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Guten Tag!
Ein Film-Festival wird festlich eröffnet, doch kein Film ist
auf der Leinwand zu sehen. Ein Skandal? Nein, die Queerstreifen!
Bei der achten Auflage unserer lesbisch-schwulen Filmtage
durchbrechen wir die Routine und machen alles ein bisschen
anders.

Unser erster Programmpunkt ist in
diesem Jahr ein Konzert. Die schottische Folk-Diva
Lorraine Jordan widmet ihre ausdrucksstarke Stimme und ihre
schmerzlich süßen Melodien dem Thema (lesbische) Liebe. Ein
Münster-Debüt, das man auf keinen Fall verpassen darf.
Danach heißt es aber natürlich
wieder "Film ab": Zwölf Spiel- und
Fernsehfilme sowie eine Zusammenstellung aktueller Kurzfilme
geben neueste Einblicke ins lesbisch-schwule Kinoschaffen.

Ein Thema, das nie vergeht: Coming-out. Die Frage "Wie
sag ich's meinen Eltern und meinen Freunden?" stellt sich
in jeder Generation neu und anders. Regisseurin Kirsi Marie
Liimatainen antwortet darauf ruhig und sensibel in ihrem
Melodram SONJA. Bunt und aufgedreht werden hingegen
in der US-Schwulenkomödie DORIAN
BLUES die
üblichen Klischees durch den Kakao gezogen: Ja, Papa ist ein
konservativer Spießer, ja, Brüderchen ist ein
Hetero-Football-Spieler, ja, Dorian sieht süß aus. Was will
man mehr?

Ein anderes, ernsteres Thema bleibt ebenfalls immer eine
Herausforderung: der Kampf gegen sexuelle und psychische
Gewalt.
Zu sehen etwa in dem englischen Spielfim GYPO, der
den Ausbruch einer lesbischen Frau aus einer 25-jährigen
bedrückenden Ehe zeigt. Oder in Gregg Arakis Drama MYSTERIOUS
SKIN, in dem ein junger Mann mit dem Missbrauchs-Trauma
seiner Kindheit ringt.

Immer öfter richten Filmemacherinnen und -macher ihren Blick
auf das Schicksal homosexueller Menschen in vergangenen
Jahrhunderten. Das Resultat darf in diesem Jahr uneingeschränkt
genossen werden: In der dreistündigen BBC-Produktion FINGERSMITH
rauschen die Reifröcke durch das viktorianische England. Die
Mädchen, die sie tragen, sind erwartungsgemäß nicht artig.
Knabberzeug und Taschentücher sollten griffbereit sein.
Wir wünschen allseits gute Unterhaltung!
Die
Queergestreiften
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