| Ein Bild aus Vietnam. Bilder
von Frauen, die sprechen. Interessant. Bilder aus Japan,
Guinea-Bissau, Island und von Hitchcock aus San Francisco. Ein
Bild eines Grenzübergangs und ein Gesicht. Bilder der Technik.
Bilder von Objekten, die in Szene gesetzt, im Werbestudio
inszeniert werden. Bilder, die zum Re-make werden, zur Nachbildung
von vorgängigen Bildern und selbst zum Vorbild: Bilder als
Re-model in Farbe. Zugeschnittene Bilder, ausgeleuchtete Bilder,
montierte Bilder, mit Ton und Kommentar versehene Bilder. Bilder
der Wirklichkeit, die zu Aussagen über die Wirklichkeit werden.
Bilder, die von Kommentaren begleitet, von Ton überlagert und zu
Kommentaren der Kommentare werden.
Wie erlangen sie diese Bedeutung, fragen
wir uns? Was dokumentieren sie, wenn nicht die Wirklichkeit der
Bilder? Auf welche Weise bilden sie diese ab? Darauf geben Filme
viele Antworten, stellen weitere Fragen. Acht wurden
zusammengestellt, der so entstandenen kleinen losen Reihe ein
Titel gegeben, ebenfalls montiert. Ein "Arbeitstitel",
denn ihm ging die Lektüre voraus und wird von ihm gefordert. Als
ein solcher soll er auch die Notwendigkeit von Investitionen
ankündigen die zumindest von Zeit und Aufmerksamkeit, wenn
wir ins Kino gehen.
Das klingt nach Mühe und verspricht
gedankliche Arbeit, die uns die Bilder abverlangen. Vielleicht
aber erfüllen gerade die hier zum Korrespondieren gebrachten
Filme, in denen die Vernichtung von Zeit nicht perfektioniert ist,
das Bedürfnis nach Zerstreuung auf unerwartete Weise und
geben dabei etwas zurück: Sensibilität für das, was im Kino als
"Wirklichkeit" präsent gemacht wird, und Bilder, die
jene Sichtweisen hinterfragen helfen, die uns ins Kino führen,
Bilder, die uns aus dem Kino wieder hinausbegleiten in das,
was wir als die Wirklichkeit ansehen. N.P.
|