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Queer Monday

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Jeden 2. Montag im Montag präsentieren wir als Queer Monday, teilweise in Zusammenarbeit mit dem Cinema, Vorpremieren und aktuelle Filme, die es meistens nicht ins reguläre Kinoprogramm schaffen. 
Zusätzlich stellen wir auch thematische Reihen zusammen.
Hier ist unser Archiv mit den bisher gezeigten Filmen.

Am jeden ersten Novemberwochenende findet das LGBTIQ+ Festival QUEERSTREIFEN statt. Das hat eine eigene Website.

Free at Heart

Eine Liebe, die alles durcheinanderbringt

Der sechzehnjährige Sebastian genießt einen scheinbar unbeschwerten Sommer in der Kleinstadt. Tagsüber Schule, nachts trifft er sich mit Freund*innen am See, trinkt Bier und raucht Gras. Doch dann taucht plötzlich der gleichaltrige Kolja in seiner Familie auf. Er soll der Sohn einer gerade verstorbenen Freundin von Sebastians Vater sein – und zieht mit seiner selbstbewussten Art sofort alle in seinen Bann. Niemanden jedoch so sehr wie Sebastian.

Zwischen den beiden entwickelt sich eine immer stärkere Anziehung. Für Sebastian beginnt eine emotionale Achterbahnfahrt, die nicht nur sein bisheriges Leben, sondern auch seine Familie aus dem vertrauten Kleinstadtalltag reißt. Gefühle brechen hervor, die niemand wahrhaben möchte, und eine Liebe entsteht, die sich nicht an die Regeln hält, die andere für sie vorgesehen haben.

Mit FREE AT HEART legt Schauspieler Max Hegewald sein Langfilmdebüt als Regisseur und Drehbuchautor vor. Vor der sommerlichen Kulisse aus Wäldern, Feldern, Landstraßen und Badeseen erzählt er ein intensives queeres Coming-of-Age-Drama über Begehren, Selbstfindung und den Mut, den eigenen Gefühlen zu folgen. Linus Moog und Aurel Klug verkörpern Sebastian und Kolja, deren Begegnung eine vermeintlich heile Welt aus dem Gleichgewicht bringt. Ein mutiger deutscher Debütfilm über die Wucht einer ersten Liebe.

Deutschland 2025 · R & Db: Max Hegewald · K: Marius von Felbert • Mit Linus Moog, Aurel Klug, Marlene Strawe, Leon Ndiaye u.a. · ab 16 J. · 115′

Mo 12. Oktober 2026 • 20:30 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Alkohol- und Cannabiskonsum, Tod und Trauer, familiäre Konflikte, Homophobie und queerfeindliche Äußerungen, sexuelle Inhalte.

A Body to Live In

Queere Körper, Lust und Schmerz – eine Geschichte der Body-Modification-Bewegung

Fakir Musafar (1930–2018) war Fotograf, Performancekünstler und eine der prägenden Figuren der modernen Body-Modification-Bewegung. Bereits als Jugendlicher begann er, mit Piercings, Fesselungen und Veränderungen des eigenen Körpers zu experimentieren und diese Erfahrungen fotografisch festzuhalten. Später verstand er auch Gender als etwas Veränderbares und beschrieb sich selbst als genderfluid.

Regisseur Angelo Madsen nimmt Musafars Leben und umfangreiches Archiv zum Ausgangspunkt für eine Reise durch eine wenig bekannte queere Kulturgeschichte: von schwulen BDSM-Partys der 1970er-Jahre und den ersten Piercingstudios über die Radical Faeries und die AIDS-Krise bis zur Performancekunst. Weggefährt*innen wie Annie Sprinkle und Ron Athey erzählen von einer Szene, in der die Arbeit am eigenen Körper auch zur Suche nach Identität, Intimität, Gemeinschaft und spiritueller Erfahrung wurde.

Dabei betrachtet der Film seinen Protagonisten keineswegs unkritisch. Auch die Aneignung spiritueller und kultureller Praktiken und die damit verbundene Frage nach kultureller Verantwortung werden thematisiert. Madsen vermeidet bewusst den sensationsheischenden Blick auf extreme Körperpraktiken: Ihn interessiert weniger, was ein Körper aushalten kann, als was Menschen durch ihren Körper erfahren und ausdrücken können.

USA 2025 · R & Db: Angelo Madsen · K: Talena Sanders • Mit Fakir Musafar, Cléo Dubois, Ron Athey, Annie Sprinkle, Midori u.a. · engl.OmU · 97′

Mo 9. November 2026 • 20:30 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Blut, Piercings und teils drastische Körpermodifikationen, BDSM-Praktiken, Aufhängung des Körpers an Haken, AIDS-Krise, kulturelle Aneignung indigener spiritueller Praktiken.

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Queer Monday – kürzlich vergangene Filme

Archiv

Ein Sommer in Paris

Verloren im olympischen Trubel – und auf der Suche nach sich selbst

Eigentlich wollte Blandine gemeinsam mit ihrer Partnerin Caroline nach Paris reisen, um bei den Olympischen Spielen ihr Idol, die Schwimmerin Béryl Gastaldello, anzufeuern. Doch die Beziehung ist zerbrochen, und so macht sie sich allein auf den Weg. Die Reise bietet ihr zugleich Gelegenheit, ihre Halbschwester Julie wiederzusehen, zu der sie seit zehn Jahren keinen Kontakt mehr hatte, und erstmals ihre achtjährige Nichte kennenzulernen.

