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Leinwandbegegnungen

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Leinwandbegegnungen – Filme, die bewegen und verbinden
Wir sind Leinwandbegegnungen, eine Filmreihe, die Menschen zusammenbringt und Raum für Austausch schafft. Einmal im Monat zeigen wir i.d.R. im Cinema Münster einen Film, der sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzt. Dabei legen wir Wert auf Perspektiven und Geschichten, die auf großen Leinwänden oft übersehen werden – von marginalisierten Stimmen bis hin zu Filmen aus weniger repräsentierten Ländern.

Vor und nach dem Film laden wir zum Austausch ein. Uns ist wichtig, Filme als Medium zu nutzen, um Begegnung zu ermöglichen, Themen erfahrbar zu machen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen.

Wir kooperieren gerne mit verschiedenen Initiativen und freuen uns immer über neue Gesichter – sei es im Publikum oder als Teil unseres Teams. Lust, mitzugestalten? Schreib uns, schau vorbei oder melde dich bei der nächsten Vorstellung!

📅 Wann? Meistens am 3. Mittwoch im Monat
🎟️ Eintritt: 4 €
📲Folge uns auf Instagram für Updates und Termine!

Komm vorbei, lass dich inspirieren – und erlebe, wie Filme Menschen verbinden können!

¡No!

Kampagne zum Sturz Pinochets

Chile, 1989. Diktator Pinochet lässt eine Volksabstimmung über die Fortführung seiner Präsidentschaft durchführen. Alle Prognosen sagen den Sieg Pinochets voraus, der Staat und Medien mit eiserner Hand kontrolliert. In dieser fast aussichtslosen Situation engagieren die Führer der Opposition den brillanten jungen Werbefachmann René Saavedra (Gael García Bernal), obwohl der bisher mehr mit Erfrischungsgetränken als mit Politik zu tun hatte. Unter der ständigen Überwachung des Regimes, mit äußerst knappen Ressourcen und einigem Gegenwind aus den eigenen Reihen entwerfen René und sein Team aus dem Zauberkasten der Werbewelt eine knallig-bunte ¡NO!-Kampagne. Erst nach und nach wird René bewusst, mit wem er sich angelegt hat.

»Regisseur Pablo Larraín begibt sich mit „No“ erneut in die Untiefen der jüngsten chilenischen Geschichte. Nach dem er in „Post Mortem“ die Autopsie des Salvador Allende zeigte (sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn), widmet er sich nun dem Regime des Militärdiktators Augusto Pinochet. […] „No“ erzählt dies als wunderbar entschleunigte Satire, mit sanften Anleihen an den Hollywoodfilm „Wag the Dog“. Wie in Levinsons Komödie gilt auch bei Lorraín die Devise: Eine gute PR-Kampagne ist viel wirkungsvoller als ein vernünftiger politischer Diskurs. Politik ist Ware, es geht nur darum, wer sich und sein Anliegen besser verkaufen kann. […] Pablo Larraín bleibt trotz Genre-Wechsel seinen Stammthemen und Motiven treu. Erneut steht ein Mann im Mittelpunkt der Geschichte, den die politischen Umbrüche im Lande zwingen sich politisch zu engagieren. Für Larraín gibt es in Zeiten des gesellschaftlichen und politischen Umbruchs keine Enthaltung. Jeder muss Stellung beziehen und wird sich früher oder später schuldig machen.« Patrick Wellinski, kino-zeit.de

¡NO! Chile/Mexiko 2012 · R: Pablo Larraín · Db: Pedro Peirano · K: Sergio Armstrong · Musik: Carlos Cabezas • Mit Gael García Bernal, Alfredo Castro, Antonia Zegers, Luis Gnecco, Diego Muñoz u.a. · 118′

Mi 17. September 202518:00 Uhr
im Cinema (kleiner Saal)
mit Duo Contraviento

Lichter der Straße

Foto Lichter der Straße
Ein Plädoyer für die Anerkennung nomadischen Lebens

„Lichter der Straße“ beginnt mit einem sehnsuchtsvollen Blick auf die leere Landstraße, die sich wie ein Fluss in die Ferne schlängelt. Beschäftigt mit der Frage, wo nomadisch lebende Menschen in Deutschland Geborgenheit finden, beginne ich eine Reise entlang ihrer Wege und Geschichten. Ich begleite vier seminomadisch lebende Frauen und gewähre Einblicke in ihre Lebensweisen.

