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Leinwandbegegnungen

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Leinwandbegegnungen – Filme, die bewegen und verbinden
Wir sind Leinwandbegegnungen, eine Filmreihe, die Menschen zusammenbringt und Raum für Austausch schafft. Einmal im Monat zeigen wir i.d.R. im Cinema Münster einen Film, der sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzt. Dabei legen wir Wert auf Perspektiven und Geschichten, die auf großen Leinwänden oft übersehen werden – von marginalisierten Stimmen bis hin zu Filmen aus weniger repräsentierten Ländern.

Vor und nach dem Film laden wir zum Austausch ein. Uns ist wichtig, Filme als Medium zu nutzen, um Begegnung zu ermöglichen, Themen erfahrbar zu machen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen.

Wir kooperieren gerne mit verschiedenen Initiativen und freuen uns immer über neue Gesichter – sei es im Publikum oder als Teil unseres Teams. Lust, mitzugestalten? Schreib uns, schau vorbei oder melde dich bei der nächsten Vorstellung!

📅 Wann? Meistens am 3. Mittwoch im Monat
🎟️ Eintritt: 5 €
📲Folge uns auf Instagram für Updates und Termine!

Komm vorbei, lass dich inspirieren – und erlebe, wie Filme Menschen verbinden können!

The Homes We Carry

Welten zusammenführen und verknüpfen

Hammer und Zirkel in Mosambik. Während einer Demonstration in Maputo weht die Flagge der DDR, getragen von „Madgermanes“, Vertragsarbeitern, die einst im Osten Deutschlands schufteten. Einige gründeten dort Familien, wie Eulidio. Seine Tochter Sarah wächst bei Mutter Ingrid in Berlin auf. Die Beziehung zu ihrer „zweiten Heimat“ gedeiht erst nach und nach. Auch dank Luana, Sarahs Baby, dessen Vater Eduardo ebenfalls aus Mosambik stammt.

»Die Erinnerungen an das Kernkraftwerk Lubmin sind Eulidio noch immer gegenwärtig. Heute frittiert er Pommes in Springs, Südafrika. Sarah indes kennt ihren Vater lange nur von einer Fotografie: ziemlich cool, mit Cap. Als Elfjährige trifft sie ihn zum ersten Mal, spürt, wie wohl sie sich fühlt inmitten von Menschen, deren Haut ähnlich dunkel ist wie ihre. Als erwachsene Frau beschließt sie, längere Zeit in Mosambik zu verbringen – und begegnet Eduardo. Auf dem Rückflug ist sie schwanger. Die dokumentarische Beobachtung von Brenda Akele Jorde widmet sich Sarahs Versuch, Fäden zusammenzuführen und fortzuspinnen, die im Zuge der Wende abgerissen sind. Und sie zeigt die Herausforderungen, die damit einhergehen: Ist Sarah in Deutschland mit Rassismus konfrontiert, gilt sie in Afrika als Deutsche. War es einst Vater Eulidio, der nach dem Mauerfall des Landes verwiesen wurde, ist es nun Eduardo, der seine Tochter nur sporadisch sieht.« (Carolin Weidner, DOK Leipzig)

»Als Tochter eines afrodeutschen Paares interessiere ich mich für die vielfältigen Ursprünge und Geschichten anderer afrodeutscher Familien. Diese sind in Deutschland weitgehend unbekannt oder unsichtbar. Das führt dazu, dass wir weniger als Teil der deutschen Gesellschaft gesehen werden und uns weniger als Teil fühlen können.« Brenda Akele Jorde

Deutschland 2022 · R: Brenda Akele Jorde · Db: Brenda Akele Jorde · K: David Simon Groß · dt./port./engl./ZuluOmU · 89′

Mi 18. März 2026 • 18:00 Uhr
im Cinema (kleiner Saal)  

Im September singt der Hahn – En septiembre canta el gallo

Die Geschichte der Nueva Cancion Chilena
Mit einem anschl. Gespräch mit Isabel Lipthay
Ein chorischer Dokumentarfilm, in dem Musik und Poesie, Archivbilder und Animationen neue Zeugnisse eines breiten Spektrums von in den frühen 1970er-Jahren aktiven populären Sänger*innen ablegen. Wertvolle Archivbilder aus den Jahren der Regierung von Salvador Allende (1970-1973) und Interviews mit Protagonist*innen der sogenannten Nueva Canción Chilena – Musiker*innen, die Teil historischer Ensembles wie Quilapayún, Inti-Illimani und Los Jaivas waren – bieten einen Einblick in das Engagement der chilenischen Musik vor einem halben Jahrhundert sowie in ihr traumatisches Ende durch den Militärputsch.
 
Ein besonderes Element des Films ist der portable Plattenspieler, den das Team zu den Interviews mitbrachte. Er diente dazu, alte Vinylplatten gemeinsam anzuhören und so Erinnerungen wachzurufen. Diese Methode öffnete emotionale Türen und erzeugte eine sehr persönliche Atmosphäre.
 
Zu sehen sind Musiker*innen von Roberto Márquez bis Isabel Parra, von Los Jaivas bis Inti-Illimani, von Roots-Gesang bis Psychedelia, einschließlich Andenmusik und deren Fusion mit klassischer Musik. Anhand dieser Stimmen versuchen die Filmemacher*innen die Beziehung zwischen der Welt der Kultur und der Welt der Politik erfahrbar zu machen. Nano Stern: „Wir wollten keinen nostalgischen Rückblick, sondern eine kritische Auseinandersetzung. In der Entmystifizierung liegt oft die wahre Größe dieser Zeit.“

EN SEPTIEMBRE CANTA EL GALLO · Chile 2023 · R: Luis Briceño, Nano Stern · K: Luis Briceño, Manuel Labra Saint-Jean • Mit Salvador Allende, Eduardo Carrasco, Patricio Castillo, Jorge Coulon, Eduardo Frei u.a. · span.OmU · 92′

Mi 15. April 2026 • 18:00 Uhr Cinema, kleiner Saal

Politische Repression und Militärputsch in Chile, historische Gewaltkontexte, traumatische Erinnerungen von Zeitzeug*innen.