Do 2. März 2006 — 18:00 Uhr
So 5. März 2006 — 13:00 Uhr
So 12. März 2006 — 13:00 Uhr
arte:
Warmherziges Porträt einer außergewöhnlichen
Persönlichkeit. Obwohl Regisseur Stefan Haupt einen Film über
Sterben drehen wollte, ist ihm ein wunderbarer Film übers Leben
gelungen.
Elisabeth Kübler-Ross hat sich ihr Leben lang mit dem
Sterben beschäftigt und damit Weltruhm erlangt. Mit 23
Ehrendoktor-Titeln ist sie wahrscheinlich die akademisch meist
ausgezeichnetste Frau der Welt. Ihr Engagement als Ärztin,
Wissenschaftlerin und Autorin hat nach eigenem Bekunden "das
Sterben aus der Toilette geholt" und Sterbebegleitung überhaupt
erst zum Thema gemacht. Der Kampf gegen die Tabuisierung des Todes
in der westlichen Welt verbindet sich mit der Reibung an
Autoritäten. Nicht zuletzt in der Konfrontation mit dem engen
Weltbild der Schulmedizin und beeindruckt von Nah-Tod-Erfahrungen
dringt Elisabeth Kübler–Ross in neue Grenzbereiche vor.
1926 in Zürich geboren, studierte sie gegen den Willen ihrer
Eltern Medizin und kämpfte in den USA um Anerkennung als
Psychiaterin. 1969 erlangte sie durch ihre Arbeit mit Sterbenden
in Chicago und durch ihr Buch "On Death and Dying" ("Interviews
mit Sterbenden") internationalen Ruhm. Es folgten unzählige
Workshop- und Vortragsreisen durch die ganze Welt und der Aufbau
eines eigenen Zentrums in Virginia. 1994 wurde das Wohnhaus ihres
Zentrums durch Brandstiftung zerstört — Anwohner fürchteten,
sich mit Aids zu infizieren. Heute lebt die Schweizer Ärztin nach
mehreren Schlaganfällen
zurückgezogen in Arizona, nahe jenem Übergang, den sie selber so
leidenschaftlich erforscht hat.
Im Zentrum des Films stehen die Gespräche mit Elisabeth
Kübler-Ross in Arizona. Zu sehen ist eine psychisch vitale Frau,
geistig glasklar, voller Humor und immer noch unbequem. Sie blickt
auf ihr Leben zurück, erzählt von ihrer Kindheit, ihrer Arbeit
mit Sterbenden und Aids-Kindern und davon, wie sie mit ihrem
eigenen Altern und Sterben umzugehen versucht.
Statements ihrer beiden Drillingsschwestern, Interviews mit
Freunden und Mitarbeitern sowie reichhaltiges Archivmaterial
runden dieses angenehm unprätentiöse und differenzierte
filmische Portrait ab.
Links
» Filminformationen
auf delicatessen.org
» Ausführliche
Linksammlung bei filmz.de
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Schweiz 2002 · Regie Stefan
Haupt · Kamera Christian Davi, Jann Erne, Patrick
Lindenmaier · OmU · 75' |
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