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Im Rahmen der 3. QUEERSTREIFEN präsentieren
wir
Salome
Am Klavier begleitet von Werner Loll

"Der biblische Orient als Traumbild verfeinerter Wollust
und vielfältiger Perversionen: Salome tanzt, um vom lüsternen
Stiefvater Herodes den Kopf des begehrten, doch leider nicht
willigen Johannes des Täufers zu erlangen.
Der Kuss des schönen Jünglinghauptes in der Silberschale
krönt Oscar Wildes unerhörten Einakter von 1891. 1922 entsteht
die nie übertroffene Filmversion zweier Frauen. Regie führte
die berühmte Bühnen- und Filmschauspielerin
russisch-jüdischer Herkunft Alla Nazimova, der
gesellschaftliche Mittelpunkt von Hollywoods Lesben, die auch
die Salome spielt. Die großartigen Kulissen und Kostüme im
Stil von Aubrey Beardsley schuf ihre Geliebte und Gattin
Valentinos, Natascha Rambova.
Von Salome als garçonne bis zur letzten Kammerzofe mit
Lesben und Schwulen besetzt, ein Novum in der Filmgeschichte,
führt das Werk in eine exotische Welt, in der die Grenzen
zwischen den Geschlechtern und Triebzielen verschwimmen. Damit
war die Nazimova ihrer Zeit weit voraus; sie bezahlte ihren Mut
mit dem Verlust ihres Vermögens, ihre Karriere in Hollywood war
beendet.
Heute erstrahlt ihr hochstilisiertes Gesamtkunstwerk des
Begehrens und Verweigerns, der leidenschaftliche Blicke und
Gesten als ein ästhetischer Höhepunkt des
Avantgarde-Stummfilms - eine späte, betörend schöne Blüte
der Dekadenz." (LA, Schwule Filmwoche Freiburg)
SALOME USA
1922 Regie: Alla Nazimova · Buch: Natascha Rambova (als
Peter M. Winters) nach dem Theaterstück von Oscar Wilde ·
Kamera: Charles Van Enger · Produktion: Alla Nazimova · Art
Direction und Kostüme: Natascha Rambova · Mit Alla Nazimova,
Rose Dione, Mitchell Lewis, Nigel De Brulier, Earl Schenck,
Arthur Jasmine, Frederick Peters, Louis Dumar · 1536 m (ca. 67'
bei 20 Bilder/Sek.)
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