1972/1974 |
Fontane Effi Briest

Montag, 6. Mai 2002 — 18:15 Uhr (!)
Dienstag, 7. Mai 2002 — 23:00 Uhr
Die 17jährige Effi Briest (Hanna Schygulla) wird mit dem 20
Jahre älteren Baron von Innstetten (Wolfgang Schenck)
verheiratet. Sie fühlt sich in ihrer neuen Heimat einsam und
von ihrem prinzipientreuen, ehrgeizigen Mann nicht wirklich
geliebt. Zunächst nur Abwechslung, dann Verwirrung bringt ihr
die Bekanntschaft mit dem neuen Bezirkskommandeur Major Crampas
(Ulli Lommel). Spaziergänge, Gespräche, Begegnungen in den
Salons der guten Gesellschaft lassen eine zwischen Freundschaft
und Leidenschaft schwankende Beziehung entstehen, die aber mit
dem Umzug der Familie Innstetten nach Berlin endet.
Sechs Jahre später stößt Innstetten zufällig auf Briefe,
die Effi von Crampas erhalten hat. Er tötet Crampas in einem
Duell und verstößt seine Frau, die auf die gemeinsame Tochter
verzichten muss. Eine Rückkehr ins Haus ihrer Eltern bleibt
Effi wegen deren rigider Moralvorstellungen lange Zeit
verschlossen. Ihr Lebenswille erlischt, und nach einem Jahr
stirbt sie.
"Dies ist kein Frauenfilm, sondern ein Film über
Fontane, über die Haltung eines Dichters zu seiner
Gesellschaft. Es ist kein Film, der eine Geschichte erzählt,
sondern es ist ein Film, der eine Haltung nachvollzieht. Es ist
die Haltung von einem, der die Fehler und Schwächen seiner
Gesellschaft durchschaut und sie auch kritisiert, aber dennoch
diese Gesellschaft als die für ihn gültige anerkennt ...Mein
Problem ist gewesen, meine Haltung zu der Gesellschaft, in der
ich lebe, dadurch klar zu machen, indem ich versuche, einen Film
über Fontane zu machen."
(Fassbinder, 1974)
D 1972/1974 ·
Drehbuch und Regie R.W. Fassbinder · Kamera
Jürgen Jürges, Dietrich Lohmann · Mit Hanna Schygulla,
Wolfgang Schenck, Ulli Lommel, Karlheinz Böhm, Ursula Strätz,
Irm Hermann, Lilo Pempeit, Herbert Steinmetz, Hark Bohm, Rudolf
Lenz, Karl Scheydt · 141’ · Farbe · ab 12
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