| Deutschland,
bleiche Mutter

DEUTSCHLAND, BLEICHE MUTTER erinnert die verschüttete
Geschichte der Frauen, die im Deutschland der Kriegsjahre jung
waren. 1939, vor dem Hintergrund von Hitlers Kriegsvorbereitungen,
eine Liebesgeschichte, die mit einer Hochzeit endet. Unmittelbar
danach beginnt der Polenfeldzug, und der Mann muß an die Front.
Die Frau, Lene, bleibt allein zurück, bekommt allein ihr Kind,
schlägt sich durch den Krieg und entwickelt mit ihrem Kind die
Kraft zum Überleben. Als der Mann aus dem Krieg zurückkommt,
wird diese Kraft nicht mehr gebraucht. Lene soll in ihre alte
Frauenrolle zurückfinden aber das schafft sie nicht. Wiederaufbau
und Wirtschaftswunder werden ihr ebenso unerträglich wie ihre
Kleinfamilie, die wieder funktionieren soll, als wäre nichts
geschehen. 1950 ist Lene krank und verhärtet. Das Kind rettet sie
vor dem Selbstmord.
»Als DEUTSCHLAND, BLEICHE MUTTER im Februar bei der Berlinale
uraufgeführt wurde, reagierten die deutschen Kritiker fast
ausnahmslos sehr aggressiv auf die offensichtlichen Schwächen des
Films. Und übersahen seine ungewöhnlichen Schönheiten. Vom
ersten Bild an bevorzugt Helma Sanders-Brahms die Plansequenz, die
Darstellung eines Geschehens ohne Schnitt, mit langen, oft
komplizierten Einstellungen, die Schauplätze erforschen,
Beziehungen zwischen den Figuren herstellen.” (Hans C.
Blumenberg)
D1980 · Buch und Regie: Helma Sanders-Brahms · Kamera:
Jürgen Jürges · Schnitt: Elfi Tillack, Uta Periginelli · Mit:
Eva Mattes, Ernst Jacobi, Elisabeth Stepanek, Angelika Thomas,
Rainer Friedrichsen, Gisela Stein 150‘
So 9. Mai 1999, 12:00 + 17:45 Uhr
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