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Guten Tag!
Finanzkrise, Zoff im Büro, rebellierende Angestellte? Das gab
es schon 1975. Damals zogen "Anna & Edith"
gegen den fiesen Chef zu Felde: als erstes lesbisches Liebespaar
des deutschen Fernsehfilms. Endlich haben die Queerstreifen
diese Perle aus dem ZDF-Archiv geborgen und zeigen sie bei der
11. Ausgabe der lesbisch-schwulen Filmtage. Der historische
Höhepunkt des Festivals, das vom 29. Oktober bis 1. November im
Cinema an der Warendorfer Straße stattfindet.
Kämpferisch ist aber auch die Gegenwart. Und die Männer haben
immer noch nichts zu lachen. Gleich im Eröffnungsfilm "Drool"
wird der pöbelnde Gatte von den lesbischen Liebenden um die
Ecke gebracht. Mit seiner Leiche gehen sie auf eine
vergnügliche Roadmovie-Reise. Einen zäheren Gegner haben sich
die Frauen im Drama "The
Secret"
ausgesucht: Zwei jüdische Studentinnen kämpfen gegen die
Vorurteile ihrer orthodoxen Umgebung. Zum Glück bekommen sie
moralische Unterstützung von Frankreichs Leinwandgöttin Fanny
Ardant.
Aber auch die Männer haben es nicht leicht mit Religion und
Gesellschaft. Im schwulen Drama "Save me"
landet der drogensüchtige Protagonist in einer christlichen
Besserungsanstalt, wo erwartungsgemäß die Versuchung in
Gestalt eines jungen Leidensgenossen lauert. Das gefällt der
frommen Seminarleiterin gar nicht.
In der spanischen Erfolgskomödie "Chefs Leckerbissen"
kämpft der schwule Koch zum Glück nur mit widerspenstigen
Zutaten und seinen Kindern aus erster Ehe, die ihn überraschend
heimsuchen. Überhaupt gibt das spanischsprachige Kino in diesem
Jahr den Ton an: ob im heißblütigen schwulen ETA-Drama "Clandestinos"
oder in der düsteren Schauermär "El niño pez"
um eine lesbische Liebe zwischen Argentinien und Paraguay.
Hochspannung also - wie immer nicht nur auf der Leinwand,
sondern auch davor: Eine lesbisch-schwule Krimilesung und der
Vortrag von Ingeborg Boxhammer zur Geschichte des
lesbischen Kinos sorgen für Live-Genuss.
Anregende Stunden und große Gefühle wünscht
das
Queerstreifen-Team
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