| Porträt
einer erstarrten Gesellschaft.
Die Geschichte über eine in Ritualen
erstarrte, provinzielle Gesellschaft, die mit ihrer Geschichte
nicht umzugehen vermag. Durch den Einsturz eines Hauses im altmärkischen
Wickenhausen bringt das Notizbuch des Bürgermeisters Jadup
vergessen Geglaubtes an den Tag. Die Aufzeichnungen konfrontieren
ihm mit seinen jugendlichen Sehnsüchten, vor allem aber mit der
lange verdrängten und niemals aufgeklärten Vergewaltigung Boels.
Bürgermeister Jadup erinnert sich nun an sein Versagen und wird für
ihn zum Anlass, die Gegenwart kritisch zu hinterfragen. In seinem
eigenen Sohn erkennt er sich selbst als jungen Mann wieder. Eine
vorsichtige Annäherung der Generationen beginnt sich
abzuzeichnen.
Regisseur Rainer Simon selbst sagt über den
letzten Spielfilm der DEFA, »dass es [sein] bester Film ist«.
DDR 1981/1988 · Regie und
Drehbuch: Rainer Simon · nach dem Roman "Jadup" von
Paul Kanut Schäfer · Kamera: Roland Dressel · Musik: Reiner
Bredemeyer · Mit Kurt Böwe, Christian Böwe, Katrin
Knappe, Gudrun Ritter, Käthe Reichel, Christian Grashof,
Franciszek Pieczka u.a. · ab 12 J. · 103' |