Do 4. Januar 2007 — 18:00
So 7. Janaur 2007 — 15:00
Michail Romm führt mit authentischem Bildmaterial die
Greuel des Nationalsozialismus vor Augen — ein Meilenstein der
Filmpublizistik.
Michail Romm untersucht in 16 Kapiteln die Frage,
"warum der einfache Deutsche Hitler gefolgt ist". Kann
man das mit filmischen Mitteln erklären? Romm: "Das
Dokumentarmaterial aus der Hitlerzeit ist von unglaublicher
Monotonie. Unsere Arbeitsgruppe hatte ungefähr zwei Millionen
Meter Dokumentarfilm-Material durchgesehen [...]. Jedoch enthielt
keiner dieser Filme auch nur eine einzige Aufnahme von einer
gewöhnlichen Berliner Straße, falls nicht gerade Hitler oder
eine Militärparade auf der Straße zu sehen war." So ist
Romms Film auch ein Traktat über das "Lesen" von
Bildern.
Was sagen die Bilder wirklich? Während die meisten anderen
Regisseure dieses Problem zudeckten, macht Romm es bewusst. In der
nachstalinistischen Sowjetunion war dies der erste umfassende
Versuch einer audiovisuellen Reflexion über den Faschismus und
implizit auch über die eigene totalitäre Vergangenheit. Montiert
wurde der Film aus Dokumentarmaterial des 1945 von der Roten Armee
beschlagnahmten Archivs des Reichspropagandaministeriums und
Goebbels Privatarchiv.
"DER GEWÖHNLICHE FASCHISMUS wurde so erfolgreich, gerade
weil es für Romm so schrecklich war, diesen Film zu realisieren.
Er mußte seine Vergangenheit bewältigen, um den Film machen, den
Kommentar sprechen zu können. Das gab dem Film diese innere
Liebe. Romm wußte zunächst nicht, daß er auch über sich selbst
nachdenken muß, durch sein eigenes Leben gehen. Er mußte das
durchleben, dadurch bekam es emotionale Tiefe. Er verstand, daß
es am Ende eher ein Film über Totalitarismus als über Faschismus
werden mußte." (Maja Turowskaja)
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OBYKNOWENNYJ
FASCHISM · UDSSR 1965 · Regie Michail
Romm · ab 12 J. · 130' · digitale Projektion |
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