Jüdisches Leben
Meistens am 4. Sonntag jedes zweiten Monats zeigen wir einen ausgewählten Film zu jüdischen Themen, Kultur und/oder Lebensweisen.
Das Judentum gehört für uns genauso zu Deutschland wie der Islam und alle anderen Religionen. Uns ist wichtig, dass alle Facetten der deutschen Kultur sichtbar sind und ihren Raum haben. Dies u.E. ist ein Baustein gegen Fremdenhass und Antisemitismus.
Die bereits gezeigten Filme der Reihe finden sich in unserem Archiv.
Monk in Pieces
Porträt einer einzigartigen Künstlerin
Meredith Monk – jüdisch-amerikanische Komponistin, Performerin und interdisziplinäre Künstlerin – zählt zu den großen Pionierinnen der Gegenwart. MONK IN PIECES zeichnet mit ihrer Musik im Zentrum sowie mit Stimmen von Björk und David Byrne ein vielschichtiges Porträt, das Aufbau und Geist von Monks eigenem Werk widerspiegelt und ihr einzigartiges Vokabular aus Klang und Bild erfahrbar macht. Ihre religiöse Herkunft steht zwar selten explizit im Vordergrund, Fragen von Spiritualität, Ritual und Gemeinschaft spielen jedoch eine wichtige Rolle in ihrem Werk.
Als Frau in der männlich dominierten Downtown-Kunstszene New Yorks der 1960er- und 1970er-Jahre musste Monk hart um Anerkennung kämpfen und sah sich früh sexistischer Kritik ausgesetzt. Doch wie ihr Weggefährte Philip Glass betont, war und ist sie eine Künstlerin von unverwechselbarer Originalität.
Der Film wendet sich schließlich der Vergänglichkeit zu: Monk übergibt ihr Meisterwerk ATLAS erstmals anderen Künstler*innen zur Neuinszenierung an der Los Angeles Philharmonic und steht nach sechs Jahrzehnten eigenen Inszenierens vor dem Loslassen. Auch ihr Privatleben findet Resonanz – die langjährige Beziehung zur niederländischen Choreografin Mieke van Hoek und deren Tod 2002 prägten Monk tief und spiegeln sich in Werken wie Impermanence wider.
Am 18. März 2026 erhält Monk den mit 15.000 Euro dotierten Großen Kunstpreis Berlin 2026 für ihr Lebenswerk.
USA, Frankreich Deutschland 2025 · R: Billy Shebar · Db: Billy Shebar, David C. Roberts · K: Jeff Hutchens, Ben Stechschulte · Musik: Meredith Monk · ab 6 J. · engl.OmU · 94′
So 22. März 2026 • 17:00 Uhr
Empört-Euch! Engagiert-Euch!
Stéphane Hessels Manifest gegen die Ungerechtigkeiten in der Welt
Stéphane Hessel schreibt mit 93 Jahren die kleine Streitschrift „Empört Euch!“, die eine millionenfache Auflage weltweit erreicht. In eindringlichen Worten ruft er die Menschen zum gewaltlosen Widerstand gegen die Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft auf. Das heißt aber auch: „Engagiert euch!“ für eine sozial gerechte Gesellschaft, den Schutz von Minderheiten und Asylsuchenden, für den Schutz der Umwelt und für einen interkulturellen Austausch auf Augenhöhe: Themen, die aktueller nicht sein können.
„Neues Schaffen heißt Widerstand leisten, Widerstand leisten heißt neues Schaffen.“
Stéphane Hessel ist am 20.10.1917 in Berlin geboren und am 27.02.2013 in Paris gestorben. Seine Eltern sind 1924 nach Frankreich ausgewandert. 1937 wurde Stéphane Hessel französischer Staatsbürger. Sein politisches Engagement entstand im Widerstand gegen die deutsche Besatzung – in der Résistance. 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet, zum Tode verurteilt und in das KZ Buchenwald gebracht. In der Stätte des Grauens, wo Hass und Gewalt herrschten, hat er an das Gegenteil gedacht, an ein freies Europa, das eine Zukunft hat. Dies blieb zeitlebens sein politisches Vermächtnis und als Diplomat kämpfte er für die weltweite Umsetzung der Menschenrechte.
Am 5. Juli 2017, kurz vor dem G20-Gipfel in Hamburg, tragen Autor*innen und Künstler*innen den vollständigen Text von „Empört Euch!“ vor. Mit dabei sind u. a. Auma Obama, Günter Wallraff, Konstantin Wecker und Mathieu Carrière. Hessel wurde im Alter von 93 Jahren durch dieses kurze Manifest überraschend zur Ikone der Protest- und Jugendbewegungen in Europa und Nordafrika sowie zu einem wichtigen Bezugspunkt der Occupy-Bewegung.
Deutschland 2017 · R & Db: Antje Starost, Hans-Helmut Grotjahn· K: Hans-Helmut Grotjahn · 53′
So 26. April 2026 • 17:00 Uhr
Die beiden Regisseur*innen, Antje Starost und Hans-Helmut Grotjahn, sind bei der Filmvorführung für ein Publikumsgespräch anwesend.
in Kooperation
mit pax christi
Content Notes
Thematisierung politischer Repression, Nationalsozialismus und Konzentrationslager, historische Gewaltkontexte.
Shiva Baby
Virtuos inszenierte Jewish cringe comedy
Trauerfeiern sind naturgemäß selten eine angenehme Angelegenheit. Für die junge Studentin Danielle hat das allerdings nicht die üblichen Gründe. Weder der Tod einer ihr ohnehin kaum bekannten Person, noch der verlogene bis desinteressierte Smalltalk der Trauergäste sind ihr Problem. Doch dann erscheint überraschend ihr heimlicher „sugar daddy“ samt Frau und Kind, was eine Reihe unangenehmer und unglaublich komischer Situationen auslöst, zumal auch ihre Ex-Freundin der trauerfeier beiwohnt. Durch die drohende Gefahr, dass ihr heimlicher Nebenverdienst mit Sexdienstleistungen auffliegt, gerät Danielle in eine Reihe unangenehm-skurriler Situationen. Danielle, die doch nicht ohne Familie und Gemeinschaft leben kann, sind dabei die Sympathien des Publikums sicher. Shiva Baby, das Regie-Debüt von Emma Seligman, bewegt sich gekonnt zwischen familiären Spannungen, religiösen Traditionen und dem Wunsch nach sexueller Unabhängigkeit.
»Alles in allem keine weltbewegenden Ereignisse, aber jeder Satz und jedes Bild sitzt.“ Auch inhaltlich soll der Film überzeugen: „Jede kleine Geste, jede abgebrochene Bemerkung, jeder panische Blick erzählt von einer Gesellschaft, in der Frauen allzeit vermessen und beurteilt, infrage gestellt und gedemütigt werden.« Anke Sterneborg, SZ
»Beiläufig, aber detailgetreu integriert Seligman Themen wie Judentum, Familie und Bisexualität (obwohl Danielles Eltern in sämtlichen Bereichen offener reagieren als viele andere ihrer Generation) und lässt ihre Heldin konsequent am Rande des Zusammenbruchs balancieren.« Jenni Zylka, taz
USA 2020 · R & Db: Emma Seligman · K: Maria Rusche • Mit Rachel Sennott, Danny Deferrari, Fred Melamed, Polly Draper, Molly Gordon, Glynis Bell u.a. · engl.OmU · 77′
So 24. Mai 2026 • 17:00 Uhr
Q & A mit Regisseurin Emma Eligman auf Youtube.














