner · K: Werner Krien · Mit Fritz Kortner, Rosemarie Murphy, Johanna Hofer, Lina Carstens, William Sininger, Michael Murphy · ab 12 J. · 104‘

So 28. Juni 2026 • 17:00 Uhr im Cinema (kleiner Saal)  

Plakat Der Ruf

Antisemitismus, Ausgrenzung und Diskriminierung, Nachwirkungen des Nationalsozialismus, emotionale Belastung durch Exil und gesellschaftliche Ablehnung.

Bad Shabbos

Schwarze Komödie zwischen Schabbat, Familienchaos und Leiche im Badezimmer

Eigentlich soll es ein harmonischer Abend werden: Zum ersten Mal treffen sich beide Familien zu einem gemeinsamen Schabbat-Dinner. Doch die Stimmung kippt schlagartig, als plötzlich ein Toter im Badezimmer entdeckt wird. Während alle bemüht sind, die religiösen Regeln des Schabbats einzuhalten und zugleich die Fassade eines gelungenen Familienabends zu bewahren, entwickelt sich ein immer absurderes Chaos aus Lügen, Konflikten und hektischen Rettungsversuchen.

Regisseur Daniel Robbins verbindet in seinem Spielfilmdebüt rabenschwarzen Humor mit jüdischer Alltagsbeobachtung und präzisem Timing. Zwischen familiären Spannungen, Generationskonflikten und moralischen Dilemmata entsteht eine temporeiche Ensemblekomödie, die ihre Figuren liebevoll zeichnet und gleichzeitig genüsslich in peinliche Situationen stürzt. Die pointierten Dialoge und das komödiantische Zusammenspiel erinnern stellenweise an klassische Screwball-Komödien, bleiben dabei jedoch fest in der Gegenwart jüdischen Lebens verankert.

»Mit scharfem Witz und großer Spielfreude entwickelt sich Bad Shabbos zu einer ebenso chaotischen wie warmherzigen Familienkomödie.« (The Hollywood Reporter)

USA 2024 · R & Db: Daniel Robbins · K: Matt Clegg • Mit Milana Vayntrub, Ashley Zukerman, David Paymer, Kyra Sedgwick, Cliff „Method Man“ Smith u. a. · engl.OmU · 84‘

So 26. Juli 2026 • 17:00 Uhr im Cinema (kleiner Saal)  

Plakat Bad Shabbos

Tod und Leichendarstellung im komödiantischen Kontext, familiäre Konflikte, schwarzer Humor und stressgeladene Situationen.