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Werkschau
Rainer Werner Fassbinder
14. April - 28. Mai 2002

1972 | 
Die bitteren Tränen der Petra von Kant

Dienstag, 30. April 2002 — 18:00 Uhr (!)
Mittwoch, 1. Mai 2002 — 23:00 Uhr

Die erfolgreiche Modeschöpferin Petra von Kant (Margit Carstensen) lebt in einem opulent eingerichteten Wohn-Atelier, zusammen mit ihrer Assistentin und Dienerin Marlene (Irm Hermann), die wortlos alle Befehle ausführt und alle Launen über sich ergehen läßt. Aus erster Ehe hat sie eine Tochter (Eva Mattes), von ihrem zweiten Mann ist sie geschieden. Petra verliebt sich in die gut zehn Jahre jüngere Karin (Hanna Schygulla), und sie will sie ganz für sich haben. 

Karin möchte zwar die vermögende Petra ausnutzen, aber auch ihre eigene Unabhängigkeit bewahren. Als ihr Mann, der in Australien war, sich überraschend meldet, kehrt sie zu ihm zurück. Petra verzweifelt. Allmählich beginnt sie zu verstehen: “Ich habe Karin gar nicht geliebt, ich habe sie nur besitzen wollen.” Sie bietet ihrer Sekretärin Marlene, die sie bisher wie einen Gegenstand behandelt hat, Zusammenarbeit, Freiheit, Spaß an. Doch Marlene packt wortlos ihren Koffer und geht.

"Fassbinders Kritik an den Geschlechterrollen und Zweierbeziehungen ist radikal, aber indem er die Person, die die Kritik formuliert, als falsch und verlogen darstellt, vermeidet er, daß der Film wie eine Heilsbotschaft wirkt. Seine Kritik wird um so fundamentaler, als Fassbinders Sprachrohr im Film selbst dem kritisierten Rollenmuster unterliegt."
(aus C. Braad Thomson: RWF)

D 1972 · Drehbuch und Regie R.W. Fassbinder · Kamera Michael Ballhaus · Mit Margit Carstensen, Hanna Schygulla, Irm Hermann, Eva Mattes, Katrin Schaake, Gisela Fackeldey· 124’ · Farbe · ab 16

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