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Mi 22. November 2006 · 20:15 Uhr
Anschließend Gespräch mit dem Regisseur
Ove Nyholm (Kopenhagen)
"Dieser Film geht tiefer und filmisch weiter als die
gutgemeinten historischen Filme über den Holocaust oder einen
anderen Genozid." (Michael Jeismann in: FAZ)
Der dänische Dokumentarfilmer Ove Nyholm protokolliert
seine mehrjährige Suche nach den kollektiven Bedingungen des
Massenmords sowie — mit beklemmender Eindringlichkeit — dessen
augenscheinlich ungerührten Vollzug durch einzelne Täter. Dabei
konnte Nyholm sowohl frühere deutsche Einsatzgruppenleiter von
Massenexekutionen während des Zweiten Weltkriegs befragen als
auch serbische Paramilitärs aus dem letzten Balkankrieg vor der
Kamera zur Aussage bringen.
Nyholm verlässt das Areal der Schreibtisch-Banalität, das wir
seit Hannah Arendt als Modul des Massenmords kennengelernt haben,
und intensiviert seine Recherche im Blick auf die Täter und ihre
Befindlichkeit des durchaus lustvollen Tötens ihrer
vordefinierten Feinde. Solche Einzelbeispiele zeichnen eine
genozidale Dynamik des Bösen nach, die die Täter als monströse,
weil gänzlich gewissenlose Existenzen ausweisen, die sich
jenseits aller ideologischen Rechfertigungen in selbstgewollter,
planetarischer Absonderung vom Rest der Menschheit befinden.
ONDSKABENS ANATOMI · Dänemark
2005 · Regie und Drehbuch Ove Nyholm · Kamera
Dan Holmberg und Dirk Brü-el · dt./serb.OmeU · 90'
» Danish
Film Institute [engl.]
Weiterer Termin der Filmreihe:
Mi 29. November 2006 · 20:00 Uhr
2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß
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