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Ivan und
Abraham
Regie: Yolande Zauberman [poln. OmU]

»Ein jüdisch geprägtes
Dorf in den dreißiger Jahren in Polen, ein zurückkehrender
älterer Sohn, ein Waisenjunge. Der Originaltitel Moi Ivan, toi
Abraham hält sich poetisch zurück, der Film dagegen fächert
das ausgeschlossene Dritte zwischen dem jungen Ivan und dem
älteren Abraham weit auf. Es zeigt sich in der Autorität der
jüdischen Texte, in der Familie und der Dorfkultur - die
gleichsam zerfallen -, im Kampf um soziale und persönliche
Freiheit, in Abrahams Liebe zu Rahel und ihrer zu ihm. Und in
vielem mehr. Ein filmisches Geschehen, das unmittelbar vor
dem Holocaust spielt, in seiner Konzeption aber ohne diesem nicht
zu denken wäre. Die ästhetischen Konsequenz des Films spinnt
ihren Faden aus dokumentarischem Drang und lebensmutiger Fiktion.
Das kontrastreiche
Schwarzweiß im Breitwandformat, die einnehmenden Gesichter und
das authentische Sprechen packen einen in ihrer eindringlichen
Inszenierung und unerwarteten Schönheit. Vor dem Hintergrund des
historischen Wissens und im Unterschied zu den
oscarüberschütteten Holocaustfilmen von Roberto Begnini (Das
Leben ist schön) und Steven Spielberg (Schindlers Liste)
entwickelt dieser Film einen emotionalen Sog ohne Sentimentalität
und Heldengeschichte. Indem die in bestürzender Schönheit sich
begegnenden Gesichter - moi Ivan, toi Abraham - aller
sozialen Dramatik trotzen und in die Zukunft fliehen, verwandelt
Zaubermann's Film das Bilderverbot vor dem Holocaust zu einer
ästhetischen Kategorie« (M. Heilemann)
F
1993 poln. OmU 105' R & B Yolande Zauberman Mit
Roma Alexandrowitsch, Sascha Yakovlew, Wladimir Machkov, Maria
Lipkina
Do 13.1.2000 ca. 19:00 Uhr
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Ivan
und Abraham@IMDb |