Donnerstag, 24. Oktober — 18:15 Uhr
Freitag, 25. Oktober — 18:15 Uhr
Ende der 60er Jahre; die Nachkriegsgeneration war angetreten,
sich von dem Nazi-Erbe zu befreien, ein Schatten von Revolution
liegt über dem Land. Doch es ist der Schatten der Revolution
einer anderen - der hungernden, ausgeplünderten und von Bomben
zerfetzten Dritten Welt. Und wenn es ein Wort gibt, das alle
Diskussionen in dieser Zeit in sich vereint, so ist dies
"Vietnam".
Alles politische Handeln hier steht und fällt jetzt im
Kontext der internationalen revolutionären Bewegungen. Dann der
Tod von Benno Ohnesorg; der Staat hatte gezeigt, zu welchen
Mitteln er greift, wenn eine Bewegung auf ihr Recht, das Recht
auf Widerstand pocht. "... bisher haben wir da die richtige
Antwort nicht gefunden, wir dürfen aber von vornherein nicht
auf eigene Gewalt verzichten, denn das würde nur ein Freibrief
für die organisierte Gewalt des Systems bedeuten." (Rudi
Dutschke, Filmzitat)
Eine ganze Bewegung stand vor der Frage der nächsten
notwendigen Schritte gegen die Gegenwart der Vergangenheit, und
im Bündnis mit dem System war eine wirkliche Demokratie in der
Bundesrepublik nicht mehr denkbar. Während die einen noch
diskutierten, hatten andere die Frage längst praktisch
entschieden. Sie nannten sich "Haschrebellen" und
"Tupamaros Westberlin" und hatten weit entfernt von
den Universitäten eine eigene politische Kultur entwickelt, wo
einfach klar war, "daß, wenn wir das mit der Solidarität
mit der Dritten Welt wirklich ernst meinen, dann müssen wir den
Feind hier bekämpfen." (Norbert Kröcher, Filmzitat)
In Gesprächen mit Zeugen dieser Zeit zieht der Film einen
Bogen über die Auseinandersetzungen in der Frage der Mittel zur
Durchsetzung der politischen Ziele, der Frage von Gewalt und
Gegengewalt - ein Fragment dieser Zeit, für die Diskussion von
heute.
PROJEKT ARTHUR
· D
2000 · Produktion Medienwerkstatt Freiburg
· 72' · ab 18 · Videoprojektion
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