Mo 7. September 2005 — 18 Uhr
So 11. September 2005 — 13 Uhr
Im italienischen Original mit deutschen Untertiteln
Neapel, drittgrösste Stadt Italiens, genießt eine
wunderschöne Lage am Strand mit Ausblick auf das funkelnde
Tyrrhenische Meer im Schatten des mächtigen Vesuv. "Neapel
sehen und sterben" schreibt der Frankfurter Geheimrat Goethe
auf seiner Italienischen Reise im Jahr 1787. Man kann sich kaum
vorstellen, dass er am Beginn des 21. Jahrhunderts ähnliche
Zeilen formulieren würde. Hinter dem Glanz und Pomp vergangener
Zeiten als die Stadt politisch und sozial von europaweiter
Bedeutung war, findet sich ein anderes Neapel.
Regisseur Vincent Monnikendam begibt sich mit der Kamera
in die Hinterhöfe und schmalen Gassen, wohin sich weder
Sonnenstrahlen noch Touristen verirren. Zentrales Motiv des Films
ist das Gemälde Die sieben Werke der Barmherzigkeit von
Michelangelo Merisi alias Caravaggio, dem Meister der clair-obscur
- der kontrastreichen Hell-dunkel-Effekte.
Zu den wichtigen Protagonisten des Films gehören Pietro
Gargano, Chefredakteur der Tageszeitung Il Mattino und
profunder Kenner der Geschichte Neapels sowie Gian Paolo
Leonetti, ehemaliger Vorsitzender des Pio Monte della
Misericordia und Abkömmling einer alten neapolitanischen
Adelsfamilie. Das barocke Interieur seiner Villa steht im starken
Kontrast mit der eher nüchternen Umgebung der inneren Stadt. Hier
treffen wir den transsexuellen Gianni, der sein mageres
Einkommen mit den Verkauf von Lotterielosen bestreitet, und Pina,
die über ihre schwierigen Lebensumstände berichtet, während sie
modische Handtaschen in einer kleinen Kellerfabrik näht. Die
russische Malerin Natalia Tsarkova versucht in ihrem Werk
die Essenz des clair-obscur des von ihr abgöttisch bewunderten
Caravaggio zu erfassen. Für sie sind seine speziellen
Lichteffekte mit den kraftvollen Kontrasten Symbole des
Überlebens - Sinnbilder für Gut und Böse, Leben und Tod.
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NL 2004 · Regie und Drehbuch
Vincent Monnikendam · Kamera Melle van Essen · ital.OmU ·
90' |
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