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Mi 29. November 2006 · 20:00 Uhr
Anschließend Gespräch mit dem Regisseur
Malte Ludin
"Eines der beeindruckendsten
zeitgeschichtlichen Porträts über den Umgang der Deutschen mit
dem Nationalsozialismus, die in den letzten Jahren in die Kinos
gekommen sind." (NZZ)
Die Familie eines Nazitäters, 60 Jahre nach Kriegsende.
Längst ist die Wahrheit über die Vergangenheit des Vaters
aktenkundig, aber unter seinen Verwandten wird sie beschönigt,
geleugnet und verdrängt — mit all der Leidenschaft, zu der nur
Familienbande fähig sind.
Hanns Ludin wird bereits in der Weimarer Republik
berühmt, weil er in der Reichswehr für Hitler konspiriert. Nach
1933 steigt er schnell zum SA-Obergruppenführer auf. Ihm werden
der Blutorden und andere hohe Weihen des Nazistaates zuteil. 1941
schickt ihn Hitler als Gesandten in den "Schutzstaat"
Slowakei. Als "Bevollmächtigter Minister des Großdeutschen
Reiches" soll er dort die Interessen Berlins durchsetzen: vor
allem die "Endlösung". Nach dem Krieg wird Hanns Ludin
von den Amerikanern an die Tschechoslowakei ausgeliefert, 1947 zum
Tode verurteilt und hingerichtet.
Diese Tatsachen nimmt sein jüngster Sohn, der Filmemacher Malte
Ludin, zum Ausgangspunkt einer schmerzlichen filmischen
Auseinandersetzung mit den Legenden, die in der Familie über den
Vater kursieren. War er ein Held und Märtyrer oder ein
Verbrecher? Auf einmal sind alle bereit zu reden: Die Schwestern,
Schwager, Nichten und Neffen. Es entsteht ein intimes und doch
beispielhaftes Filmdokument - ein hochemotionaler Bericht aus dem
Inneren einer deutschen Familie. 60 Jahre nach Kriegsende spielt
die Hitlerkatastrophe in deren Leben noch immer eine brennend
kontroverse Rolle.
2 ODER 3 DINGE; DIE ICH VON
IHM WEISS · D 2004 · Regie und Buch Malte
Ludin · Kamera Franz Lustig · 85'
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Weiterer Termin der Filmreihe:
Mi 22. November 2006 · 20:15 Uhr
Die Anatomie des Bösen
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