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Kurzfilme in der Kurbelkiste
Kurz und Gut 03

Tournee der Kommunalen Kinos mit einer Auswahl der Preisträger des Europäischen Kurzfilmfestes Stuttgart Ludwigsburg 2003, die von der Wüstenrot Stiftung ausgelobt wurden.

Das spannende Programm des europäischen Nachwuchses macht Lust auf Kino und eröffnet ein kleines Universum an heiter leichten oder nachdenklich ernsten Geschichten. Die formale Bandbreite reicht vom Spielfilm bis zum Filmessay. Realistisch präzise und oft mit erfrischendem Humor erzählen die fünf Kurzfilme von jugendlichen Träumen und Lebenswirklichkeiten sowie vom alltäglichen Kampf um Selbstbehauptung und Beziehungen. Sie bestechen durch ihre höchst individuellen Lösungen sowie die ausgeklügelte Kameraästhetik und Farbdramaturgie. Bis auf eine Ausnahme stammen alle Filme von Studenten an Filmhochschulen.

Sonntag 11. April 18:45

DEF erzählt vom Wunschtraum eines taubstummen Jungen, Rapper zu werden. Wichtigstes dramaturgisches Element des Briten Ian Clark ist die originelle musikalische Tonreihe.

Der Diplomfilm des Schweden Marten Klingberg VIKTOR UND SEINE BRÜDER schildert in sorgfältigen Charakterstudien und mit einer komplexen Dramaturgie das Familiendrama um zwei sich bekämpfende Brüder.

Ähnliche Mittel verwendet in DIE ENTSCHÄDIGUNG Jens Jonsson (Schweden), der den klassischen Konflikt des Ehebruchs wählt. Das schwierige Gespräch danach zwischen einem alternden Ehepaar ist mit grandiosen Schauspielern anrührend und glaubwürdig in Szene gesetzt.

Andreas Samland, Absolvent der dffb Berlin, wendet in seinem Spielfilm TAG 26 das Genre des Katastrophenfilms um in eine fast meditative Betrachtung banaler Alltäglichkeit nach dem nuklearen Unglück.

Formal außergewöhnlich und inhaltlich sehr originell formuliert der Essayfilm ICH UND DAS UNIVERSUM von Hajo Schomerus (FH Dortmund) eine Ästhetik der Diskrepanzen. In vier Episoden lässt er einzelne Personen von kleinen Problemlösungen im Alltag berichten.