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Rückblick

Peer Gynt
 
Do 14. Dezember 2006 — 18:00
So 17. Dezember 2006 — 14:00

Ein Film über die (Un-)Möglichkeit der Liebe, mit der Kraft eines der großen dramatischen Gedichte der Weltliteratur: Robert Stadlober ist "Peer Gynt", Henrik Ibsens nordischer Faust.

Der hübsche Bauernjunge Peer Gynt zeichnet sich durch reiche Fantasie und unbändigen Tatendrang aus, doch gelingt es ihm nicht, seine Träume Wirklichkeit werden zu lassen und sich selbst zu finden. Alles, was er anpackt, bleibt Episode: Ob er die Braut eines anderen verführt und wieder verlässt, sich am Hof der Trolle im Dovrefjell als Schwiegersohn vorstellt, oder ob er für seine Geliebte Solveig eine Waldhütte baut – niemals ist er konsequent und führt die Dinge zu Ende.

Den ruhenden Gegenpol zu diesem unsteten Umherschwärmen bildet Solveig. Während Solveig in der Waldhütte lebt und in ihrer Arbeit und der gedanklichen Liebe zu Peer Erfüllung findet, reist der in die Fremde, um sein ‚Kaiserreich‘ zu gründen. Doch fern der Heimat widerfährt ihm dasselbe: Er bleibt »ein Mann, der niemals er selbst gewesen«. Als alter Mann kehrt er zurück und begegnet der inzwischen erblindeten Solveig wieder. Dem Heimatlosen sagt Solveig, wo sein "Selbst" die ganze Zeit über war: "In meinem Glauben, in meinem Hoffen, in meinem Lieben". Indem Peer zu Solveig heimfindet, findet er zu sich selbst.

Regisseur Uwe Janson verlegt den Ort der Handlung des ursprünglich für das Theater geschriebenen Stückes: Peers rastlose Flucht nach vorn ist bei Janson eine Reise entlang von Gewässern, in denen sich Peers Phantasie spiegelt. Begegnungen mit bizarren Gestalten fungieren als Weichensteller für die weiteren Verzweigungen seines Lebensweges, geben den Blick frei auf Peers innere Tumulte und die zahlreichen Persönlichkeiten, die ihm innewohnen. "Peer Gynt" wird auch als "Faust des Nordens" bezeichnet, dem Mephisto offensichtlich in der ruhelosen Seele sitzt.

Links
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PEER GYNT · D 2006 · Regie und Drehbuch Uwe Janson (nach der Vorlage von Henrik Ibsen) · Kamera Philipp Sichler · Mit Robert Stadlober, Susanne-Marie Wrage, Karoline Herfurth, Kathi Angerer, Max Hopp, Ulrich Mühe, Henny Reents, Patrick Güldenberg, Bernhard Piesk, Pegah Ferydoni · 81'

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