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Das Thema dieses Projektes ist die
Begegnung mit dem Unbekannten, dem Fremden, dem ganz
Anderen, sowohl durch eine eigene Reise wie auch durch die
Ankunft des Fremden im Bereich des Vertrauten. Dabei soll gezeigt
werden, in weichen Formen das imaginiert wird, was jenseits des
Alltäglichen und Bekannten liegt. Der Schwerpunkt soll dabei auf
Filme der Populärkultur gelegt werden, um auf diese Weise
Einblicke in die Vorstellungen unserer eigenen Kultur über das
Fremde zu gewinnen.
Die Grundhaltung zum Fremden reicht bei
den ausgewählten Filmen von vollkommener Ablehnung und
Dämonisierung über Faszination für das andere bis hin zu
offener Romantisierung und Erhöhung zur Utopie und zur Erlösung.
Wie auch immer das Fremde dargestellt wird, die Hauptfiguren
durchleben stets eine Phase der Ambivalenz und der Infragestellung
der eigenen Position. Eben durch diese Infragestellung aber wird
das Eigene konsolidiert und oftmals erst bestätigt.
Dementsprechend enden die Filme häufig mit einem Zustand der
Disintegration: mit Tod oder Untergang des Helden, oder aber mit
der Zerstörung des Fremden. Daneben sollen jedoch auch Beispiele
von (separater) Koexistenz gezeigt werden.
Dabei wird bewußt keine Unterscheidung
gemacht zwischen fremden Völkern und Kulturen, die eine Existenz
außerhalb des Films haben, und reinen Fantasien, wie z.B.
Außerirdischen. Gerade bei Filmen, welche eine Begegnung mit
Aliens thematisieren, treten Ideen über das Fremde in besonders
konzentrierter Form hervor, sei es als Dämonsierung (“Star Trek:
Der erste Kontakt”) oder Erhöhung (“2001 Odyssee im
Weltraum”, “Solaris”) des Anderen. Auf diese Weise soll
verdeutlicht werden, daß sich auch Filme über konkret
existierende andere Kulturen weniger als Versuche der
Kulturverständigung werten lassen, sondern vielmehr intensive
Projektionsflächen von Ängsten und Sehnsüchten darstellen, die
wesentliche Bestandteile der modernen westlichen Kultur sind.
Dabei ist besonders in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren zu
beobachten, wie schriftlose, “primitive” Kulturen dazu dienen
westliche Sehnsüchte nach Authentizität und Naturverbundenheit
zu thematisieren (John Boormans “Der Smaragdwald”, “Medicine”,
“Der mit dem Wolf tanzt”).
Die Feststellung, daß das Fremde im Film
oft als das unerkannte, ausgelagerte und geleugnete Eigene
erscheint, führt auch zu einem verwandten Sujet, bei dem die
Reise ins Unbekannte zugleich auch als eine Reise ins Selbst
porträtiert wird eine Reise, die zu einer Deformation von
Zivilisation und Vernunft führt (Peter Weirs “Mosquito Coast”),
hinein in einen archaischen Wahnsinn (“Aguirre der Zorn
Gottes”, “Apocalypse Now”), bis zur Transformation der
Person und Identität (Ken Russells “Der Höllentrip”). Das
Fremde kann dabei für Todestrieb und Aggression stehen, aber auch
für unterdrückte erotische Potentiale, die die Infragestellung
der gesicherten Identität der Hauptfiguren bewirken (der starke
homosexuelle Subtext von “Lawrence von Arabien”; David
Cronenbergs “M. Butterfly”; “Die Reise nach Indien”).
Bei der Präsentation der Filme soll das
Spektrum von Angst bis Sehnsucht in seine verschiedenen Aspekte
differenziert werden: Wahnsinn und Tod der Identität; sexuelle
Entgrenzung; Sehnsucht nach archaischer Ganzheit; spirituelle
Erfüllung. Einen besonderen Stellenwert erhalten dabei die
Ausgänge des Kontaktes: Von gewünschter Auslöschung (“Star
Trek: Der erste Kontakt”) über die tragische Katastrophe (“Medicine
Man”) bis zur Auflösung im anderen (“Solaris”, “2001”,
Jim Jarmuschs “Dead Man”).
Besondere Aufmerksamkeit sollen dabei
jene wenigen Filme erhalten, in denen das Fremde ambivalent
dargestellt wird und die Möglichkeit eines getrennten, aber
fortdauernden Nebeneinanders von Eigenem und Fremdem angedeutet
wird: so
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