»In dem kleinen senegalesischen Dorf Mbissel, das am Meeresarm
Mamangueth in der Nähe der Atlantikküste liegt, scheint die Zeit
stehengeblieben: Die dörfliche Welt und die familiären
Strukturen sind in der 600 Jahre alten Siedlung noch intakt, die
Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen
mythischem Bewußtsein und der Alltagsrealität noch nicht
abgerissen, wie der intensive Kontakt zu den vielbeschworenen
Vorahnen, den Pangools, und die leitmotivisch gesungene Legende
von einem Mädchen, dem seine Schönheit zum Verhängnis wird,
zeigen.
Die 14-jährige Mossane, deren Name „Schönheit“ bedeutet,
betört durch ihre Wohlgestalt und ihre Anmut die Männer von
Mbissel. Mossane aber hat ihr Herz nur einem Mann geschenkt: dem
armen Landwirtschaftsstudenten Fara, der während eines Streiks
mit zwei Kommilitonen in sein Dorf zurückkommt. Deswegen wehrt
sie sich dagegen, von ihren Eltern per Ferntrauung mit dem in
Frankreich lebenden wohlhabenden Diogoye verheiraten zu werden,
den sie nur von einem Foto kennt…
So prallen das kapitalistisch korrumpierte elterliche
Traditionsbewußtsein und ihr altmodisches Verständnis von
Familienehre unversöhnlich mit den modernen Lebensvorstellungen
der Tochter und ihrem Wunsch nach einer freien, selbstbestimmten
Partnerwahl aufeinander. Safi Fayes Film beeindruckt durch seine
Kompromißlosigkeit, auf ein konventionelles Happy-End zu
verzichten.«
(Ursula Vossen)
SENEGAL/D
1996 · Regie und Buch Safi Faye · Kamera Jürgen
Jürgers · Mit Magou Seck, Psseu Niang, Moustapha
Yade, Alioune Konaré · 105'
Montag 31.07.00, 18:45 Uhr
Dienstag 01.08.00, 18:45 Uhr
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MOSSANE
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