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So 6. August 2006 · 11 Uhr
Bayreuther Lohengrin-Inszenierung von Werner Herzog
(1987) | 216 Minuten
Anders als von vielen erwartet, die Werner Herzog
vor allem als Autorenfilmer des Neuen Deutschen Films
kannten, fiel sein Bayreuth-Debüt nicht durch einen
besonders unkonventionellen Zugang zur Wagner-Oper auf.
In
den ersten beiden Aufzügen folgt die Inszenierung
konzentriert dem Libretto und entfaltet ihren subtilen
ästhetischen Reiz in den magischen, auf brillante Weise
kühlen Bühnenbildern und phantasievollen Kostümen Henning
von Gierkes. Ganze Aufmerksamkeit kommt dabei den SängerInnen zu, vor
allem Paul Frey in der Lohengrin-Rolle, für den
diese Inszenierung den Durchbruch als international
gefeierter Heldentenor darstellte. Im dritten Aufzug
entfernt sich Herzogs Inszenierung von der Wagnerschen
Textvorlage und wählt atmosphärische, z.T. eher filmische
Settings für die Handlung.
Die Klarheit der musikalischen und choreographischen
Strukturierung der Oper und die ungemein theatralischen
Bühnenbilder und Lichteffekte machen aus Wagners Lohengrin
eine ergreifend schöne und zwingende Operninszenierung, die
international gefeiert und als Musterbeispiel für eine
behutsame Modernisierung einer Wagner-Oper begriffen wurde,
die eine deutliche Nähe zum Original beibehält.
D 1990 · Orchester der Bayreuther
Festspiele unter der Leitung von Peter Schneider · Chor der
Bayreuther Festspiele unter der Leitung von Norbert Balatsch
· Inszenierung Werner Herzog · Bühnenbild und
Kostüme Henning von Gierke · Bildregie Brian
Large · Mit Manfred Schenk (Heinrich der Vogler,
deutscher König), Paul Frey (Lohengrin), Cheryl Studer
(Elsa von Brabant), Ekkehard Wlaschiha, Gabriele Schnaut,
James Johnson · 216 Minuten
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