1975 |
Mutter Küsters Fahrt zum Himmel

Sonntag, 12. Mai 2002 — 18:30 Uhr
Montag, 13. Mai 2002 — 22:45 Uhr
Ein Arbeiter erschießt wegen der Ankündigung von
Massenentlassungen seinen Vorgesetzten, dann sich selbst. Seine
Frau, “Mutter Küsters” (Brigitte Mira), steht der
Katastrophe hilflos gegenüber. Ihr Sohn (Armin Meier) und
dessen Frau (Irm Hermann) wollen in der Öffentlichkeit nicht
mit dem “Fabrikmörder” in Verbindung gebracht werden. Ihre
Tochter Corinna (Ingrid Caven), eine Nachtclubsängerin, nutzt
die unerwartete Publizität für ihre Karriere aus. Ein Reporter
(Gottfried John) schreibt einen verleumderischen Artikel.
Zuspruch findet Mutter Küsters nur bei dem Salonund
Parteikommunisten Karl (Karlheinz Böhm) und seiner Frau
Marianne (Margit Carstensen). Mutter Küsters fühlt sich ernst
genommen, aber sie erhofft sich vergeblich eine Rehabilitierung
ihres Mannes in der Öffentlichkeit. So wendet sie sich
schließlich hilfesuchend einem “Anarchisten” zu. Der
besetzt mit Freunden die Redaktion der Zeitung, in welcher der
verleumderische Artikel erschienen ist. Eine Geiselnahme endet
im Desaster.
"Fassbinder beschränkt sich darauf, die Gewalttaten zu
Beginn und am Ende des Films zu referieren, weil er die
Ereignisse nicht emotional ausschlachten, sondern über sie
reflektieren will: selten hat er sich Brecht so sehr angenähert
wie in diesem Film. Im Unterschied zu Brecht sucht Fassbinder
jedoch keine politischen Lösungen: MUTTER KÜSTERS FAHRT ZUM
HIMMEL ist eher ein antipolitischer Film, der das
menschenverachtende Element aller Ideologien anklagt."
(aus C. Braad Thomsen: Rainer Werner Fassbinder)
D 1975 ·
Drehbuch und Regie R.W. Fassbinder · Kamera
Michael Ballhaus · Mit Brigitte Mira, El Hedi ben Salem,
Barbara Valentin, Irm Hermann, Rainer Werner Fassbinder, Karl
Scheydt, Walter Sedlmayr, Marquard Bohm, Liselotte Eder · 120’ ·
Farbe · ab 16
» MUTTER
KÜSTERS FAHRT ZUM HIMMEL bei der Fassbinder Foundation
» MUTTER
KÜSTERS FAHRT ZUM HIMMEL in Internet Movie Database
|