"Ein extremer Film, der behutsam und radikal zugleich
das Psychogramm einer jungen Frau nachzeichnet."
(Filmfestival Münster)
Als wäre ein Schicksalsschlag nicht genug, wird Marieke (Rifka
Lodeizen) kurz nach der Trennung von ihrem Freund Opfer
eines brutalen Überfalls. Sie schottet sich von der Außenwelt
ab, zieht im klirrend kalten Winter in ein
renovierungsbedürftiges Haus nach Zeeland und versucht trotzig,
kein Opfer zu sein. In den langen Szenen, in denen Marieke mit sich und ihrem
Gefühlschaos allein im Haus ist, werden die Außenwände zur
Grenze ihres Ichs, in dem Unbewusstes und Bewusstes,
Erinnerungen, Gedanken und Rache, oder vielleicht auch nur die
Fantasie davon, gleichermaßen real sind.
Die Kamera, die ihr dabei sehr nah kommt und oft ihre
Perspektive einnimmt und die Tonspur, die Sprache, Geräusche,
Musik und Gesang zu einem beeindruckenden Soundtrack verwebt,
machen uns zu intimen Zeugen von Mariekes Verdrängung von
Gefühlen wie Scham, Hilflosigkeit, Trauer und Schwäche.
Niederländisches Filmfestival
Utrecht 2009, Goldenes Kalb: Beste Darstellerin Rifka Lodeizen,
Bester Schnitt; Transilvania International Film Festival 2009:
FIPRESCI-Preis
KANN DOOR HUID HEEN · Niederlande
2009 · Regie, Drehbuch und Schnitt: Esther Rots · Kamera:
Lennert Hillege · Musik: Dan Geesin • Mit Rifka
Lodeizen, Wim Opbrouck, Chris Borowski u.a. · niederl.OmU · 97'
Filmtrailer auf Niederländisch bei youtube.com
Die Regisseurin Esther Rots wurde 1972 im niederländischen Groenlo
geboren. Nach ihrem Studium an der Academy of Visual Arts in
Arnheim nahm sie 1994 ein Filmstudium an der Dutch Film Academy
in Amsterdam auf. Zusammen mit ihrem Bruder Hugo hat sie die
Produktionsfirma Rots Filmwerk BV in Amsterdam gegründet. Nach
drei Kurzfilmen ist Kan door huid heen ihr erster langer
Spielfilm.