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Filmszene NRW

Ulrike Franke & Michael Loeken

     

Wunschprogramm

 

Der Kuss der Tosca
In der "Casa Verdi", dem 1902 von Verdi in Mailand als Vermächtnis gegründeten Altersheim für Musiker, leben Künstler, denen scheinbar nur noch ihre Musik und ihre Erinnerungen geblieben sind. Aber welche Kraft geht von ihnen aus! Behutsam, ja liebevoll entdeckt Schmid, zu welcher Intensität der Gefühle, zu wieviel Expressivität von Leben - als Rollenspiel und Selbstdarstellung - diese Menschen fähig sind. Und er deckt zugleich auf, wie wichtig eine menschliche, behütete, aber mitunter auch noch herausfordernde Lebenswelt für ein Altern in Würde ist.

   
    CH 1984 · 86' · Regie Daniel Schmid
   
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Der Kuss der Tosca@IMDb
   

Franke-Loeken-
Programm

 

Und vor mir die Sterne
»Leute mit dünner Gesichtshaut erröten leicht in verfänglichen Situationen. Ein probates Mittel sich vor diesem auffälligen und wiederum peinlichen Farbwechsel zu schützen ist eine gesunde Gesichts-Grundfarbe, am besten braun. Logisch, daß man auf diese Weise gerüstet, langfristig gesehen, eine Selbstsicherheit erlangt, die das oben beschrieben Phänomen in Vergessenheit geraten läßt. Die Frage, die sich in diesem Moment aufdrängt ist: "Hat Rex Gildo etwas zu verbergen?"

Als ich diese Frage in meinem Kölner Stammsolarium erörtern wollte, gesellten sich zwei Immis (Kölner Fachbegriff für Zugezogene) an meinem Ibiza-Toaster. Ihr ausgeprägtes Wissen über die Deutsche Schlagerszene machte mich stutzig. Sie - Ulrike Franke, 28 - geboren in Dortmund, hat in Köln Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften studiert, im Rahmen dieses Studiums einige filmische Projekte realisiert und beim "Profifilm" gejobbt. Sie stand in dem 2-teiligen Fernsehfilm Sterne des Südens sogar vor der Kamera, erkannte aber, dass dies für sie die falsche Seite ist.

Er - Michael Loeken, 45 - in Neviges geboren, studierte das selbe, machte 1982 seinen ersten und vorerst einzigen Dokumentarfilm mit dem Titel: Ich hatte schon begonnen die Freiheit zu vergessen. Seit 1976 arbeitet er als Tonassistenten. Zusammen gründeten sie 95 die Filmproduktion Loeken Franke.

Diese Informationen verrieten mir immer noch nicht, warum sie so viel über die einzig wahre Szene wussten: DIE DEUTSCHE SCHLAGERSZENE. Also drängte ich nervös auf Klärung. "Einen Film hätten sie gedreht über Renate Kern", war die lapidare Antwort. Da mir absoluten Schlagerspezialisten dieser Name total ungeläufig war, schoss mir besagte unerwünschte Farbe ins Gesicht. Ich zog den Turbobräuner an mich und gab mir noch mal ordentliche 25 Minuten.

Später stellte sich heraus, das die Kern ja nur bürgerlich so hieß und in Wirklichkeit DIE Renate Poggensee war, die bei der ersten ZDF-Hitparade 69 mit "Lieber mit den Wimpern klimpern" meine Eltern dermaßen aus dem Fernsehsessel geschüttelt hat, dass ich an diesem Tag keinen Bissen Mutterkuchen mehr runterbekommen habe.

Später ging sie mit James Last auf Welttournee und erfüllte sich ihren Traum vom Eigenheim. Richtig locker war sie auf der Bühne nie, eine gute Stimme - ja. aber echt kein Draht zum Publikum. So ging es dann auch zwangsläufig abwärts. Auch ihre Ehe mit dem Toningenieur Klaus Hildebrandt erfüllte sie nicht wirklich. Sie fühlte sich wie ein Dienstmädchen und versuchte ein Comeback als Countrysängerin. So was hat natürlich keinen Erfolg. 1990 tingelte sie dann auf einer Ostseefähre von Helsinki nach Stockholm. 1991 erhängte sie sich.

Doch Fakten sind in diesem Film gar nicht das Ausschlaggebende. Das wichtige sind die Emotionen, die der Deutsche Schlager ausgelöst hat und weiter auslösen wird. Wie sang Renate so richtig: "Traurig lohnt sich nicht."« (Oliver Held)

   
    D 1998 · 90' · Regie & Buch Ulrike Franke, Michael Loeken
   
    So 17. Oktober '99, ca. 19:00 + 21:00 Uhr 
in Anwesenheit der Regisseure!
   
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Und vor mir die Sterne@IMDb

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