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Verrückt
bleiben, verliebt bleiben
Regie: Elfi Mikesch

Was heißt hier schon verrückt? Torsten Ricardo Engelholz,
der Protagonist in Elfi Mikeschs Dokumentarfilm
präsentiert sich so intelligent, so phantasievoll und
selbstbewusst, dass die landläufigen Vorstellungen von Gesundheit
und Gestörtheit endgültig durcheinandergeraten. Eine Erkenntnis,
die der 31jährige Berliner mit Michel Foucault teilt: „Menschen,
die sich Behinderten gegenüber unsicher und gehemmt fühlen, sind
selbst behindert: Wissensbehindert“, erklärt Torsten seinem
Freund.
Torstens Biographie ist eine Geschichte des Sieges über
Krankheit und Schmerz. Jede psychische Störung ließe sich
erklären mit seiner grauenvollen Kindheit: Aufgewachsen in einer
Berliner Trabantenstadt, von den Eltern als „geistig behindert“
acht Jahre lang in einer dunklen Besenkammer gehalten,
misshandelt, vernachlässigt, dann auf Betreiben des Vaters in die
Kinderpsychiatrie abgeschoben, dort vergewaltigt. Mit der U-Bahn
verbindet ihn eine fast erotische Beziehung. Tagelang U-Bahn
fahren ist seine Leidenschaft. Elfi Mikesch filmt ruhig und
zurückhaltend, kommentarlos. Kein Wunder, dass der Zuschauer am
Ende des Films keinen Unterschied mehr sieht zwischen
Verrücktsein und Verliebtsein.
D 1997 88', ab 12 J., Regie
und Kamera Elfi Mikesch
Mo 7.2.99 + Mi 9.2.99, 19:00 Uhr
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Verrückt
bleiben, verliebt bleiben@IMDb |