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Klassik im Kino
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Richard Wagner
Die Meistersinger von Nürnberg

So 2. April 2006 · 11 Uhr
So 14. Mai 2006 · 11 Uhr

Aufzeichnung aus dem Bayreuther Festspielhauses, 1984 |
282 Minuten (mit Pause)

Die wirklich amüsanten Momente sind dünn gesät in Richard Wagners Werk. Die Meistersinger von Nürnberg sind die große Ausnahme - und gleichzeitig ein Gipfelpunkt der komischen Oper. Hier begegnen wir echten Menschen, die uns in ihrem Leid und Glück zutiefst vertraut erscheinen.

Die Arbeit an den Meistersingern zog sich, mit vielen Unterbrechungen, über zweiundzwanzig Jahre hin. Die Idee, ein komisches Pendant zum Tännhauser zu schreiben, kam Richard Wagner bei der Orchestrierung dieses Werkes. Die Figuren der Handlung haben reale historische Vorbilder. So war der Schustermeister Hans Sachs einer der produktivsten deutschen Dichter und Komponisten. Über 4.000 Lieder ließen ihn zum wohl berühmtesten Meistersänger werden. 

Dass die Meistersinger und Tristan überhaupt auf die Bühne kamen, verdankte Wagner einzig
der Unterstützung des bayerischen Königs Ludwig II. Die Uraufführung am 21. Juni 1868 war Richard Wagners größter künstlerischer Erfolg zu Lebzeiten. In Wien und Berlin fiel die Oper dagegen mit Pauken und Trompeten durch. Während der Prügelszene im zweiten Akt kam es sogar zu Tumulten unter den Zuschauern. Die Kritik vermeldete: "Grauenvolle Katzenmusik".

Die Aufzeichnung aus dem Jahre 1984 nimmt uns mit in die exklusive Atmosphäre des Bayreuther Festspielhauses. Wir sehen die Meistersinger von Nürnberg in einer der großen Bayreuther Tradition verpflichteten Inszenierung des Festspielchefs Wolfgang Wagner. Der Regisseur war auch sein eigener Bühnenbildner. Reinhard Heinrich entwarf die prachtvollen Kostüme. Im Orchestergraben agieren Horst Stein und das Festspielorchester. Stein ist ein Kapellmeister im besten Sinne des Wortes und dirigiert eine festliche, detailgetreue Aufführung. Auf der Bühne stehen die Besten ihres Fachs. Den Hans Sachs gibt Bernd Weikl, ein fast jugendlicher Schuster-Poet, der die Sympathien sofort auf seiner Seite weiß. Der imposante Bass Manfred Schenk und die jugendlich strahlende Mari Anne Häggander sind Vater und Tochter Pogner. Noch ganz am Anfang seiner großen Karriere als Heldentenor steht hier Siegfried Jerusalem als Walther von Stolzing. Den Beckmesser gibt eine wahre Sängerlegende: Hermann Prey, der sein Meistersängertum wieder einmal großartig unter Beweis stellt und den engstirnigen Merker nicht zur Karikatur verkommen lässt. Auch in den kleineren Rollen wirken in Bayreuth natürlich nur erste Kräfte: Graham Clark als David, Marga Schiml als Magdalene und Matthias Hölle als Nachtwächter.

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Bildrechte © Unitel / Dt. Grammophon

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