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Psycho, Film
und Analyse
Aktueller Monat
Rückblick
Die Veranstaltungen
finden statt  im:

Warendorfer Str. 45
48145 Münster
Details...
Telefonische
Kartenvorbestellung:

fon 0251.30300

Die Linse zeigt mit dem
psychotherapeutischen Netzwerk Münsterland:

Psycho, Film und Analyse

Seit Juni 2008 besteht das psychotherapeutische Netzwerk Münsterland. Im Netzwerk engagieren sich Psychologen und Ärzte, für das weite Feld der Psychotherapie und setzen dabei verschiedene Schwerpunkte in ihrer Arbeit. Einige Mitglieder haben sich zum Ziel gesetzt die Idee wieder aufzugreifen, die bereits 2004 und 2005 im Cinema Einzug gehalten hatte: Ein breites Spektrum an Spielfilmen wurde gezeigt und anschließend in einem Vortrag psychoanalytisch kommentiert. 

Die Idee Psychoanalyse, Psychotherapie und Film miteinander zu verbinden, ist inzwischen in einigen Städten zu einer festen Institution geworden. In London gibt es das Festival "Psychoanalyse und Film". In Münster soll das Publikum ebenfalls in den Genuss kommen, die spannende Verbindung der fast gleich alten Geschwister "Kino und Psychoanalyse" zu erleben. Der Blickwinkel im jeweiligen Vortrag soll dabei durchaus auch über den klassisch psychoanalytischen Rahmen hinaus gehen.

Aktueller Monat | Rückblick

Waltz with Bashir 
Regie: Ari Folman

So 10. Januar 2010 · 17:00 Uhr 

Referentin: Dipl.Psych. Bettina Hahm, Schäftlarn bei München

Eintritt inkl. Vortrag: 7,50 / ermäßigt 6,50 Euro · nur Vortrag: 2,50 Euro

Krieg als Fülle von Einzeltraumata 

""Waltz with Bashir" ist ein gezeichneter Dokumentarfilm. Er handelt von den Kriegserfahrungen israelischer Soldaten im 2. Libanonkrieg 1982. "We may forget the War, but the War doesn't forget Us", unter diesem Motto begibt sich Regisseur Ari Folman auf die Suche nach seinen eigenen verdrängten Kriegserinnerungen. Den Anstoß gab ein alptraumgeplagter Freund, dessen Erzählungen in Folman Bilder wachriefen, die er 20 Jahre lang verdrängt hatte. Als Leitfaden seiner Rekonstruktion dienen Folman psychoanalytische Konzepte von Trauma, Erinnerung und Traumdeutung. Die von ihm geführten Video-Interviews mit ehemaligen Kriegskameraden wurden in einen Zeichentrickfilm umgesetzt, in den auch Träume und Tagträume der Interviewten eingefügt wurden. Mit diesem Kunstgriff führt Ari Folman uns mitten hinein in das subjektive Erleben der Soldaten, dorthin, wo brutales Kriegsgeschehen auf ungeschützte harmlose Alltagserfahrung trifft, vorbei an heroischen und kriegstechnischen Begrifflichkeiten ("Landesverteidigung, schnelle Eingreifkräfte"), mit denen wir Kriegsrealität abwehrend auf Distanz halten. Hier wird Krieg als Fülle von Einzeltraumata gezeigt, die, obwohl jeder Einzelne sie stumm mit sich herumträgt, doch eine (unbewusste) Wirkung auf die Gesellschaft als Ganzes haben. Die Umsetzung der Videodokumentationen in gezeichnete Linie hat auch die Wirkung, ästhetische Distanz zu schaffen, die erlaubt, dem Gezeigten emotional standzuhalten, ohne die Augen zu verschließen. Deshalb keine Angst. "Waltz with Bashir" ist ein wunderbarer und warmherziger Film, der unsere Wahrnehmung von Krieg nachhaltig verändert." (Bettina Hahm)

Israel/Deutschland/Frankreich 2008 · Regie und Drehbuch: Ari Folman · Musik: Max Richter · 87‘

Filmtrailer

Links
» Offizielle Homepage
» Internet Movie DB 
» filmportal.de 
» Linksammlung filmz 

Presseschau 
» www.angelaufen.de 
» www.film-zeit.de 

Babel 
Regie: Alejandro González Iñárritu

So 29. November 2009 · 17:00 Uhr

Referentin: Psychoanalytikerin Uta Scheferling, Hannover

Eintritt inkl. Vortrag: 7,50 / ermäßigt 6,50 Euro · nur Vortrag: 2,50 Euro

"Babel" ist ein Film, der im Stil des "cross-over" im doppelten Wortsinn über Grenzen geht

Durch 3 Kontinente und 5 Sprachräume folgt der Zuschauer einer dramatischen Handlung, die ihn immer wieder nötigt, die eigene Begrenztheit des "noch-nicht-verstehens" zu ertragen.

Die biblische Geschichte vom Turmbau zu Babel handelt von dem zornigen Gott, der als Reaktion auf die menschliche Hybris, Gott ähnlich zu werden, die Menschen mit Sprachverwirrung bestraft. 

Die Verschiedenheit der Sprachen erfordert fortan das ständige Bemühen, den anderen in seiner jeweiligen Sprache zu verstehen. Aber bis wohin gelingt die Verständigung oder das gegenseitige Verständnis? 
Gibt es etwas "dahinter", was unverstanden bleiben wird? Wenn die Kommunikation an ihre Grenzen kommt, sind diese Grenzen benennbar? Und wenn sie es sind, wären sie zu überwinden? Oder ist es so, dass die Grenzen der menschlichen Kommunikation erst den Raum öffnen für die Differenz, die den Anderen erkennbar macht, das Subjekt aber auch zurückwirft auf eine existenzielle Einsamkeit? 

