| "Wir sind Münster" – Selbstbewusst und selbstverständlich
kommen die ProtagonistInnen der
vierten Runde von Münster Globale Stadt daher.
Aus ihrer kosmopolitischen Perspektive erzählen
sie über ihr Leben in dieser Stadt, wie sie zwischen
der Kultur ihrer Herkunft und dem westfälischen
Alltag hin und her pendeln.
Es sind diesmal viele junge ProtagonistInnen
dabei und viele der so genannten zweiten Generation.
Schüler und Studenten, die ein entspannteres
Verhältnis zu ihrer bundesdeutschen
Gesellschaft pflegen als vielleicht noch ihre Eltern,
die tatsächlich einwanderten. Wobei entspannt
keineswegs unproblematisch bedeutet:
Praktizierende Moslems fühlen sich in der öffentlichen
Diskussion oft in die Defensive gedrängt
und unter Generalverdacht gestellt. Auch das
Klischee über jugendliche Spätaussiedler führt
oft zur frustrierten Abkehr von der vermeintlichen
Mehrheitsgesellschaft.
Die Vertreter der älteren Generationen in der
Globalen Stadt sind als Asylsuchende und Bürgerkriegsflüchtlinge
hergekommen und glücklich
darüber, damals hier Schutz gefunden zu
haben. Der blutige Krieg auf dem Balkan dauerte
lang und ein stabiler Frieden auf dem Kosovo
ist immer noch nur ein Traum.
Doch auch im Exil
geht das Leben weiter, man baut sich hier etwas
auf, Kinder werden geboren. Ein Umstand, mit
dem deutsche Innenpolitik immer noch nicht
umzugehen weiß: Der Krieg auf dem Balkan ist
vorbei, die Flüchtlinge müssen zurück. Und so
kommt es, dass einige der portraitierten Münsteraner
dieser Reihe in Belgrad gefilmt werden
mussten, da es für sie im ansonsten weltoffenen
Münster keinen Platz mehr gab.
Es gibt nicht nur Münsteraner, die nicht mehr in
Münster leben dürfen; es gibt auch solche, die
niemand so recht sieht oder sehen möchte. An
einem Abend widmet sich die Globale Stadt den
Illegalisierten und papierlosen Bewohnern dieser Stadt.
Elf Sonntagabende, die den kosmopolitischen Blick auf die Stadt und die Welt schärfen wollen,
aus der persönlichen Sicht der jeweiligen Hauptpersonen des Abends, mit
kurzen Filmportraits von Münsteraner Filmschaffenden, einem anschließenden
Publikums- gespräch und einem dazu passenden Kino-Wunschfilm der
Protagonisten.
Im Café Garbo gibt es danach in bewährter Gewohnheit einen stilvollen,
musikalisch-kulinarischen Ausklang.
Einzelheiten dazu können Sie der Tagespresse und der jeweiligen KINOaktuell entnehmen.
|