Magdalena, eine Wandergesellin, plant nach fast vier Jahren auf Wanderschaft nach Hause zurückzukehren, um sich als Landwirtin niederzulassen. Wird sie nach dieser Reise voller Freiheit Ruhe im Sesshaften finden?

Johanna, eine Aktivistin, lebt in einem umgebauten Lieferwagen und wechselt ständig zwischen mehreren Wagenplätzen. Ihre “Karre“ empfindet sie als ihren Schritt zur Spießigkeit. Der Film erkundet ihr Geborgenheitsgefühl in ständiger Bewegung.

Auch die fast unsichtbare Gemeinschaft der jenischen Frauen in Deutschland begleite ich auf meiner Reise. Einige ziehen wie eh und je saisonal von Ort zu Ort, während andere sich ganz niedergelassen haben.

Ich treffe die Familie von Elwera, einer ehemaligen Hochseilartistin, und ihre Enkelin Ghislaine. Sie versuchen, das Leben auf Märkten und Jahrmärkten aufrechtzuerhalten. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit heraus führten sie bisher ein Dasein im Verborgenen.

In „The Vagabond’s Garden“ treten sie erstmalig vor die Kamera und ihr beginnender politischer Kampf nach Anerkennung in diesem Land wird sichtbar. Der Film beleuchtet ausgehend von meinen eigenen Sehnsüchten nach Freiheit das utopische Potenzial des Nomadischen. Poetische Reflexionen und Straßenerkundungen zeichnen ein Bild von Wandernden, das dem Bewusstsein weitgehend unbekannt ist. Die Transitorte, die ich besuche, verdeutlichen diese verschwindende Lebensweise. In einem Land, in dem die Sesshaftigkeit der Normalzustand ist, entsteht ein Plädoyer für die Anerkennung, die die nomadischen Lebensweisen verdienen. Während ich erforsche, wo diese Wandernden Komfort finden, denke ich über die Zukunft dieser Lebensweisen nach. Kann ein „Leben im unterwegs Sein“ mit minimalem Besitz ein vielversprechendes Modell für unsere Gegenwart bieten? (Anna Friedrich)

Deutschland 2024 · R: Anna Friedrich · K: Robin Angst, Ray Peter Maletzki, Leonard Schmidt, Anna Friedrich · 86′

Mi 15. Oktober 202518:00 Uhr
im Cinema (kleiner Saal)  
a
nschl. Videocall mit  Regisseurin Anna Friedrich (geplant)

Elling

Leben nach der Psychiatrie

Zwei Jahre teilten sich Elling und Kjell Bjarne ein Zimmer in der Psychiatrie, dann werden sie in den normalen Alltag entlassen, bekommen eine Sozialwohnung und einen Sozialarbeiter. Jetzt sollen sie zeigen, dass sie damit klarkommen. Gar nicht so einfach für jemanden, für den das Durchqueren eines Restaurants fast genauso schwierig ist wie eine Wanderung zum Südpol.

Als Kjell Bjarne die Frau seines Lebens trifft und Elling die Erkenntnis ereilt, dass er zum Poeten geboren ist, müssen die beiden alles geben, was sie haben – und sogar noch etwas mehr.

ELLING, ein Film über eine ungewöhnliche Freundschaft zweier ‚Blutsbrüder’ (nach der Romanvorlage von Ingvar Ambjörnsen), für die die Normalität ein großes Abenteuer ist, war in Norwegen der Kinoerfolg dieses Jahres. Über 800.000 Norweger – von insgesamt 4 Mio – haben sich von Elling und Kjell Bjarne bei ihrem Versuch, im ‚richtigen Leben’ klarzukommen, mitreißen lassen.

 

Norwegen 2001 · R: Peter Naess · Db: Axel Hellstenius · K: Svein Krøvel • Mit Per Christian Ellefsen, Sven Nordin, Per Christensen u.a. · ab 6 J. · 89

Mi 19. November 202518:00 Uhr
im Cinema (kleiner Saal)