In Paris angekommen, stolpert die schüchterne Blandine von einer Zurückweisung in die nächste. Sie verirrt sich, wird übersehen, abgewiesen und herumgeschubst – und nimmt all das erstaunlich widerspruchslos hin. Blandine ist es gewohnt, die Bedürfnisse anderer über ihre eigenen zu stellen, Konflikten auszuweichen und sich ständig zu entschuldigen. Erst langsam beginnt sie zu erkennen, was sie selbst eigentlich will.

Regisseurin Valentine Cadic drehte ihr Langfilmdebüt tatsächlich 2024 zu den Olympischen Spielen. Während Blandine von der olympischen Euphorie mitgerissen wird, erlebt sie zugleich eine andere Seite der Spiele: Verdrängung, soziale Konflikte und den Stress, den das Großereignis für viele Pariser*innen bedeutet.

LE RENDEZ-VOUS DE L’ÉTÉ · Frankreich 2025 · R: Valentine Cadic · R & Db: Valentine Cadic, Mariette Désert · K: Naomi Amarger • Mit Blandine Madec, India Hair, Arcadi Radeff u.a. · ab 12 J. · franz.OmU · 77‘

Mo 14. September 2026 • 20:30 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Trennung und Liebeskummer, familiäre Entfremdung, soziale Ausgrenzung und Verdrängung im Umfeld der Olympischen Spiele.

Strange River

Ein Sommer voller Sehnsucht, Geheimnisse und Verwandlung

Die Sommerferien führen eine katalanische Familie entlang der Donau. Während seine Eltern in Erinnerungen an ihre Jugend schwelgen und seine jüngeren Brüder seine Nähe suchen, ist der sechzehnjährige Dídac lieber allein und still. Noch immer leidet er unter einer unerwiderten Liebe. Doch während der Reise begegnet ihm immer wieder derselbe geheimnisvolle Junge – am Ufer, im Wasser, in der Ferne und plötzlich ganz nah. Je häufiger Dídac ihn sieht, desto stärker gerät er in seinen Bann.

Ausgehend von eigenen Familienreisen entlang europäischer Flüsse erschafft Regisseur Jaume Claret Muxart ein poetisches Coming-of-Age-Drama über Familie, Begehren und Veränderung. Die Donau wird dabei selbst zur Figur: faszinierend, geheimnisvoll und ständig in Bewegung – wie Dídac auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Gedreht auf 16-mm-Film und durchzogen von den Geräuschen eines langen Sommers, verbindet STRANGE RIVER Naturbeobachtung mit traumgleichen Bildern und einer besonderen emotionalen Intensität.

Zugleich erzählt der Film von familiären Bindungen und davon, wie Eltern und Kinder einander prägen. STRANGE RIVER ist ein sinnlicher, selbstbewusster Beitrag zum queeren Coming-of-Age-Kino – voller Sehnsucht, Geheimnisse und der Magie eines Sommers, der alles verändert.

Spanien/Deutschland 2025 · R: Jaume Claret Muxart · Db: Jaume Claret Muxart, Meritxell Colell Aparicio · K: Pablo Paloma • Mit: Jan Monter Palau, Nausicaa Bonnín, Francesco Wenz, Jordi Oriol, u.a. · katalan./dt.OmU· 106‘

Mo 10. August 2026 • 20:30 Uhr im Cinema (kleiner Saal)

Queeres Erwachen, jugendliches Begehren, unerwiderte Liebe, emotionale Konflikte.

Queerstreifen zu den Pride Weeks

Sane Inside Insanity: The Phenomenon of Rocky Horror

Eine Dokumentation über Mythos, Kult und Gemeinschaft rund um „Rocky Horror“

Seit fast fünf Jahrzehnten ist „The Rocky Horror Picture Show“ weit mehr als ein Film: ein weltweites Ritual, ein queerer Sehnsuchtsort und ein anarchisches Fest der Selbstinszenierung. Mit Mitternachtsvorführungen, Callbacks und exzessiver Fan-Kultur wurde aus dem Musicalfilm von 1975 eines der langlebigsten Kultphänomene der Filmgeschichte.

Die Dokumentation SANE INSIDE INSANITY: THE PHENOMENON OF ROCKY HORROR zeichnet die außergewöhnliche Geschichte dieses popkulturellen Ausnahmezustands nach. Fans, Künstler*innen und Wegbegleiter*innen erzählen von der Entstehung, Wirkung und bleibenden Bedeutung des Films – zwischen Glamrock, Camp, sexueller Befreiung und queerer Sichtbarkeit. Dabei zeigt sich, wie „Rocky Horror“ über Jahrzehnte hinweg zu einem Ort der Gemeinschaft und Selbstermächtigung geworden ist.

Mit Archivmaterial, persönlichen Erinnerungen und Begegnungen mit Menschen aus der internationalen Fan- und Shadowcast-Szene schuf Andreas Zerr ein liebevolles Porträt eines Werks, das sich allen Konventionen widersetzte und gerade dadurch Kultstatus erreichte. Eine Hommage an die Freiheit, das Anderssein und die ungebrochene Faszination von „Rocky Horror“.

Deutschland 2025 · R & B: Andreas Zerr · K: Tilo Burmeister, Gordon Volk, Andreas Zerr • Mit: Daniel Abineri, Terry Ackland-Snow, Lou Adler u.a. · engl. OmU · 100‘

Do 13. August 2026 • Einlass 20:00 Uhr · Filmbeginn ca. 21:00 Uhr
bei Kamp-Flimmern am Hawerkamp 31

Sexuelle und queere Themen, Drag und Gender-Performance, Nacktheit, anzüglicher Humor, Fetisch- und Subkulturästhetik.