Daneben scheint es gerade dieser (unbegrenzte?) Zwischenraum zu sein, der die Neugier auf das Andere erzeugt, die Lust an der Erkenntnis und die Fähigkeit zur Kreativität schafft.

USA 2006 · Regie: Alejandro González Iñárritu · Drehbuch: Guillermo Arriaga · Rodrigo Prieto • Mit Brad Pitt, Cate Blanchett, Gael García Bernal, Koji Yakusho, Rinko Kikuchi, Adriana Barraza, Jamie McBride, Lynsey Beauchamp, Mahima Chaudhry u.a. · ab 16 J. · 144'

Filmtrailer bei youtube:

 

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Der Vorleser

So 25. Oktober 2009 · 17:00 Uhr

Belle de Jour - Schöne des Tages 
Regie: Luis Buñuel

So 20. September 2009 · 17:00 Uhr

Referent: Psychoanalytiker Dr.med. Mathias Hirsch, Düsseldorf

Eintritt inkl. Vortrag: 7,50 / ermäßigt 6,50 Euro · nur Vortrag: 2,50 Euro

Nach zweijähriger Ehe ist die Liebe Séverines zu Pierre, dem Chirurgen, nicht erloschen, wohl aber jedes sexuelle Begehren. In einem Urlaub treffen sie Husson, der für Séverine eine ebenso gefährliche wie faszinierende sexuell-sinnliche Welt verkörpert, die sie zunehmend als einen Teil ihres Selbst anerkennen muss. 

Es eröffnet sich ihr die Möglichkeit, diesen Anteil in einem Tagesbordell – streng abgespalten von ihrer bürgerlichen Welt - konkret auszuleben – mit dem Freier Marcel. Er entwickelt eine ungestüm-fordernde Liebe zu Séverine, mit der er in ihr abgespaltenes bürgerliches Leben einzudringen sucht. Eine Fusion ihrer beiden Welten droht, als Husson im Bordell erscheint; voll Angst bittet Séverine Marcel, ein Treffen Pierres mit Husson zu verhindern…

Frankreich 1967 · Regie: Luis Buñuel · Drehbuch: Jean-Claude Carrière, Luis Buñuel nach einem Roman von J. Kessel. · Kamera: Sacha Vierney · Mit Jean Sorel, Catherine Deneuve, Michel Piccoli · franz.OmU · 101'

Intime Fremde
Regie: Patrice Leconte

So 26. April 2009 · 17:00 Uhr
Referent: Christian Holzapfel, Arzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Münster

Eintritt inkl. Vortrag: 7,50 / ermäßigt 6,50 Euro · nur Vortrag: 2,50 Euro

Nur weil Anna (Sandrine Bonnaire) sich in der Tür irrt und nicht beim Psychiater Dr. Monnier, sondern auf der Couch des Steuerberaters William Faber (Fabrice Luchini) landet, eröffnet sich dem Kinozuschauer die Möglichkeit, Einblicke in den Verlauf einer psychoanalytischen (?) Therapie zu bekommen. 

Warum Anna dies (trotzdem) hilft, ob Psychoanalyse wirklich so funktioniert und welche Unterschiede zwischen Film und Realität bestehen, erörtert der Psychoanalytiker Dr. med. Christian Holzapfel in seinem anschließenden Vortrag

CONFIDENCES TROP INTIMES · Frankreich 2003 · Regie: Patrice Leconte · Drehbuch: Jérôme Tonnerre und Patrice Leconte · Kamera: Eduardo Serra · Mit Sandrine Bonnaire, Fabrice Luchini, Michel Duchaussoy, Anne Brochet, Gilbert Melki, Laurent Gamelon, Hélène Surgère u.a. · ab 6 J. · 104'

Die Caine war ihr Schicksal
Regie: Edward Dmytryk

So 22. März 2009 · 17:00 Uhr
Referent: Stefan Döring, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychoanalytiker, Uni Münster

Eintritt inkl. Vortrag: 7,50 / ermäßigt 6,50 Euro

Mitten im zweiten Weltkrieg übernimmt Kapitän Queeg (Humphrey Bogart in einer seiner großen Rollen) das Kommando auf der Caine. Er macht unmissverständlich deutlich, dass bei ihm ein autoritärer Führungsstil herrscht und bringt die Mannschaft in kürzester Zeit gegen sich auf, indem er seine Männer schikaniert, demütigt und bestraft. Bald wird deutlich, dass Queeg alles andere als ein Vorbild an Tapferkeit ist: Beim ersten Einsatz an der Front und später im Taifun zeigt er sich wie vor Angst erstarrt. 

Dies führt dazu, dass sein Führungsoffizier Maryk (Van Johnson) mitten im schwersten Sturm das Kommando auf dem Schiff übernimmt und Queeg entmachtet. Maryk rettet das Schiff und kommt wegen Meuterei vor ein Kriegsgericht, wo ihm die Todesstrafe droht. Nur der raffinierten Strategie seines Verteidigers (Jose Ferrer) hat er es zu verdanken, dass er freigesprochen wird. Am Ende nimmt der Film jedoch eine überraschende Wendung …

THE CAINE MUTINY · USA 1954 · Regie: Edward Dmytryk · Drehbuch: Stanley Roberts nach dem Buch von Herman Wouk · Kamera: Franz Planer · Musik: Max Steiner · Mit Humphrey Bogart, José Ferrer, Van Johnson, Fred MacMurray, Robert Francis, May Wynn, Lee Marvin u.a. · ab 12 J. · DVD-Projektion · 124'

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