zurück zur Startseite...

der verein | aktuell | projekte & filmreihen | home

In der Stadt.
Aus aller Welt.

Afghanistan | 03.08.
Iran | 10.08.
Polen | 17.08.
Südafrika | 24.08.
Indien | 31.08.
Russland | 07.09.
Slowakei | 14.09.
Griechenland | 21.09.
Burma | 28.09.
Slowenien | 05.10.
Brasilien | 12.10.
Sri Lanka | 19.10.

und am 26.10.
Abschlussabend
mit Kurzfilmrolle

Perspektiven
Rückblick
Rundblick
Ausblick
Hintergrund
Der Anstoß
Die Filmemacher

Die Sponsoren

Projektteam
Links

Münster — Globale Stadt
3. August - 26. Oktober 2003
jeweils Sonntag, 18:00 Uhr

14. September 2003
Slowakei
Rückblick auf den Länderabend mit Susa Sabin
Bild vergrößern (1024 x 680)
Susa Sabin, umrahmt von Marie Krimphoff und Thomas Tegethoff
vor Beginn des Länderabends (Foto: Ralf Emmerich).
Im Mittelpunkt des 7. Länderabends der interkulturellen Filmreihe "Münster – Globale Stadt" stand Susa Sabin – geboren in einem Land, das es nicht mehr gibt: Die Tschechoslowakei. Als Sechzehnjährige floh die Slowakin nach dem Prager Frühling mit ihrer Familie nach Westdeutschland, wo sie die Durchgangslager Friedland und Unna-Massen durchlief, bevor sie 1970 nach Münster kam, ihre Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Assistentin machte und wo sie seither lebt.

Die jungen Filmemacher Marie Krimphoff und Thomas Tegethoff stellten Susa Sabin und die während der Dreharbeiten entstandene Beziehung zu ihr in einem lebendigen und einfühlsamen Kurz-Portrait vor.

Bild vergrößern (768 x 1024) Bild vergrößern (1024 x 746)
Bild vergrößern (1024 x 746)
Publikumsgespräch mit Projektleiterin Christine Müh, Susa Sabin und
den Filmemachern Marie Krimphoff und Thomas Tegethoff
(Foto oben links: Die Linse; oben rechts und unten: Ralf Emmerich).
Im anschließenden Gespräch mit dem Publikum stellte Susa Sabin Parallelen ihrer Biographie zu der am vergangenen Sonntag vorgestellten Geschichte der jungen Tatjana Erfurt aus Sibirien fest: Auch sie verließ ihre Heimat als Jugendliche, in einer Phase also, in der – so Sabin – das Verpflanzen am Schwierigsten sei, weil man die Tragweite einer Entscheidung zur Migration noch in keiner Weise abschätzen könne.

Was sie durch die Erfahrung des Weggehens und Zurücklassens gelernt habe, sei: ihr Herz nicht an Dinge zu hängen. Dass sich nach 1989 wieder die Möglichkeit ergeben würde, in die alte Heimat zu reisen, war zum Zeitpunkt ihrer Ausreise unvorstellbar. Es war in diesem Moment ein Abschied für immer von der vertrauten Umgebung, ein Abschied, der zum Glück jedoch nicht für immer bleiben sollte.

Bild vergrößern (1024 x 679)
Interessierte Fragen aus dem Publikum.
(Foto: Ralf Emmerich).

Der Wunschfilm von Susa Sabin war der erste slowakische Film, der je mit einem Oscar (1966: Bester ausländischer Film) ausgezeichnet wurde: "Das Geschäft an der Hauptstrasse" von Ján Kadár und Elmar Klos. Die Kopie im Original mit englischen Untertiteln war mit Hilfe der tschechischen Vertretung in Bonn aus dem Prager Filmarchiv beschafft worden.

Der ernsthafte Inhalt des Filmes – Thema ist die Arisierungskampagne der Nazis in der Slowakei zur Zeit des 2. Weltkrieges – sorgte anschließend im CAFÉ GARBO für Gesprächsstoff, wo man noch lange zusammen saß und die von Susa Sabin selbst zubereitete slowakische Sauerkrautsuppe – eigentlich ein typisches slowakisches Weihnachtsgericht – verspeiste.

Bild vergrößern (958 x 768)
Bild vergrößern (768 x 1024) Bild vergrößern (768 x 1024)
Gespräche bei slowakischer Sauerkrautsuppe
im Anschluss an den filmischen Teil des Abends
(Fotos: Die Linse).