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Wojaczek
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Polnische Filmtage
November 2000 im CINEMA

Wojaczek [poln. OmU]

 

Rafal Wojaczek war ein zorniger junger Dichter. Er starb mit 26 Jahren. Seine Poesie und sein selbstzerstörerischer Lebensstil hinterließen im Leben vieler junger Polen einen tiefen Eindruck. Er trank, kämpfte, ging durch Fenster, hängte sich auf und sprang aus dem dritten Stock. Ununterbrochen mit dem Tod konfrontiert, versuchte er ihn zu bezwingen. Frauen bewunderten ihn, während er nur einen liebte: sich selbst.

Er lebte wie ein zum Tode Verurteilter nur für die Poesie. In dem Bewusstsein, dass Menschen, die in verworrenen Zeiten leben, einen Mythos brauchen, fütterte Wojaczek seine Legende mit der trivialen Realität des sozialistischen Polen.

Lech Majewskis WOJACZEK spielt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Zuschauer taucht in diesen Film ein, als hätte er einen Sprung in die 60er Jahre gemacht. Das Klima dieser Zeit ist heutzutage für viele junge Menschen anziehend, vielleicht für sie mehr als für uns. Wojaczek - im langen, fleckigen Kaftan, eine Zigarette im Mund, mit den Händen komisch gestikulierend, auf eine besondere Art aus kleinen Gläsern Wodka trinkend, als würde er eine private Messe feiern - hat etwas sehr Charakteristisches für einen Kinohelden jener Jahre. Er ist ein Außenseiter, der an der Grenze der Realität balanciert, als wollte er jeden Augenblick abspringen.

SERGEJ WOJACZEK · POLEN 1999 · Regie Lech Majewski · Kamera Adam Sikora · Mit Dominika Ostaowska, Krzysztof Siwczyk, Elibieta Okupska, Miroszúawa Lombardo · 93'

Samstag 4. November, 19:15
Sonntag 5. November, 19:15

Links
WOJACZEK in Internet Movie Database

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