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Rückblick

Happy Family
 
Do 6. April 2006 — 18:20 Uhr
So 9. April 2006 — 14:00 Uhr

Die Koreanerin Heesook Sohn hat in Berlin gerade ihre eigene Familie gegründet. Obwohl ihrem Glück nichts im Wege zu stehen scheint, empfindet sie eine unerfüllte Sehnsucht. So trifft sie die Entscheidung, ihre in der ganzen Welt verstreuten Verwandten zu besuchen und die Begegnungen filmisch festzuhalten.

Die in Seoul (Korea) geborene Filmemacherin Heesook Sohn mit US-amerikanischem Pass, deutschem Ehemann und Wohnort Berlin porträtiert in ihrem Abschlussfilm an der Deutschen Film- und Fernsehakademie die komplizierten Verhältnisse ihrer über drei Kontinente verstreuten Familie und die Schwierigkeiten ein derart globalisiertes "family business" aufrechtzuerhalten. 

Heesook ist die jüngste Tochter einer Familie, die seit 1980 nicht mehr zusammengekommen ist. Damals trennten sich ihre Eltern. Ihr Vater Younghyn ging nach Los Angeles und ließ zwei seiner vier Kinder in die USA nachkommen, Heesook und ihren Bruder Hynksoo. Der leitet dort inzwischen erfolgreich die Firma des Vaters, hat eine 10-Meter-Yacht und ein 150 qm-Loft. Hynksoo lebt in zweiter Ehe mit einer Koreanerin zusammen. Er ist der Kronprinz der Familie, und das, obwohl er noch einen älteren Bruder hat: Jungsoo. Dieser blieb bei der Mutter in Korea, war immer ein Träumer und hat sich mit den Jahren zunehmend von der Familie, der Gesellschaft und der Realität entfernt. 

Hynsook, die älteste Schwester, blieb wie Jungsoo zunächst in Korea, heiratete einen Koreaner und schockte die Eltern, als sie ihren Mann und ihre nun 14-jährige Tochter für einen "British-American" verließ. Außer Jungsoo ist nun nur noch die Mutter in Seoul. Sie blieb nach der Scheidung von Younghyn allein. Und erst seit sie an Krebs erkrankt ist, sind sie und ihre in Berlin lebende Tochter Heesook sich wieder näher gekommen. Manchmal sagt sie scherzhaft, sie sei nur krank geworden, damit Heesook sie öfter besuchen müsse. 

Die politischen und persönlichen Hintergründe für die Trennung der Eltern und das Zerbrechen der Familie sind nie ausgesprochen worden. Inzwischen verstärken die unterschiedlichen kulturellen Zusammenhänge, in denen die einzelnen Familienmitglieder leben, die Konflikte. In ihrem teils heiteren, teils bitteren Film zeigt Heesook Sohn ihren Versuch, die Familie nach 20 Jahren noch einmal für ein Familienfoto zusammenzubringen.

Links
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D 2004 · Regie und Drehbuch Heesook Sohn · Kamera Busso von Müller, Heesook Sohn · OmU · 68'

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