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Münster — Globale Stadt
3. August - 26. Oktober 2003
jeweils Sonntag, 18:00 Uhr |
5. Oktober 2003
Slowenien
Rückblick auf den Länderabend mit Fadil
Mehmeti |
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Der Protagonist des Abends Fadil Mehmeti und die Filmemacherin
Ulrike Behnen (Foto: Ralf Emmerich). |
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Im Mittelpunkt des 10. Länderabends
der interkulturellen Filmreihe "Münster – Globale
Stadt" stand Fadil Mehmeti aus Slowenien. Er ist Roma und
wurde 1967 in Maribor geboren. 1989 kam er zum ersten Mal nach
Deutschland. Inzwischen hat er eine Stelle als Kulturdolmetscher
und betreut asylsuchende Roma in Münster.
"Ohne Job ist man gar nichts." Dieser Satz von Fadil
Mehmeti könnte der Titel des filmischen Kurzportraits von
Ulrike Behnen sein, mit dem der filmische Teil des Abends
startete. Das Kurzfilmportrait dokumentiert in klaren Bildern
Fadil Mehmetis Arbeitsalltag. Eigentlich als Sozialarbeiter
unterwegs, betreibt Fadil Mehmeti vor allem Krisenintervention: Roma
rufen ihn an, wenn es um Bleiberecht oder
Nachbarschaftskonflikte geht, und das rund um die Uhr. Ulrike
Behnen hatte dabei Auge und Ohr für manche Absurditäten, die
er in seiner Rolle als Vermittler zwischen Asylsuchenden und Behörden
aushalten muss: Menschen, denen täglich die Abschiebung droht,
beizubringen, wie man Müll trennt oder einen Teppich reinigt
und ihn nicht auf den Balkon hängt, weil das die deutschen
Nachbarn stört ...
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Moderiert von Projektleiterin Christine Müh (rechts) stellen
sich
Fadil Mehmeti und Filmemacherin Ulrike Behnen den Fragen
des Publikums (Foto: Ralf Emmerich). |
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In Slowenien war Fadil Mehmeti Mitglied der
Karate-Nationalmannschaft. "Als Roma und als Slowene musste
ich doppelt kämpfen, mit dem Gegner und dem Richter", erzählte
er in der anschließenden Diskussionsrunde. 1986 machte er
seinen Militärdienst. Damals zeichnete sich für ihn ab,
"dass alles auseinander brechen wird", dass der
Balkankonflikt weiteren Wettkämpfen und Meisterschaften jeden
Weg verbauen würde.
Deshalb entschloss er sich 1989, zu seiner
Schwester nach Frankfurt am Main zu ziehen. An seine
Sportlerkarriere konnte er in Deutschland nicht anknüpfen, er
begann als Tellerwäscher und lernte dabei gleich noch einige
andere europäische Sprachen wie Italienisch und Griechisch.
"Ich nehme mir das Beste aus jeder Kultur", sagt er im
Film, "die Feiertage, die Familienbesuche" von den
Roma, das "System" und die Terminplanung von den
Deutschen.
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Treffpunkt für Gespräche nach
dem filmischen Part des Abends:
das CAFÉ GARBO
(Foto: Die Linse). |
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Viele Fragen aus dem Publikum betrafen die Situation der Roma auf dem Balkan und hier in Münster. In Slowenien ginge es den Roma noch relativ gut, erzählte
Fadil Mehmeti. Anders sei es in den übrigen Balkanstaaten. Dort herrsche große Armut, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Auch das Leben für die 1400 Roma-Flüchtlinge in Münster sei sehr schlecht. Obwohl sie in ihren Heimatländern politischer und rassistischer Verfolgung ausgesetzt seien, würde das hier nicht als Asylgrund anerkannt. Viele haben deshalb seit Jahren nur einen Duldungsstatus und müssen mit Abschiebung rechnen. Die ständige Angst führt, so
Fadil Mehmetis Beobachtung, zu psychischen Störungen. Dennoch blieb sein Fazit: "Wir kämpfen weiter!"
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Sie gaben ihr
Bestes, um die ursprünglich vorgesehene,
kurzfristig aber verhinderte Roma-Band zu vertreten
(Foto: Die Linse). |
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| Ähnlichen Optimismus strahlte Fadil Mehmetis Wunschfilm "Schwarze Katze, weißer Kater" von Emir Kusturica aus. Der temporeiche, mit Gags und wilder Musik vollgestopfte Film, in dem sich alles um die Familie und den Clan dreht, sei "besser als Fellini", so ein begeisterter Besucher.
Nach dem filmischen Teil des Länderabends versuchte sich im CAFÉ
GARBO eine Teenie-Roma-Band lautstark an Trommeln und Keyboard, während die Gäste Pitas
probierten – gefüllte Blätterteigtaschen, die Fadil Mehmetis Frau gebacken hatte. |
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