 Do 24. April bis Mi
7. Mai im Wochenprogramm des CINEMA
Buenos Aires heute, inmitten sozialer Proteste gegen
Arbeitslosigkeit, Verarmung und die Korruption der politischen
Klasse. Die 25jährige Elsa hält sich mit Gelegenheitsjobs
mühsam über Wasser. Aber eigentlich will sie weg, will - wie
Zehntausende von Argentiniern - vor der Hoffnungslosigkeit
fliehen, möglichst weit weg, am liebsten nach Italien. Dort
lebt der Typ, in den sie sich vor Jahren verliebte.
Außerdem ist dies das Land ihrer Vorfahren. Der Großvater,
ein italienischer Anarchist, der einst von Sizilien nach
Argentinien auswanderte, weil er sich hier ein besseres Leben
versprach, erzählt ihr viel davon und stärkt so ihr
politisches Bewusstsein, aber auch ihren Traum von Italien. Mit
ihren Freunden Laura, Walter und Toni zieht Elsa umher, immer
auf der Suche nach einer Verdienstmöglichkeit und sei es mit
Schwarzhandel. Walter, mit dem sie eine Art Liebesbeziehung
unterhält, findet schließlich den Weg, der ihr die Reise nach
Europa ermöglicht.
Doch Italien entpuppt sich nicht gerade als die
Verwirklichung ihres Traums. Sandra Gugliotta ist mit ihrem
Spielfilm-Debüt ein Werk von hoher Realitätsdichte und
unmittelbarem Bezug zur politischen und ökonomischen
Katastrophe, die das Land zur Zeit durchlebt, gelungen. Sie
verweist dabei in der Gestalt des alten Anarchisten auf ideelle
Werte, die in der gegenwärtigen argentinischen Gesellschaft
kaum noch eine Rolle spielen.
UN DÍA DE SUERTE · Argentinien/Ialien
2002 · Regie Sandra Gugliotta · Buch Sandra
Gugliotta, Marcelo Schapces und Julio Cardozo · Kamera
Alberto Iannuzzi · Mit Valentina Bassi, Lola Berthet,
Fernán Mirás, Damián De Santo, Darío Vittori, Jesús
Berenguer, Claudio Gallardou, Nicolás Mateo u.a. · ab 12 J. ·
span./ital.OmU · 94'
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