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Bei "Touching Politics" — einer Filmreihe der [»
Freunde der
Deutschen Kinemathek e.V., Berlin], kuratiert von
Florian Wüst — handelt es sich um eine insgesamt fünfteilige
Filmreihe, die sich durch die Verbindung von künstlerischer
Vision und politischem Engagement, autobiografischen und
gesellschaftlichen Kontexten auszeichnet.
Die Zusammenstellung dieser Filme aus den Jahren 1926 bis
1994 eröffnet einen besonderen Blick auf die Geschichte des
politischen und experimentellen Films.
Vom 6. November bis 4. Dezember 2005,
immer sonntags um 19 Uhr; Informationen zu den einzelnen
Programmblöcken über die Navigation an der linken Seite.
Archiv und Verleih der Freunde der Deutschen Kinemathek
besitzen eine umfangreiche Sammlung historischer und
zeitgenössischer Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilme, die
sich nicht nur durch ihre unkonventionellen und künstlerischen
Formen auszeichnen, sondern auch größtenteils politischen und
sozialen Themen verpflichtet sind. Dieser besondere
Sammlungsschwerpunkt der Freunde der Deutschen Kinemathek bildet
den Hintergrund der fünf Programme dieser historischen Filmreihe,
die 27 internationale Kurzfilme aus den Jahren 1926 - 1994
präsentiert.
In der Geschichte des experimentellen Films ging es stets um
das Anliegen, die Institution des kommerziellen Erzählkinos und
die damit einhergehenden Sehgewohnheiten und kollektiven
Vorstellungen des Publikums zu unterlaufen. Die Materialität von
Film und die physischen Grundlagen audiovisueller Wahrnehmung
sollten verdeutlicht und erfahrbar gemacht werden. Andere Filme
zielten auf seinerzeit tabuisierte Inhalte, vor allem in
Verbindung mit der Darstellung von Sexualität. In diesem
Zusammenhang stellte sich immer wieder die Frage nach der
Abbildbarkeit von Wirklichkeit außerhalb der gesellschaftlich
produzierten Macht- und Repräsentationsverhältnisse. Sich ein
eigenes Bild der Welt zu machen, hieß, sich zuerst der dem Medium
eingeschriebenen Strukturen und Muster bewusst zu werden.
Neben der Reflexion über die materiellen und
gesellschaftlichen Bedingungen des filmischen Arbeitens in einer
zunehmend von symbolischen Bildern beherrschten Welt diente der
Kurzfilm als ein erfolgreiches Mittel zur politischen Agitation
und Aufklärung. Tragbare 16mm-Kameras und Synchronton schufen in
den 1960er Jahren die technischen Voraussetzungen, um
klassenkämpferische und antiautoritäre Standpunkte schnell und
direkt durch Filme verbreiten zu können. Kollektive
Produktionsprozesse wurden immer wieder dem Prinzip der
individuellen Autorenschaft entgegengesetzt.
Die nach thematischen Gesichtspunkten kuratierten Programme
zeigen eine Auswahl von Filmen aus dem Archiv der Freunde der
Deutschen Kinemathek, die eine beispielhafte Synthese zwischen
künstlerischer Vision und politischem Engagement, zwischen
autobiografischen Ansätzen und sozialen Kontexten, zwischen
Sinnlichkeit und konzeptueller Strenge darstellen. Filme, die auf
radikale Weise Widerstand gegen Konventionen und Misstände
artikulieren, aber ebenso als ein Plädoyer für soziale
Handlungsfähigkeit und kulturelle Selbstbestimmung zu verstehen
sind. Filme, die durch den Bruch mit erzählerischen Traditionen
und die Offenlegung der Durchdringung von Wirklichkeit und Fiktion
im filmischen Abbild politische Bedeutung erlangen.
Die Reihe kombiniert Klassiker der filmischen Avantgarde mit
selten gezeigten experimentellen und dokumentarischen Filmen. Vor
dem Hintergrund einiger herausragender Ereignisse des 20.
Jahrhunderts eröffnet "Touching Politics" eine
vielschichtige und einzigartige Perspektive auf das Format und die
Geschichte des Kurzfilms, in dessen Bild- und Tonmontagen sich
gesellschaftliche Prozesse oft unmittelbarer abzeichnen als es das
große Kino zu leisten vermag.
Link
» TOUCHING
POLITICS auf der Seite der Freunde der deutschen Kinemathek
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