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Afghanistan | 03.08.
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Russland | 07.09.
Slowakei | 14.09.
Griechenland | 21.09.
Burma | 28.09.
Slowenien | 05.10.
Brasilien | 12.10.
Sri Lanka | 19.10.

und am 26.10.
Abschlussabend
mit Kurzfilmrolle

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Münster — Globale Stadt
3. August - 26. Oktober 2003
jeweils Sonntag, 18:00 Uhr

5. Oktober 2003
Slowenien
Rückblick auf den Länderabend mit Fadil Mehmeti
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Der Protagonist des Abends Fadil Mehmeti und die Filmemacherin
Ulrike Behnen (Foto: Ralf Emmerich).
Im Mittelpunkt des 10. Länderabends der interkulturellen Filmreihe "Münster – Globale Stadt" stand Fadil Mehmeti aus Slowenien. Er ist Roma und wurde 1967 in Maribor geboren. 1989 kam er zum ersten Mal nach Deutschland. Inzwischen hat er eine Stelle als Kulturdolmetscher und betreut asylsuchende Roma in Münster.

"Ohne Job ist man gar nichts." Dieser Satz von Fadil Mehmeti könnte der Titel des filmischen Kurzportraits von Ulrike Behnen sein, mit dem der filmische Teil des Abends startete. Das Kurzfilmportrait dokumentiert in klaren Bildern Fadil Mehmetis Arbeitsalltag. Eigentlich als Sozialarbeiter unterwegs, betreibt Fadil Mehmeti vor allem Krisenintervention: Roma rufen ihn an, wenn es um Bleiberecht oder Nachbarschaftskonflikte geht, und das rund um die Uhr. Ulrike Behnen hatte dabei Auge und Ohr für manche Absurditäten, die er in seiner Rolle als Vermittler zwischen Asylsuchenden und Behörden aushalten muss: Menschen, denen täglich die Abschiebung droht, beizubringen, wie man Müll trennt oder einen Teppich reinigt und ihn nicht auf den Balkon hängt, weil das die deutschen Nachbarn stört ...
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Moderiert von Projektleiterin Christine Müh (rechts) stellen sich
Fadil Mehmeti und Filmemacherin Ulrike Behnen den Fragen
des Publikums (Foto: Ralf Emmerich).
In Slowenien war Fadil Mehmeti Mitglied der Karate-Nationalmannschaft. "Als Roma und als Slowene musste ich doppelt kämpfen, mit dem Gegner und dem Richter", erzählte er in der anschließenden Diskussionsrunde. 1986 machte er seinen Militärdienst. Damals zeichnete sich für ihn ab, "dass alles auseinander brechen wird", dass der Balkankonflikt weiteren Wettkämpfen und Meisterschaften jeden Weg verbauen würde. 

Deshalb entschloss er sich 1989, zu seiner Schwester nach Frankfurt am Main zu ziehen. An seine Sportlerkarriere konnte er in Deutschland nicht anknüpfen, er begann als Tellerwäscher und lernte dabei gleich noch einige andere europäische Sprachen wie Italienisch und Griechisch. "Ich nehme mir das Beste aus jeder Kultur", sagt er im Film, "die Feiertage, die Familienbesuche" von den Roma, das "System" und die Terminplanung von den Deutschen.

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Treffpunkt für Gespräche nach dem filmischen Part des Abends:
das CAFÉ GARBO (Foto: Die Linse).

Viele Fragen aus dem Publikum betrafen die Situation der Roma auf dem Balkan und hier in Münster. In Slowenien ginge es den Roma noch relativ gut, erzählte Fadil Mehmeti. Anders sei es in den übrigen Balkanstaaten. Dort herrsche große Armut, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Auch das Leben für die 1400 Roma-Flüchtlinge in Münster sei sehr schlecht. Obwohl sie in ihren Heimatländern politischer und rassistischer Verfolgung ausgesetzt seien, würde das hier nicht als Asylgrund anerkannt. Viele haben deshalb seit Jahren nur einen Duldungsstatus und müssen mit Abschiebung rechnen. Die ständige Angst führt, so Fadil Mehmetis Beobachtung, zu psychischen Störungen. Dennoch blieb sein Fazit: "Wir kämpfen weiter!"

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Sie gaben ihr Bestes, um die ursprünglich vorgesehene,
kurzfristig aber verhinderte Roma-Band zu vertreten
(Foto: Die Linse).
Ähnlichen Optimismus strahlte Fadil Mehmetis Wunschfilm "Schwarze Katze, weißer Kater" von Emir Kusturica aus. Der temporeiche, mit Gags und wilder Musik vollgestopfte Film, in dem sich alles um die Familie und den Clan dreht, sei "besser als Fellini", so ein begeisterter Besucher. Nach dem filmischen Teil des Länderabends versuchte sich im CAFÉ GARBO eine Teenie-Roma-Band lautstark an Trommeln und Keyboard, während die Gäste Pitas probierten – gefüllte Blätterteigtaschen, die Fadil Mehmetis Frau gebacken hatte.