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Mo 4. Juni 2007 · 19:00 Uhr

Schuldnerberater und Wissenschaftler erklären, dass am Anfang
fast jeder "Verschuldungskarriere" eine persönliche
Krise stehe: Arbeitsplatzverlust, Krankheit oder Scheidung. Diese
Erklärung geht den Autoren nicht weit genug. Grund der privaten
Krisen ist auch eine Modernisierung nach angloamerikanischem
Modell, in deren Folge "private" Risiken immer weniger
gesellschaftlich aufgefangen werden und die Wirtschaft höhere
Gewinne denn je erzielt.
Auf der Grundlage von anonymisierten Interviews werden sieben
Verschuldungsgeschichten unterschiedlich filmisch inszeniert und
ins Verhältnis gesetzt zu Gesprächen mit Personen, die beruflich
mit Verschuldung zu tun haben. Die Protagonisten der
Schuldnerberichte: ein Journalist, eine alleinerziehende Mutter,
ein Rentner und ein Malermeister aus Westberlin, ein
Computerfachmann und eine Wirtschaftskauffrau aus Ostberlin und
ein Spielsüchtiger.
Zur Frage des Dokumentarischen: Der Film verweigert das
Aufspüren und Ins-Bild-Setzen repräsentativer Authentizität
genauso wie die Fiktionalisierung des dokumentarischen Materials.
Er richtet sich in Form und Inhalt gegen den Neoliberalismus, d.h.
gegen "die Metapher für die Tatsache, dass es einer relativ
kleinen Gruppe von Kapitaleignern gelingt zum Zwecke der
persönlichen Profitmaximierung möglichst weite Teile des
gesellschaftlichen Lebens zu kontrollieren.

SCHULDNERBERICHTE · Deutschland
2001 · Regie Stefan Hayn, Anja-Chrstin Remmert · Kamera
Bernadette Paassen · Musik Klaus Barm · BetaSP-Projektion ·
88'
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