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Kurzfilme
Stuttgart/Ludwigsburg 2001
Festivalauslese

Aus etwa 800 europäischen Kurzfilmen hatte die Auswahlkommission 50 Filme aus 22 Ländern und 24 deutsche Filme für die Wettbewerbe ausgesucht. Das Programm präsentiert nun eine emotionale, realitätsnahe und humorvolle Auswahl aus den prämierten Filmen des Festivals. Aus jeder Preisgruppe ist ein Film dabei, doch die hohe emotionale Dichte einiger Filme wird durch entsprechend gegenläufige Temperamente und Filmrhythmen aufgefangen.

Auf bereits bekannte Filme wurde verzichtet. Dafür ist auch ein Film enthalten, der keinen Preis bekommen hat, in diesem Programm aber die Stärke des französischen Nachwuchsfilms vertritt. Erstaunlich ist, mit welcher Perfektion Erstlingsfilme in Frankreich in freier Produktion hergestellt werden, immer realitätsnah und mit viel Witz und Humor. Die Filme des Programms sind emotional stark, überzeugend in ihrer formalen Gestaltung und ihr Humor reicht von untergründig bis absurd.

» Juryentscheidungen und -begründungen (Wüstenrot Stiftung)
» Filmfest Stuttgart/Ludwigsburg

Sonntag 28.4.2002 — 19:00 Uhr

Field (Feld)
Der Film zeigt in knappen, elliptisch erzählten Szenen, wie Jugendliche, die auf dem Land aufwachsen, in Augenblicken der Langeweile herum experimentieren und wie aus einer normalen Situation sehr schnell die Grenze zum Wahnsinn, zum Verbrechen überschritten werden kann. Wir sehen mehr Gesichter als Handlungen, wir suchen in den Gesichtern unser Erschrecken.
England 2000 · 10' · Regie Duane Hopkins · OmU

Oberstube
"Ist's Tollheit schon, so hat es doch Methode." (Shakespeare) Stimmen, weiße Bettlaken und ein tapferer Mann. Ein schizophrenes Speicher-Märchen erzählt vom inneren Kampf um Gleichgewicht. Ein Film, in dem dem Ton mindestens ebenso viel Bedeutung zukommt wie den Bildern.
Deutschland 2000 · 6' · Regie Sebastian Winkels

Le mariage en papier (Scheinehe)
Lisa geht mit dem Marokkaner Salim eine Scheinehe zu beiderseitigem Vorteil ein. Das Gesetz erfordert ein Zusammenleben der Ehepartner. Aber nicht nur Salim zieht zu Lisa, auch seine Großmutter und weitere Familienmitglieder. Wie sich arrangieren mit diesen nicht ausgehandelten Bedingungen? Keine Dramatik, nur Alltag, aber aufregend genug, dieser Erstlingsfilm.
Frankreich 2000 · 27' · Regie Stéphanie Duvivier · OmU

Námornicky valcik (Kleiner Matrosenwalzer)
Eine kleine absurd-fröhliche Traumphantasie von einem Matrosen, der seinem Schiff und der Jungfernfahrt durch seine heimatliche Landschaft entgegeneilt. Ihm in den Weg stellen sich leibhaftige Sirenen, die ihn - in Liebesgesängen wetteifernd - aufzuhalten versuchen.
Tschechische Republik 2000 · 5' · Regie Raimunas Greicius · ohne Dialog

Meska sprawa (Männersache)
Drei Tage im Leben eines 13-Jährigen, angesiedelt in der tristen Realität des heutigen Polen. Verzweifelt versucht der Junge zu verbergen, daß sein Vater ihn prügelt. Hilfe kommt weder von der Mutter, noch von der Schule. Auch der wohlmeinende Sportlehrer ist ein Tyrann. Sein einziger Freund ist ein kranker Hund im Tierheim.
Polen 2001 · 26' · Regie Slawomir Fabicki · OmU

» Offizielle Homepage MESKA SPRAWA (MÄNNERSACHE) [engl.]

Copy Shop
Die Geschichte eines Mannes, der in einem Copy Shop arbeitet und sich so lange vervielfältigt, bis die ganze Welt nur mehr aus ihm besteht. Der Film besteht formal aus fast 18.000 fotokopierten Digitalfilmkadern, die am Tricktisch animiert und dann wieder abgefilmt wurden.
Österreich 2000 · 12' · Regie Virgil Widrich

» Offizielle Homepage COPY SHOP

Sonntag 28.4.2002 — 19:00 Uhr