Tyven, tyven
Sieh mich an / Hold My Heart
Harald lebt seit seiner Scheidung vor drei
Jahren ein karges, zurückgezogenes Leben. Seine
siebenjährige Tochter Lisa darf er nur selten und
nur unter Aufsicht einer Sozialarbeiterin sehen.
Denn seine Ex-Frau hat ihn der familiären Gewalt
und des sexuellen Missbrauchs bezichtigt. Als Lisa
auch an der Beerdigung seiner Mutter nicht
teilnehmen darf und anschließend voller Angst und
Panik auf Haralds Versuch reagiert, ihr zum
Andenken an die Großmutter ein Amulett zu
schenken, packt er das Mädchen kurzentschlossen
in sein Auto und fährt davon: eine Entführung
eher aus Zufall und Verzweiflung geboren als aus
bösem Willen.
Harald sieht plötzlich die Chance, seinen
Traum von einem Leben mit seiner Tochter im
Ausland verwirklichen zu können. Doch dem stehen
nicht nur die Polizei und seine Ex-Frau entgegen,
sondern vor allem Lisa, die zunächst mit starker
Ablehnung reagiert. Aber dann sieht sie eine
Chance, ihren eigenen Traum zu verwirklichen.
Ein kleiner, intensiver Film, der von der
mühsamen Annäherung nach erlittenem Verlust und
tiefen Verletzungen handelt und ambivalente
Gefühle zulässt. Er hält gekonnt die Balance
und Spannung zwischen Zuneigung und Zweifel.
TYVEN, TYVEN war 2003 nominiert für den Oscar
als bester ausländischer Film und erhielt den
Publikumspreis beim 29. Internationalen
Filmfestival in Würzburg. |