»Zoe streunt. Genau genommen hat sie viele Zuhauses, eines bei
Bruno, eines bei Ted und auch mal eines bei Paul, noch genauer
genommen aber hat sie keins. Reinschmuggeln will sie sich in das
Leben der anderen, aber die Jungs suchen vielleicht was Festeres
und finden's dann lose anderswo oder gar nicht, Zoe jedenfalls
fliegt raus. Immer wieder. Macht ihr aber nichts, so scheint's.
/.../
Der Film streunt Zoe hinterher, die vor ein paar Jahren aus der
Provinz nach Berlin gekommen ist, und dann läuft ihm ein Ereignis
über den Weg, fast zu groß für Zoe und viel zu tief für die
Leute, mit denen sie zu tun hat dann und wann. /.../
Jetzt könnte der Film seine Balance verlieren. Zoe
recherchiert, erfährt, dass auch die Mutter noch den Aufbruch
geschafft hat aus der Ehe, und einmal hört sie ihr Lachen vom
Tonband in der Wohnung einer fremden Frau. Was so übrigbleibt von
einem Leben, eine Steptanzübung, zerlacht, "das schaff'ich
nie!", und das Foto von Silvester kannst du auch
mitnehmen.
Aber der Film bleibt ganz bei sich, wie Zoe bei sich bleibt:
nur dass da statt des hellen Gesichts kurz ein trockenes Heulen
ist, als sie den Grund ihrer Recherchen doch einer Art Freundin
mitteilt. Kein Trost. Und sachte, sehr sachte, streunt Zoe immer
tiefer ins Streunen. Maren-Kea Freese hat ihren Abschlussfilm an
der DFFB Berlin mit Digital-Videokamera und Direktton gedreht, ein
"Dogma"-Film ohne Dogma, spartanisch und zart.«
(Der Tagesspiegel)
ZOE
· D 1999
· Regie und Buch Maren Kea-Freese · Kamera
Matthias Maaß · Schnitt Gabriele Herms · Mit
Kirsten Hartung, Eva Weißenborn, Solveig Arnarsdottir, Wotan
Wilke Möhring, Volkmar Röhler u.a. · 79'
So22.10.00, ca. 19:00 Uhr
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