„Alles, was ich will, ist eine Frau im Haus und ein Kind,
einen Kerl auf meinem Land.“ So sagt der Patron zu Paula, der
Sechzehnjährigen, die ihm gehört, so wie ihm alles gehört, das
Land und die Menschen. Paula hat unter solchen Umständen keine
Chance, sich zu widersetzen. Immerhin wird sie von dem Alten
geheiratet, bevor sie als Gebärmaschine immer wieder genommen
wird.
Doch sie akzeptiert ihre Rolle nicht, versucht das Kind, das in
ihr heranwächst, abzutreiben. Es gelingt nicht. Da hat der
Patron, der Menschen wie Tiere behandelt, einen Unfall…
Diese radikale Geschichte von der Selbstbefreiung einer jungen
Frau erzählt Jorge Rocca in seinem ersten Spielfilm „Patrón“:
einem Solitär in der oft kunstlosen Bilderflut des argentinischen
Films und auch in der Kinolandschaft Lateinamerikas, der es
gegenwärtig an herausragenden Meisterwerken mangelt. Er zeichnet
sich durch äußerste Reduktion der ästhetischen und
darstellerischen Mittel aus, ist eigentlich ein minimalistisches
Kammerspiel, in dem zwei Personen agieren und die wenigen übrigen
wirklich Randfiguren bleiben.
PATRÓN ·
ARGENTINIEN/URUQUAY 1995 · Regie Jorge Rocca · Kamera
Daniel Rodríguez Maseda · Mit Walter Reyno, Valentina
Bassi u.a. · 73'
Montag 14.08.00, 19:00 Uhr
Dienstag 15.08.00, 19:00 Uhr
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PATRÓN
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