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Kurzfilme
Festivalauslese EMAF 2002
European Media Art Festival Osnabrück

88 Minuten Programm aus Australien, Finnland, den USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Neun Filme kreisen um die Suche nach Bildern, Zukunftsvisionen, Angstträume und Sehnsüchte. Experimentell in der Form, aber jeweils ganz eigenständig und unterschiedlich wie nur denkbar - alle aber aus dem Programm des European Media-Art-Festival Osnabrück 2002. Die Filme laufen in der Originalversion, teils mit deutschen Untertiteln.

Sonntag 25. Mai 2003

CONTEMPORARY CASE STUDIES
Eine schwarze, unromantische Komödie. Der Film erzählt meisterhaft vom Klagelied einer dreißigjährigen, heterosexuellen, allein stehenden Frau. Geschickt eingeflochtene Details unterstreichen die brillant entworfenen und geschriebenen Szenen. Merewethers gekonnter Einsatz vom Bild im Bild erhöht Spannung und Witz, nicht zuletzt durch die ungewöhnliche, ironische Verknüpfung von ungleichen Quellen (Mireille Juchau).
Australien 2001 · Realisation Janet Merewether, Key Cast, Bronwyn Rennex, Lesley Power, Liz Hughes, Maryella Hatfield, Heather Winter · 35mm · 14'

CONTRA
›Contra‹ besteht aus Szenen, die nach mentaler und körperlicher Balance und Ereignissen suchen, die als verschiedene Alternativen verstanden werden. In ›Contra‹ werden Lebenskräfte und gegensätzliche Kräfte gegeneinander ausgespielt. Die Handlung von ›Contra‹ basiert auf der Dramaturgie von symbolisch zu verstehenden Situationen und Handlungen.
Finnland 2001 · Buch, Regie,Fotografie, Schnitt Raimo Uunila · 16mm · 9'

LUST & AMNESIA
Eine Frau wacht in ihrem Bett auf. Es ist dunkel. Sie wird beobachtet. Oder war es nur ein Traum? Oder eine Zukunftsvision? Sie ist nicht allein in ihrem Bett. Ein Mann liegt neben ihr - und beide sind nackt und mit Handschellen aneinander gefesselt. Wer ist er? Wo ist sie? Wie ist sie dort hingelangt? Der Mann hat keine Antworten. Auch er hat eine Amnesie. Sie ziehen sich an - immer noch aneinander gefesselt - und stellen fest, dass sie eingeschlossen sind. Schnell klärt sich das Verhältnis Agressor - Opfer, und die Handlung steigert sich bis zum blutigen Höhepunkt. Dieser kurze Film stellt ein minimalistisches Szenario dar und hinterfragt systematisch das, was wir als Publikum von einem Film erwarten.
GB 2001 · Realisation Adam Clitheroe · 16 mm · s/w · 14'

MIT MIR
Eine Frau auf einem Bett. Ausgestreckt neben ihr liegt ihr Double, dem sie sich langsam zuwendet, um es zu streicheln, zu küssen, zu lecken, bevor sich die beiden dann ruhig aneinander schmiegen
und es wieder dunkel wird. (Isabella Reicher)
D 2000 · Konzept, Realisation Kerstin Cmelka · 16mm · 3'

DUNKLER KANN ES NICHT WERDEN
Dunkler kann es nicht werden als diese Stunde, die sinkt mit allen Lasten der Erde, in fremder Nacht ertrinkt... (Gottfried Benn )
In einer dunklen Welt, die um sie zerfällt, wartet Lisa auf ihren
Mann, auf die Liebe, auf das Licht.
USA 2001 · Realisation Zachary Scheuren · 16mm · 20'

SOUNDINGS
Das rüde Erwachen eines unbeholfenen kinematischen Bewusstseins wird langsam ins Blickfeld gerückt, beschleunigt und offenbart, was Film eigentlich ist. Eine eklektische Collage von Farben, Rhythmen und Sounds, vermischt mit Bildern von Filmikonen, die dich in einen halb bewussten und halb bewusstlosen Zustand versetzen. Bilder tauchen auf in pulsierenden Richtungen, ein Bild nach dem anderen, eine unterschwellige Dekonstruktion des Mediums Film.
USA 2001 · Realisation Sandra Gibson · 16mm · 6'

LUEURS (FAINT LIGHTS)
Ein Mann schreit, er stürzt in die Leere. In einem Labyrinth unterhalb einer Stadt wacht er auf. Eine Frauenstimme und ein Licht helfen ihm, einen Weg nach draußen zu finden. Oben angelangt begreift er, dass die Frauenstimme ihn zum Mondlicht geführt hat. Im Morgengrauen wird das
Licht zu stark für sein Augenlicht und er wird wieder blind.
Frankreich 2001 · Regie Estelle Gerard · 16mm · 8'

CALLING ALL CARS
Ein spannender Tag im Leben eines grünschnabeligen Gesetzesmanns.Er musste niemals seine Waffe abfeuern, er respektiert seine Vorgesetzten und ist Tag und Nacht bereit für den Ernstfall.
USA 2001 · Realisation Alfonso Alvarez · 16mm · 5'

DAS SCHLAFENDE MÄDCHEN
Mit einer einzigen Kamerakranfahrt wird dem Betrachter eine Einfamilienhaussiedlung präsentiert. Die Masse der hübschen Häuser hat den Charakter einer Modellplatte: ein sauberes Ideal, das aber
menschenleer und gespenstisch verlassen wirkt. Erst am Ende des Films wird die aufgeladene Atmosphäre durch eine Stimme auf einem Anrufbeantworter unterbrochen.
Deutschland 2001 · Regie, Text Corinna Schnitt · 16mm · 9'