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14. Januar – 25. März 2007
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:: Rückblick
09 | So, 11.03.2007
Katja Kassem
"liberi pacifer" - Den Kindern Frieden schenken
Protagonistin der Globalen Stadt Katja Kassem
präsentierte den Verein zur Hilfe für Kinder in Krisengebieten


Am Sonntag, den 11. März, gehörte die Bühne im großen Saal des CINEMAs an der Warendorfer Straße Katja Kassem und Michail Stamm.

Sie sind die Initiatoren des frisch gegründeten Vereins "Liberi Pacifer", dessen erstes Projekt die Instandsetzung eines verlassenen Krankenhauses in der südlibanesischen Kleinstadt Jouwaja sein soll.

Die Münsteraner Medizinstudentin Katja Kassem, die jedes Jahr ihre Großeltern dort besucht, schilderte dem Globale Stadt-Publikum, wie der libanesische Alltag ein dreiviertel Jahr nach dem "Julikrieg" im vergangen Sommer aussieht: "Die Region ist mit 1,5 Millionen Streubomben übersät. Trotz des Waffenstillstandes im Südlibanon sterben täglich zwei bis drei Menschen an den Verletzungen, die durch diese Sprengkörper verursacht werden. Häufig sind Kinder betroffen, die in ihrer Umgebung spielen. Verletzungen wie Amputationen, Verletzungen von inneren Organen bis hin zum Tod sind Tatsachen, mit denen die Menschen dort täglich konfrontiert werden."
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Protagonistin Katja Kassem erzählt, wie sie den "Julikrieg" im Libanon von Münster aus erlebte. (Foto: Ralf Emmerich)
Eindringlich beschrieb die 25jährige angehende Medizinerin, wie sie den vergangenen Juli hier in Münster erlebte. Sie war schockiert über die Kriegshandlungen in ihrer Heimat, organisierte stille Kundgebungen, Gottesdienste und Demonstrationen. Am Telefon mit ihren Verwandten ging es darum: "Wer hat überhaupt überlebt? Welche Häuser stehen noch?"

Ein verlassenes Hospital in Jouwaja war nicht zerbombt und so entstand die Idee, dort mit der Unterstützung eines in Münster angesiedelten Vereins ein Kinderkrankenhaus einzurichten.

"Es besteht eine unzureichende notfallmedizinische Versorgung im gesamten Südlibanon. Für die Behandlung von schwer verletzten Kindern gibt es somit keine Möglichkeit. Die nächste Klinik, die auf die Bedürfnisse traumatisierter Kinder spezialisiert ist, liegt 200 Kilometer entfernt. Straßen und Brücken, um dorthin zu gelangen, sind ebenfalls oft zerstört."

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Michail Stamm reiste mit Katja Kassem eine Woche durch den Libanon. (Foto: Ralf Emmerich)
Als Michail Stamm, Professor an der Fachhochschule für Design, von der Idee des Vereins und dem Hilfsprojekt im Südlibanon erfuhr, war er unmittelbar bereit, mit zu machen. Er begab sich im letzten Spätsommer, zusammen mit dem Mediziner Prof. Dr. Timm Filler und Katja Kassem auf eine einwöchige Reise in die Region, um zu untersuchen, wie realistisch das Vorhaben ist, welche Hilfe am dringendsten gebraucht wird.
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Michail Stamm: "Dies ist alles, was momentan zum Schutz der Bevölkerung gegen Minen und Streubomben getan wird."
(Foto: Ralf Emmerich)
Michail Stamm entfaltete auf der Bühne ein Plakat: "Ich will Ihnen mal etwas zeigen. Dies ist alles, was momentan zum Schutz der Bevölkerung gegen Minen und Streubomben getan wird."

Das DIN A3 große Papier von den Vereinten Nationen zeigt die verschiedenen Formen der Sprengkörper. "Das ist nicht einfache Munition. Das sind Sprengsätze, die aussehen wie Spielzeug, wie Handys oder wie Schmetterlinge. Sie liegen überall herum, hängen in den Bäumen. Es sind Kriegswaffen, die ganz bewusst eingesetzt werden, um Zivilisten - Kinder und Jugendliche – zu treffen."

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Die russische Pianistin Sevil Mammadova improvisiert auf Themen von J.S.Bach. (Foto: Ralf Emmerich)
Seine Motivation, um im Verein "Liberi pacifer" mitzuarbeiten, hat Michail Stamm in einem zehnminütigen Film von der Libanonreise festgelegt, der am vergangenen Sonntag im CINEMA seine Premiere hatte: "Weinen und Lachen".

Er handelt von den kriegstraumatisierten Kindern in der Region und von der Hoffnung – nach einer medizinischen Grundversorgung – auch psychotraumatologische Behandlung für betroffene Kinder anbieten zu können. Zum Beispiel in Form von Kunsttherapie wie durch Musik und anderen kreativen Ausdrucksformen.

Michail Stamm: "Unser Traum ist es, auf dem Dach des Kranken- hauses klassische Konzerte mit internationalen Künstlern zu veranstalten. Ein von der Idee faszinierter Scheich hat uns bereits ein Klavier zugesagt. In Jerusalem gibt es ein ganz ähnliches Projekt. Wer weiß, vielleicht kann sich daraus ein grenzüberschreitende Kulturaustausch entwickeln."

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Das reichhaltige libanesische Buffet kam zum Teil aus dem Hause Kassem und wurde zum Teil vom libanesischen Restaurant Aladdin (am Bahnhof) gespendet und versorgt. (Foto: Ralf Emmerich)
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Das Bedürfnis nach mehr Informationen zur Arbeit des Vereins war groß bei den abschließenden Gesprächen im Ladenlokal "schöne inge". (Foto: Ralf Emmerich)
Mehr Informationen zu "Liberi pacifer e.V. – Verein zur Hilfe von Kindern in Krisengebieten" finden Sie in der hier hinterlegten PDF-Datei zum Download oder über info@liberi-pacifer.de.

Spendenkonto:
Apotheker- und Ärztebank
Konto-Nr.: 000 68 78 88 1
BLZ: 400 606 14

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