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»Beschkempir heißt „Fünf alte Frauen“ und bezeichnet ein
adoptiertes Kind. Es ist nicht nur ein Name, sondern ein Geschick.
Ein Vogel zwitschert. Die Kamera gleitet langsam über bunte
Stoffstrukturen. Frauen mit wettergegerbten Gesichtern versammeln
sich auf einem Teppich und veranstalten eine Zeremonie.
Wenige Gesten, wenige Worte bestimmen Beschkempirs weiteres
Leben in dem kirgisischen Dorf. Naturgeräusche spielen die
Hauptrolle in dieser anderen, vormodernen Welt. Vogelstimmen, der
Wind und murmelndes Wasser.
Musik und Dialog setzt Regisseur und Drehbuchautor Aktan
Abdikalikov sehr spärlich ein. Er vertraut zu Recht auf die
schweigsame Kraft schwarzweißer Bilder, wenn er die
Laiendarsteller bei ihren bäuerlichen Verrichtungen zeigt.
Die fest gefügte Welt des Jungen wird erschüttert, als er die
Wahrheit über seine Herkunft erfährt. Kummer über den
angeblichen Verrat der Eltern mischt sich mit pubertären
Sehnsüchten. Und so kommt es, dass Beschkempir, der gerade noch
mit Freunden in der Lehmgrube balgte, unter Schmerzen erwachsen
geworden ist.
Der Film erzählt das Gleichnis vom Ende der sicheren Kindheit.
Klar, poetisch – und lebensfroh. Die archaische Welt
Zentralasiens ist dabei reizvoller Hintergrund, aber niemals
folkloristische Zutat.«
(Gunda Bartels, Berlin-Ticket)
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