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Die Kraft der Kreativität und die
Magie der Künstler-Existenz — so verrückt sie erscheinen mag
Über vierzig Jahre lang lebte Henry Darger zurückgezogen
in einer Wohnung im Norden Chicagos, arbeitete als Hausmeister
eines katholischen Armenhauses und besuchte jeden Tag die Messe.
Seine Vermieter, der Bauhaus-Künstler Nathan Lerner und
dessen Frau Kiyoko, waren seine einzigen Kontaktpersonen. Er starb
81-jährig, friedlich, ohne Spuren hinterlassen zu haben —
scheinbar.
Nach Dargers Tod nämlich entdeckten die Lerners, welches
überbordende, grenzenlose Künstlerleben ihr Hausmeister nachts
geführt, in welcher unfassbaren Fantasiewelt er gelebt hatte:
Hunderte brillanter Aquarelle tauchten in seinem Apartment auf,
manche über drei Meter lang. Mysteriöse, verstörende,
wundervolle Panoramen. Und noch etwas entdeckten die Lerners: Den
wohl längsten Roman, der je geschrieben wurde, das
15.000-Seiten-Epos "In the Realms of the Unreal".
Die Regisseurin Jessica Yu setzt diesem von vielen
Verehrern weltweit als Ausnahme-Erscheinung gefeierten Sonderling
und Wundermann hier ein phänomenales dokumentarisches Denkmal.
Wissbegierig und humorvoll beleuchtet sie das Doppelleben des
Henry Darger.
IN THE REALMS OF THE UNREAL ·
USA 2004 · Regie Jessica Yu · Buch Jessica
Yu und Henry Darger · Kamera Michael Barrow, Tim Bieber,
Shana Hagan u.a. · Mit Larry Pine (Stimme Henry Darger),
Dakota Fanning (Erzählerin), Frier McCollister (Stimme), Wally
Wingert (Stimme) u.a. · engl.OF · 81' Links
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